Der 1. FC Köln geht dank des Derbysiegs mit neuer Kraft in die kommenden Wochen. Das ist auch nötig. Die Verletztenliste wird immer länger.
Emotional dürfte dieser Sonntag der Mannschaft und dem ganzen Trainerteam einen riesigen Schub geben. Das 2:1 gegen Borussia Mönchengladbach brachte drei dringend nötige Punkte, die Mannschaft von Trainer René Wagner bleibt im RheinEnergieStadion unbesiegt und zumindest ein kleiner Abstand auf die Plätze im Tabellenkeller bleibt gewahrt. Der Preis allerdings war hoch, durch die Verletzung von Ellyes Skhiri füllte sich das Lazarett weiter.
Mit dem Riss der Syndesmose im Sprunggelenk fehlt der Routinier bis zum Ende des Kalenderjahres. Schon in der Länderspielpause hatten sich die Stürmer Thijs Dallinga und Ragnar Ache langfristig verletzt, nun bricht mit Ellyes Skhiri eine weitere Säule der Kaderplanung monatelang weg. Dazu kommen die inzwischen beinahe schon zur Gewohnheit gewordenen Muskelverletzungen, nach Alessio Castro-Montes fehlt nun auch Rav van den Berg einige Wochen.
Wagner gehen im Mittelfeld die Optionen aus
Gerade im defensiven Mittelfeld wie im Sturmzentrum gehen Wagner damit die Optionen aus. In der Zentrale hatte der Coach gegen Gladbach Isak Johannesson für Tom Krauß in die Startelf beordert, beide hatten ihren wesentlichen Anteil am Triumph über die Fohlen. „Für mich war es diesmal ein bisschen anders, aber wer mich kennt, der weiß, dass ich alles gebe, sobald ich auf dem Platz bin“, sagte Krauß nach seiner Einwechslung für Skhiri.
Nicht grundlos hatte Sportchef Thomas Kessler nach einem neuen Chef im Zentrum Ausschau gehalten, der mehr Ordnung und Struktur ins FC-Spiel bringen sollte. Allerdings war gerade der spielerische Vortrag auch mit Skhiri bisher eher zerfahren und Chancen eher dem Situationsglück denn einer Spielidee zu verdanken – wenngleich der Tunesier bereits zwei Tore auflegte.

Nun jedoch muss das Duo aus der Vorsaison weiter ran, dahinter drängt der australische WM-Fahrer Paul Okon-Engstler auf eine neue Chance. Ob sich die Nachwuchsspieler Kristiyan Irmiev oder der im Sommer für die U21 verpflichtete Portugiese Gil Neves für den Kader empfehlen können, bleibt abzuwarten.
Warten auf die Leistungsexplosion von Moore
Im Angriff dürfte in den nächsten Wochen bis zu Aches Rückkehr weiter improvisiert werden, gegen stärkere Teams könnte sich auch eine Variante mit zwei Stürmern anbieten, um das Mittelfeld personell aufzustocken. Neben der individuellen Klasse von Said El Mala richten sich die Blicke auf Mikey Moore. Der Brite versprüht ständig das Gefühl, dass seine Leistungsexplosion unmittelbar bevorsteht – doch bislang lassen seine ersten Scorerpunkte auf sich warten.
Völlig unverhofft kann sich Imad Rondic allein aufgrund seiner Statur Hoffnung auf weitere Großeinsätze machen, wenn es in der Schlussphase gilt, bei hohen Bällen im eigenen oder gegnerischen Strafraum konkurrenzfähig zu sein. Aber auch der 18-jährige Kevin Ekweribe machte bei der U19 einmal mehr auf sich aufmerksam. Mit einem Traumtor schoss der als Außenstürmer aufgebotene Angreifer die Young Goats am Wochenende zum Sieg über den 1. FC Kaiserslautern.
Die Nervosität im Umfeld dürfte vor dem Spiel am kommenden Freitag bei Eintracht Frankfurt zumindest ein wenig nachlassen, die kriselnden Hessen stehen nach dem 0:6 bei RB Leipzig weit mehr unter Druck. Doch der Aderlass in den vergangenen Wochen ist besorgniserregend. Erst nach den Duellen gegen Frankfurt, Schalke und dem doppelten Kräftemessen gegen Union Berlin wird sich zeigen, wie hoch der Preis für den Derby-Schub wirklich war und ob der Kader das kompensieren kann. Nach dem freien Dienstag beginnt die kurze Vorbereitung auf die Eintracht.








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