Drittliga-Traum schon abgehakt? „Da gucke ich gar nicht mehr drauf“

Der Jubel der U21 gegen Bergisch Gladbach hielt nicht lange. (Foto: Bucco)
Der Jubel der U21 gegen Bergisch Gladbach hielt nicht lange. (Foto: Bucco)

Die U21 des 1. FC Köln hat mit der 1:2-Niederlage gegen Bergisch Gladbach die Chance verpasst, sich näher an die Tabellenspitze heranzuschieben. Die Geißböcke wollen in die 3. Liga aufsteigen, aktuell hat Trainer Manuel Hartmann allerdings andere Themen als die Tabelle.

Die Möglichkeit war da. Der bis dahin ungeschlagene Tabellenführer Gütersloh verlor am Samstag sein Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbachs U23. So hätte die U21 des 1. FC Köln den Abstand zur Spitze der Regionalliga West am Sonntag auf fünf Punkte verkürzen können. Doch nach der 1:2-Niederlage blieb es bei den nach acht Spieltagen bereits beträchtlichen acht Zählern Rückstand.

Für Manuel Hartmann spielt die Tabelle aktuell ohnehin eine untergeordnete Rolle. „Da gucke ich gar nicht mehr drauf“, erklärte der U21-Trainer am Sonntag. „In den letzten Wochen habe ich festgestellt: Wir müssen erst mal unsere Grundtugenden und diese Dinge, die dich erfolgreich machen, an den Tag legen.“

Kessler: „Wir möchten das mit unseren Talenten machen“

Nach der Niederlage gegen Bergisch Gladbach bemängelte er speziell den Umgang mit Rückschlägen – fehlende Führung auf dem Platz. „Eine Championship Mentality ist, dass du aufstehst, wenn du einen Nackenschlag kriegst. Darum geht’s. Bei uns ist es eher so, dass wir nach einem Nackenschlag den nächsten kriegen und nicht die Mittel finden.“

Und so sieht es aktuell nicht aus, als könne der FC in den Aufstiegskampf eingreifen – anders als erhofft. Geschäftsführer Thomas Kessler erklärte zuletzt beim Mitgliederstammtisch: „In der besten aller Welten würden wir gerne mit unserer U21 in die 3. Liga aufsteigen.“ Das wolle man „natürlich jedes Jahr versuchen“. Jedoch nicht, „indem wir uns Spieler einkaufen, um dieses Ziel zu erreichen“, so Kessler weiter: „Wir möchten das schon mit unseren eigenen Talenten machen.“

Die Saison ist noch lang, positive wie negative Serien sind möglich. Und so wird man den Traum am Geißbockheim gewiss nicht so schnell abhaken. Aber zunächst einmal gilt für Hartmann: „Ich gucke nicht auf die Tabelle. Ich habe genug damit zu tun, die richtige Mischung für die nächsten Wochen zu finden. Ich bin froh, dass einige Spieler zurückkommen, der Konkurrenzkampf erhöht wird.“ Gesetzt sei niemand.

Rückkehrer sollen Konkurrenzkampf anheizen

Gegen Bergisch Gladbach stand Innenverteidiger Assad Kotya-Fofana erstmals in dieser Saison im Kader. „Er macht in den nächsten Wochen sicher wieder Druck auf die Startformation“, so Hartmann. Gleiches sollte für Etienne Borie gelten, der sein Comeback feierte. „Etienne ist für 15 bis 20 Minuten freigegeben, wir waren da nach seiner Muskelverletzung schon am oberen Rand.“

Luis Stapelmann und Neuzugang Jonas Arweiler fehlten am Sonntag, könnten am kommenden Samstag gegen Westfalia Rhynern aber wieder dabei sein. „Jonas war mit einer Erkältung raus. Luis hatte Oberschenkel-Probleme, da wollten wir muskulär kein Risiko eingehen.“

Und noch ein weiterer Neuzugang meldet sein Comeback an. „Len Wörsdorfer kommt auch zurück, das ist gut“, freute sich Hartmann und forderte nach der dritten Saison-Niederlage zugleich: „Es muss ein Beißen um die Startplätze stattfinden. Von der Nummer eins bis zum letzten Kaderplatz muss sich jeder beweisen.“

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