Die Niederlage gegen den Hamburger SV wird noch eine Weile schmerzen. Gelegenheit zur Wiedergutmachung gibt es drei Wochen lang nicht. Dann muss der 1. FC Köln gegen die punktlose Borussia aus Mönchengladbach liefern.
Als die Partie im Volksparkstadion abgepfiffen war, ließen die Spieler des 1. FC Köln kurz die Köpfe hängen. Die 1:2-Niederlage gegen zuvor völlig verunsicherte Gastgeber war genauso bitter wie unnötig und tut gleich doppelt weh, weil die Mannschaft von Trainer René Wagner nun drei Wochen lang keine Gelegenheit haben wird, die Scharte wieder auszuwetzen.
Führungsspieler Ellyes Skhiri wurde deutlich: „Wir sind nicht zufrieden. Wir wollten mehr. Wir müssen auf die Leistung gucken. Ein paar Dinge haben wir sehr gut gemacht, es war nicht viel schlecht. Jetzt haben wir eine lange Pause und können ein paar Dinge korrigieren. Wir sind dran. Wir müssen Ruhe bewahren.“
Wagner und die Erwartungen des Umfelds
Angesichts erster Unmutsäußerungen auf den Rängen ist aber klar, dass der 1. FC Köln sich in einer komplizierten Lage befindet. Mit dem Versprechen von begeisterndem Offensiv-Fußball, dem Hype um Said El Mala und das Trikot mit der Nummer 10, den Vorschusslorbeeren für Mikey Moore und der Ansage Wagners, die starke erste Halbzeit gegen Bayer Leverkusen aus der abgelaufenen Saison solle die Benchmark sein, hat der Club selbst die Erwartungen erhöht.
Obwohl spielerisch ein paar Dinge gegen die zuvor mit null Punkten aus drei Spielen desaströs gestarteten Hamburger besser waren als gegen die selbstbewussteren Bremer: Ein nachhaltiger Aufwärtstrend ist weiterhin nicht zu erkennen. Wagners Bilanz steht bei elf Punkten aus zehn Spielen als Cheftrainer.
Wir stehen nicht mit null Punkten im Keller. Es hätten drei Punkte sein können, wenn nicht gar müssen.
Marvin Schwäbe
Kapitän Marvin Schwäbe bittet um Geduld: „Wir stehen nicht mit null Punkten unten im Keller, andererseits verstehe ich den Unmut von den Rängen heute. Aufgrund der ersten Hälfte muss man sagen: Es hätten drei Punkte sein können, wenn nicht gar müssen. Daran müssen wir arbeiten.“
Derby kein Schicksalsspiel für Wagner
Auch Sportchef Thomas Kessler betonte, er gehe „entspannt“ in die Länderspielpause, aber auch ihm dürfte klar sein, wieviel am 11. Oktober 2026 im Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach auf dem Spiel steht. Die letzte Partie gegen die Fohlen hatte Kessler selbst zum Schicksalsspiel für Lukas Kwasniok ausgerufen. Davon ist man bei René Wagner freilich noch weit entfernt.
Dennoch: Sollte die Wagner-Elf auch die punktlosen Gladbacher aufbauen, dürfte es ungemütlich werden. Auf viel Unterstützung von den Rängen darf Wagner nicht mehr hoffen, das Rumoren ist hörbar. Drei Wochen herrscht jetzt Ruhe vor dem Sturm. Dann muss der FC selbst einen entfachen, oder dem Trainer und seiner Mannschaft bläst der Wind voll ins Gesicht.








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