Sieben Gegentore in Paderborn als gewaltiger Warnschuss für den FC

René Wagner ist nach den Testspielen in Paderborn gewarnt. (Foto: Bucco)
René Wagner ist nach den Testspielen in Paderborn gewarnt. (Foto: Bucco)

Der 1. FC Köln hat beim SC Paderborn einen gehörigen Dämpfer zum Abschluss der Vorbereitung kassiert. René Wagner muss nun die richtigen Schlüsse ziehen.

Ein Kommentar von Marc L. Merten

Wenn ein Cheftrainer nach dem Fazit eines Testspiels gefragt wird und sagt, er sei froh, dass alle Spieler gesund geblieben seien, dann weiß man schon: Der Rest war nix. René Wagner hat mit dem 1. FC Köln am Sonntag beim SC Paderborn in zweimal 90 Minuten zweimal verloren – 2:3 und 3:4. Sieben Gegentore beim Aufsteiger – für den FC darf es kein anderes Urteil geben als absolut indiskutabel.

Das sprach Wagner freilich nicht aus, der 38-Jährige geht seine Spieler nicht öffentlich an. Doch der FC-Coach muss nun auch wissen, dass zumindest intern deutliche Worte fallen sollten. Nach dem Doppel-Test und der doppelten Niederlage richten sich alle Augen auf das Pokal-Spiel am kommenden Montag in Würzburg. Dort gibt es keine Ausreden mehr, dort zählt es.

Sechser und Kaminski-Ersatz händeringend gesucht

Würzburg wird den FC mit breiter Brust empfangen, als Tabellendritter der 3. Liga und nach einem furiosen 4:0-Heimsieg gegen Wiesbaden am vergangenen Wochenende. Der FC ist also gewarnt: Bei den Kickers wird es heiß zugehen – und am Sonntag in Paderborn sah es noch nicht so aus, als seien die Geißböcke dafür bereit.

Bis Sonntag lief die Vorbereitung sportlich eigentlich gut. Hartes Training, viel Kommunikation, gute Ergebnisse in den Tests, fast keine Verletzten. Nur auf dem Transfermarkt hakt es gewaltig. Die Hängepartie um Said El Mala ist immerhin beendet. Dafür fehlt weiterhin der so wichtige Sechser, dem alle beim FC so eine hohe Bedeutung beimessen, und ein Nachfolger für Jakub Kaminski, der sportlich schmerzlich vermisst wird.

Training und Transfers: Der FC muss Gas geben

Wagner und Sportchef Thomas Kessler müssen nun in der Woche vor dem Pokalspiel liefern. Die sieben Gegentore beim Aufsteiger sind ein Warnschuss, dass der Kader längt nicht bereit ist für eine lange Bundesliga-Saison. Der FC muss einen oder besser zwei Gänge hochschalten. In zwei Wochen schließt das Transferfenster, der Kader braucht noch mehrere externe Neuzugänge, möglichst als Soforthilfen. Und Wagner muss seinen Spielern ins Gewissen reden, denn wie rief es Schwäbe während des Testspiels am Sonntag so entlarvend? „Das ist zu wenig!“

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