Startelf statt FC-Freigabe: Kölner Wunschspieler erntet Trainer-Kritik

Mikey Moore (r.) beim Premier-League-Auftakt gegen Brentford. (Foto: IMAGO / Sportimage)
Mikey Moore (r.) beim Premier-League-Auftakt gegen Brentford. (Foto: IMAGO / Sportimage)

Mikey Moore ist nach wie vor Spieler der Tottenham Hotspur. Am Samstag hat der Transferkandidat des 1. FC Köln mit den Nordlondonern einen bitteren Saisonstart erlebt – inklusive Kritik von Trainer Roberto De Zerbi.

Thomas Kessler wurde so deutlich, wie man werden kann, wenn man einen konkreten Namen eigentlich nicht kommentieren möchte. Als der Sportchef des 1. FC Köln beim Mitgliederstammtisch auf Wunschspieler Mikey Moore angesprochen wurde, erklärte er schmunzelnd: „Das eine oder andere Gerücht, das sich schon lange hält, ist zumindest nicht ganz falsch – und es kann sein, dass, wenn in der Premier League große Transfers getätigt werden, dies direkten Einfluss auf unsere Kaderplanung nehmen könnte.“

Gemeint sind natürlich die Transfervorhaben der Tottenham Hotspur, die vor der Verpflichtung von Manchester Citys Offensivduo Savinho und Omar Marmoush stehen und sich am liebsten auch Liverpools Cody Gakpo sichern würden. Dann, so scheint es ausgemacht, erhält Moore endlich die Freigabe für die Leihe zum FC.

De Zerbi kritisiert Moore

Am Samstag jedoch war es noch nicht so weit. Ganz im Gegenteil: Nach einer überzeugenden Vorbereitung, unter anderem mit dem Doppelpack gegen die TSG Hoffenheim am vergangenen Wochenende, setzte Tottenhams Trainer Roberto De Zerbi beim Saisonauftakt in Brentford von Beginn an auf den 19-Jährigen. Moore kam zu seinem 13. Einsatz in der Premier League, stand zum vierten Mal in der Startelf.

Doch der Youngster erlebte wie das gesamte Spurs-Team einen gebrauchten Nachmittag. Tottenham kam mit 0:3 unter die Räder. Wobei Moore noch Ergebniskosmetik hätte betreiben können. Nach dem dritten Gegentreffer war es der Kölner Wunschspieler, der die beiden besten Chancen hatte, um die Nordlondoner noch einmal heranzubringen. Es sollte nicht sein.

Nächstes Spiel bereits am Mittwoch

Nach 68 Minuten hatte Moore, der auf dem rechten Flügel spielte, vorzeitig Feierabend. De Zerbi gilt zwar als großer Fan des Eigengewächses, nicht umsonst ließ er ihn bislang nicht zum FC ziehen – doch am Samstag sparte der Italiener nicht mit Kritik an seinem Schützling. „Wir waren nicht bereit, die Zweikämpfe zu gewinnen. Wir haben beim Pressing mit Mikey Moore viele Fehler gemacht“, monierte der Trainer, der generell kein gutes Haar an seiner Mannschaft ließ und sich bei den Fans für den bitteren Saisonauftakt entschuldigte.

In den sozialen Netzwerken erntete Moore ebenfalls reichlich Kritik – viele Anhänger sehen ihn noch nicht bereit für die Premier League und würden am liebsten eigenhändig grünes Licht für eine weitere Leihe geben. Wobei der U19-Nationalspieler in der vergangenen Woche, nach seinem Testspiel-Doppelpack gegen Hoffenheim, gefeiert worden war.

Ob die Niederlage in Brentford für Moore gleichzeitig der vorläufige Abschied von den Spurs war, hängt wohl davon ab, wie schnell De Zerbi auf seinen gewünschten Nachschub setzen kann. Am Mittwoch wartet mit dem Heimspiel gegen Charlton im EFL-Cup direkt die nächste Partie, am Samstag folgt die Heimpremiere in der Premier League gegen Newcastle. Wenige Tage später schließt das Transferfenster.

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