Der 1. FC Köln hat mit dem spektakulären 3:2-Erfolg gegen die TSG Hoffenheim einen Auftakt nach Maß gefeiert. Ein Sieg, der weit mehr wert sein dürfte als drei Punkte in der Bundesliga-Tabelle.
Ein Kommentar von Alexander Haubrichs
Vor dem Anpfiff der neuen Bundesliga-Saison war beim 1. FC Köln die erste allgemeine Verunsicherung beinahe körperlich zu spüren. Die Zweifel und die Fragezeichen aus dem wenig rühmlichen Ende der vergangenen Saison, die durch die spektakuläre Wende im Poker um Said El Mala fast vergessen schienen – sie waren durch den rumpeligen Auftritt im DFB-Pokal wieder nach oben gespült worden.
Man konnte sie hören in den Gesprächen der Fans auf dem Weg ins Stadion, den Fachsimpeleien der Journalisten im Presseraum, den Gesichtern der Verantwortlichen auf der Tribüne. Ausgerechnet gegen Angstgegner TSG Hoffenheim musste sich nun zeigen, ob das, was Sportchef Thomas Kessler und sein Trainer René Wagner im Sommer gebastelt hatten, den Ansprüchen genügen würde.
Dallinga-Doppelpack entfacht die Fan-Begeisterung
Stimmt die Fitness? Was ist mit der Spielidee? Wie stark sind die Neuzugänge? Die Zweifel wuchsen hörbar, als die Partie der Mannschaft von Trainer René Wagner nach dem 0:1 und dem 1:2 kurzzeitig zu entgleiten drohte, es gab unsicheres Grummeln im Publikum, selbst Topstar Said El Mala ließ nach seiner vergebenen zweiten Topchance kurz den Kopf hängen.
Umso wertvoller aber war das, was dann geschah: Der 1. FC Köln kam immer wieder zurück, die Mannschaft selber entfachte ein ums andere Mal den Support des Publikums. Gleich nach Beginn durch ein paar sehenswerte Aktionen von Said El Mala, nach dem Wechsel mit dem Ausgleich. Durch den gehaltenen Elfmeter von Marvin Schwäbe. Einer spektakulären Rettungsaktion von Luka Lochoshvili. Und natürlich dem fantastischen Doppelpack von Thijs Dalinga.
Es ist eine Qualität, die die Mannschaft schon in der letzten Saison zeigte, als sie aus Einzelaktionen plötzlich Mut und Kraft schöpfte und Spielen oft aus dem Nichts eine positive Wendung gab. Nach dem Schlusspfiff war denn auch die Erleichterung grenzenlos, Vizepräsident Ulf Sobek machte in der Mixed Zone keinen Hehl daraus, wieviel Nerven ihn das Spektakel gekostet hatte. Schwäbe, El Mala und Dallinga konnten aus ihrer jeweils unterschiedlichen Sicht den Coup über die TSG beleuchten, bevor Thomas Kessler dem von ihm erbauten Kadergerüst das Prädikat „konkurrenzfähig“ verleihen durfte.
Dieser Sieg gibt dem ganzen Gebilde Sicherheit. Vom Torwart bis zu den Sturmstars tankten wesentliche Stützen des Teams Selbstvertrauen, die Neuzugänge wissen jetzt, welche Wucht einen im RheinEnergieStadion zum Sieg tragen kann. Es ist zu früh zu sagen, in welche Richtung dieser 1. FC Köln sich in dieser Saison entwickeln wird. Die erste allgemeine Verunsicherung aber weicht nun der Zuversicht, auf dem richtigen Weg zu sein.








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