Schwere Kost, aber zumindest keine Niederlage bei Union Berlin. Mit seinem ersten Bundesliga-Tor hat sich Debütant Malek El Mala die beste Note des 1. FC Köln verdient. Der Großteil der Mannschaft konnte die Pokal-Leistung nicht ansatzweise bestätigen. Die Noten und Zeugnisse in der GEISSBLOG-Einzelkritik.
Aus dem Stadion An der Alten Försterei berichtet Martin Zenge
Tor & Abwehr
Marvin Schwäbe
Fühlte sich beim 0:1 genötigt, seine Torlinie zu verlassen, obwohl Vorbereiter Skarke auch von Okon-Engstler begleitet wurde (10.). Die Parade gegen Burcu, als er den Ball an die Latte lenkte, war seine stärkste Tat (42.). Anschließend kaum gefordert.
GEISSBLOG-Note: 3,0
Joel Schmied
In der Entstehung des 0:1 wie so viele Kölner viel zu zaghaft, konnte die Hereingabe an den ersten Pfosten nicht verhindern. Bei Burcus Lattentreffer ebenfalls nicht entschlossen genug. Darüber hinaus solide. In der Schlussphase mit einem Versuch aus der Distanz (88.). Das war einer von nur zwei Kölner Schüssen auf das Berliner Tor.
GEISSBLOG-Note: 3,5
Jahmai Simpson-Pusey
Begann mit einem wichtigen Sprint in der ersten Minute. Seine Ausstrahlung vermittelte den Eindruck: Ich kann gar keine Fehler machen. Und das tat er auch nicht, wenngleich er hin und wieder doch ein bisschen arg lässig wirkte. Praktisch ohne Fehlpass.
GEISSBLOG-Note: 2,5
Tom Krauß
Startete erneut in der Dreierkette. Wieder mit den meisten Ballkontakten (115) und äußerst passsicher (96 Prozent). Zudem zweikampfstark. Konnte jedoch längst nicht so viel Einfluss auf das FC-Spiel nehmen wie im Pokal. Hatte in der Nachspielzeit den letzten Abschluss, der über die Latte ging.
GEISSBLOG-Note: 3,0
Mittelfeld
Sebastian Sebulonsen
Rückte nach seinem Treffer im Pokal für Castro-Montes in die Anfangsformation. Da der Gegentreffer über seine rechte Seite entstand, war auch er im Kreise der FC-Spieler, die nicht einschritten. Strahlte generell wenig Sicherheit aus. Im Spiel nach vorne kaum ein Faktor.
GEISSBLOG-Note: 5,0
Paul Okon-Engstler
Verdiente es sich, erneut zu starten. Agierte im Mittelzentrum aber weitaus weniger souverän als am Dienstag. Beim Gegentor von Anfang bis Ende nur Begleiter, zu passiv. Anschließend hielt er in den Zweikämpfen dagegen. Zeichnete sich eher durch Fleiß als durch Ideen aus. Lief mit 12,6 Kilometern mehr als jeder andere Kölner.
GEISSBLOG-Note: 4,0
Borna Sosa
Verlor Unions Torschützen Haberer im Rücken aus den Augen und konnte das Tor mit seiner Grätsche nicht mehr verhindern. Seine zahlreichen Freistöße aus dem Halbfeld sorgten für keinerlei Gefahr.
GEISSBLOG-Note: 4,5
Isak Johannesson
Verdrängte Moore aus der Startelf und konnte seine Chance nicht nutzen. Hätte vor dem 0:1 entschlossener in den Zweikampf gehen müssen. Nur 73 Prozent seiner Pässe kamen an, nur 14 Prozent seiner Zweikämpfe gewann er. Hinzu kam null Torgefahr – kein Abschluss, keine Vorlage. Ein schwacher Nachmittag des Isländers.
GEISSBLOG-Note: 5,0
Linton Maina
In der ersten Halbzeit noch so etwas wie ein Aktivposten. Holte sich den Ball immer wieder tief ab, wusste dann aber ebenfalls nichts damit anzufangen. Scheiterte frei vor Rönnow, ohnehin nach einer Abseitsstellung (32.). Gewann keinen einzigen seiner neun Zweikämpfe. Nach der Pause weniger zu sehen und folgerichtig für Malek El Mala ausgewechselt.
GEISSBLOG-Note: 4,0
Mikey Moore (ab 61. Minute)
Löste Johannesson ab, brachte aber ebenso keine Passsicherheit. Immerhin noch mit zwei Abschlüssen. Bei einem stand in der Nachspielzeit Unions Friedrich im Weg.
GEISSBLOG-Note: 4,0
Alessio Castro-Montes (ab 61. Minute)
Gegen Köhn zunächst im eigenen Strafraum gefragt. Brachte drei von vier Flanken an den Mann. Sorgte nach seiner Einwechslung für Sebulonsen definitiv für Schwung. Verlängerte Said El Malas Flanke zu Torschütze Malek.
GEISSBLOG-Note: 2,5
Angriff
Marius Bülter
Der Stürmer verrichtete seine wichtigsten Dienste an diesem Nachmittag im eigenen Strafraum als Kopfballspieler. Gewann jedes seiner Luftduelle. In der Offensive allerdings, also bei seiner Kernaufgabe, war Bülter anders als am Dienstag kein Faktor.
GEISSBLOG-Note: 4,5
Said El Mala
Wo er auch war, er wurde von den Berlinern umzingelt und teilweise hart angegangen. El Mala ließ sich nicht unterkriegen und probierte viel, verzeichnete die meisten Abschlüsse. Doch selbst dem Nationalspieler wollte an diesem Nachmittag nur wenig gelingen. Immerhin leitete er nach einem kurz ausgeführten Eckball den Ausgleichstreffer seines Bruders ein.
GEISSBLOG-Note: 3,0
Malek El Mala (ab 72. Minute)
Feierte sein ersehntes Profi-Debüt und zog direkt ein taktisches Foul (76.). Hatte insgesamt sieben Ballkontakte. Mit dem zweiten erzielte er das 1:1, sein erstes Bundesliga-Tor (79.). Stand, wo ein Torjäger stehen muss. Damit übertrumpfte Malek seinen Bruder: Said hatte vergangene Saison in seinem zweiten Bundesliga-Spiel erstmals getroffen, hatte insgesamt 35 Minuten gebraucht – Malek bei seiner Premiere nur neun. Schnappte sich die Man-of-the-Match-Trophäe und die beste Note.
GEISSBLOG-Note: 2,0







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