Der 1. FC Köln hatte dem VfB Stuttgart am Freitagabend nur 15 Minuten lang etwas entgegenzusetzen. Die Stimmen zur 1:4-Niederlage der Geißböcke.
Aus Stuttgart berichtet Marc L. Merten
Marvin Schwäbe
„Die erste Hälfte haben wir schon sehr leichtfertig abgegeben. Wir haben einfache Fehler gemacht, hatten ohne Ende Ballverluste in der eigenen Hälfte. Wir haben Stuttgart eingeladen, zum Glück haben sie die Flanken nur an die Latte gesetzt. Wir konnten glücklich sein, dass wir nur mit einem 0:1 in die Halbzeit gegangen sind. In den 15 Minuten nach der Pause hätten wir auf jeden Fall den Ausgleich machen müssen. Das 0:2 kriegen wir zu einem absolut ungünstigen Zeitpunkt. Wir waren komplett am Drücken, haben das Spiel in der Hand – das war extremst ärgerlich. Vier Gegentore sind am Ende viel zu viele. Trotzdem müssen wir nicht den Kopf in den Sand stecken und das Ganze negativ reden. Wir wissen, dass wir hier gegen einen Champions-League-Teilnehmer gespielt haben, das ist ein Top-3-Team der Bundesliga. Das müssen wir schon realistisch einschätzen. Natürlich hat uns Stuttgart die Grenzen aufgezeigt, das ist ganz klar. Ich finde trotzdem, dass die Viertelstunde nach der Halbzeit Mut für mehr macht. Es war nicht alles negativ heute“
Tom Krauß
„In der ersten Halbzeit war es zu wenig, aber in den ersten 20 Minuten der zweiten Halbzeit müssen wir das 1:1 machen. Wir kriegen im Gegenzug das 0:2 und dann wird es gegen solche Top-Teams schwer. Du musst deine Chancen nutzen, das haben wir nicht getan. Am Ende war es eine verdiente Niederlage. Wir haben in der ersten Halbzeit nicht genug Zugriff bekommen, Stuttgart hat uns hinten reingedrückt. Wir hatten zu viele Ballverluste. Zur zweiten Halbzeit haben wir umgestellt, das hat in den ersten 15 bis 20 Minuten extrem gut funktioniert. Wie gesagt: Wir müssen das Tor machen. Gegen eine so spielerisch starke Mannschaft wie Stuttgart sind wir einfach nicht in die Pressingmomente reingekommen, vor allem in der ersten Halbzeit. Wir hätten uns ein bisschen mehr Klarheit und Ruhe am Ball gewünscht. Das haben wir nicht geschafft. Am Ende sieht man die Qualität von Stuttgart.“
Thomas Kessler
„Wir hatten in der ersten Halbzeit den einen oder anderen Moment, wo wir nicht gut verteidigt haben, wo wir mit Ball auch echt unsauber waren. Wir hätten gute Umschaltmöglichkeiten gehabt, die wir nicht gut ausgespielt haben. Dann kannst du dir keine Torchancen erarbeiten. Das 0:1 haben wir mit relativ wenig Gegenwehr gekriegt – das darfst du dir auf dem Niveau einfach nicht erlauben. Stuttgart spielt nicht ohne Grund in der Champions League und hat andere Saisonziele. In der zweiten Halbzeit haben wir es die erste Viertelstunde sehr ordentlich gemacht. Aus dieser Phase hätten wir natürlich etwas mitnehmen müssen. Wenn wir da den Ausgleich machen, kann so ein Spiel auf die andere Seite kippen. Aber man muss auch sagen, dass der VfB die Qualität hat, die Sachen sehr seriös und ordentlich durchzuspielen. Man muss sagen, dass der VfB am heutigen Tag nicht unsere Kragenweite war. Wir müssen das Gute, das wir in der zweiten Halbzeit gesehen haben, mitnehmen und die Dinge, die wir in der ersten Halbzeit nicht gut gemacht haben, analysieren.“
René Wagner
„Es war ein verdienter Sieg für Stuttgart. In der ersten Halbzeit haben wir es nicht geschafft, aus dem tiefen Block Entlastung durch Ballbesitz zu bekommen oder mal den zweiten Ball aufzusammeln. So wird es gegen eine Mannschaft wie Stuttgart schwer, gefährliche Situationen zu kreieren. Wir hatten trotzdem zwei, drei gefährliche Situationen, die dann in der ersten Viertelstunde nach der Pause noch prägnanter geworden sind. Wir hatten viele Möglichkeiten zum 1:1 und müssen es auch machen. Dann wäre es ein anderes Spiel geworden. Im Gegenzug braucht Stuttgart eine Chance, um das zweite Tor zu machen. Das müssen wir besser verteidigen. Beim dritten Gegentor kann Locho draußen ein Foul ziehen, dann fällt das nicht. Danach wird es hier schwer. Deshalb bin ich froh, dass wir noch mit 3:1 zurückgekommen sind. Am Ende ist das Ergebnis vielleicht ein Traumtor zu hoch, obwohl wir in der ersten Halbzeit zweimal mit der Latte Glück hatten.“
Sebastian Hoeneß
„Unsere erste Halbzeit war sehr gut. Wir wollen druckvoll spielen, mit viel Tempo und Intensität nach vorne spielen. Das Einzige, was nicht gepasst hat, war das späte 1:0. Wir hätten früher treffen können. Dann hätten wir die Möglichkeit gehabt, auch schon ein anderes Ergebnis in der ersten Halbzeit zu kreieren. In der zweiten Halbzeit ist das in den ersten zehn bis 15 Minuten abgerissen. Wir haben viele Ecken zugelassen. Das war ein denkbar schlechter Start. In vielen Bundesliga-Spielen wird das bestraft, die Kölner waren nah dran. Da hatten wir Glück, das war unnötig. Danach haben wir aus dem Nichts das zweite Tor gemacht. Nach dem 3:0 hatten wir die Kontrolle, weshalb mir das Gegentor nicht geschmeckt hat. Das war unnötig. Am Ende war es ein verdienter Sieg, vielleicht in der Höhe ein Tor weniger wäre okay gewesen.“







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