Wie die Profis, so auch die U21 des 1. FC Köln: Nach der Bundesliga-Mannschaft hat auch das Regionalliga-Team der Geißböcke eine Führung leichtfertig hergegeben und Führungsstärke vermissen lassen. Trainer Manuel Hartmann war einmal mehr bedient.
Bei der U21 des 1. FC Köln sollen die jungen Talente der Geißböcke auf den Schritt in die Bundesliga vorbereitet werden. Dementsprechend gilt es, sich an der einen oder anderen Stelle am Profiteam zu orientieren. Das Führungsproblem, mit dem die Mannschaft von René Wagner aktuell noch zu kämpfen hat (der GEISSBLOG berichtete), sollte gewiss nicht dazugehören.
Doch wer die Heimspiele gegen Werder Bremen (1:1) in der Bundesliga und Bergisch Gladbach (1:2) in der Regionalliga gesehen hat, der sah durchaus Parallelen. Zweimal begann der FC überlegen, lag in Front, legte nicht nach – und ließ den Gegner stärker werden. Die U21 ging am Sonntag, anders als die Profis am Samstagabend, sogar noch als Verlierer vom Platz.
Hartmann: „Da vermisse ich einfach Führung“
„Ich war mit der ersten Halbzeit zufrieden. Wir hatten das Spiel komplett im Griff, hatten Chancen und machen das 1:0 – es läuft wieder alles nach Plan“, lobte Trainer Manuel Hartmann einen zunächst runden Auftritt, um dann zu kritisieren: „Ich weiß nicht, was in der zweiten Halbzeit los war. Wir haben gesagt, dass wir weitermachen wollen, lassen uns aber einlullen.“
Wie schon in der Vorwoche in Bonn kassierten die qualitativ überlegenen Kölner nach eigenem 1:0 eine 1:2-Niederlage. Das große Problem aus Hartmanns Sicht: „Da vermisse ich einfach Führung auf dem Platz und nehme jeden Spieler in die Pflicht, die Kommunikation zu übernehmen.“
Da bist du als Trainerteam machtlos, wenn du hinten so hanebüchene Fehler machst.
Manuel Hartmann
Schon nach dem Bonn-Spiel habe er seiner Mannschaft gesagt: „Ihr müsst anfangen, euch an die eigene Nase zu fassen, nicht nach links und nach rechts gucken – einfach mal die eigene Leistung kritisch hinterfragen und versuchen, besser zu werden.“ Der erhoffte Lerneffekt blieb aus. „Nach dem Gegentor gehen die Köpfe runter. Wir sind zu lange in der Schockstarre. Da müssen wir eine Entwicklung zeigen, sonst ist es in der Liga immer schwierig.“
Zumal die Geißböcke den Gegner wie in Bonn einluden. In der Vorwoche hatte Torhüter Martin James gepatzt, nun leistete sich der erstmals berücksichtigte Luc Dabrowski einen haarsträubenden Ballverlust, der zum 1:2 führte. „Da bist du als Trainerteam machtlos, wenn du hinten so hanebüchene Fehler machst“, sagte Hartmann, wollte den Innenverteidiger nach seinen ersten Saisonminuten aber noch in Schutz nehmen: „Luc hat lange nicht gespielt, das passiert mal.“ Dennoch: „Dass wir in der Kette solche Auflösungserscheinungen haben, das geht einfach nicht.“
Hartmann: „Zu viele Spieler, die sich verstecken“
Das alles entscheidende Thema bleibe Leadership. „Wir hatten das Spiel unter das Thema Verantwortung gestellt“, verriet der U21-Coach und wiederholte seine Forderung: „Jeder Spieler kann Verantwortung für die Mannschaft übernehmen. Wir haben zu viele Spieler, die sich in schwierigen Zeiten verstecken, den Ball nicht mehr wollen. Da vermisse ich, dass wir Spieler haben, die vorangehen wollen, die etwas initiieren wollen.“
Erst in der Schlussphase – in Rückstand – spielte der FC wieder nach vorne, ließ dann jedoch sämtliche Kaltschnäuzigkeit vermissen. „Bei den Torchancen, die wir haben, muss es auch mal klingeln“, forderte Hartmann. Wenn die U21 am Samstag (14 Uhr) beim nächsten starken Aufsteiger – dem Tabellenfünften Westfalia Rhynern – gastiert, könnte es personelle Konsequenzen geben. „Nach so einem Spiel musst du sagen: Es gibt keine gesetzten Spieler. Da ist der Konkurrenzkampf offen“, stellte der Trainer klar.





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