Said El Mala hat den 1. FC Köln mit einem Doppelpack gegen Union Berlin ins Achtelfinale des DFB-Pokals geführt. Auf seine beste Saisonleistung folgten eine Gänsehaut-Szene vor der Südkurve und etwas Trost für Bruder Malek.
Es war der Lohn für eine furiose Leistung. Und der zwischenzeitliche Höhepunkt der Fanliebe, die Said El Mala beim 1. FC Köln entgegenschlägt. Als sich der Nationalspieler am Dienstagabend gegen Union Berlin nach 82 Minuten in seinen verdienten Feierabend verabschiedete, besangen die Anhänger der Geißböcke ihn ohrenbetäubend laut.
El Mala spazierte vor der Südkurve entlang, klatschte in die Hände – und genoss einfach. „Ich hatte Gänsehaut“, gab er nach dem 5:0-Erfolg in der 2. Runde des DFB-Pokals zu und ergänzte wohlwissend: „Weil das nicht normal ist, wie die Fans da hinter einem Spieler stehen.“
El Mala: „Viel Last abgefallen“
Nicht normal war an diesem Abend auch El Malas Leistung. Mit zwei Toren und einer Vorlage führte der 20-Jährige die gegen Schalke zuletzt so harmlosen Kölner zu einem Pokal-Spektakel und damit auch ins Achtelfinale.
Eine Gala, die im RheinEnergieStadion für reichlich Erleichterung sorgte. „Es ist extrem viel Last abgefallen“, machte El Mala keinen Hehl daraus, dass die Mannschaft und Trainer René Wagner nach der Nullnummer gegen Schalke erheblich unter Druck gestanden hatten. „Wir haben uns ein bisschen den Frust weggeschossen. Das fühlt sich einfach geil an, hier zu Hause 5:0 gewonnen zu haben.“
Für den FC war es die mit Abstand beste Leistung der Saison, für El Mala ebenfalls. Wie schon nach dem Derbysieg wurde er als Man of the Match ausgezeichnet. Doch anders als gegen Gladbach trat er mit weitaus mehr Effizienz auf und bewies bei der Vorlage für Linton Mainas 2:0 zudem, dass er das Auge für seine Mitspieler hat.
„Es hat extrem Spaß gemacht, hier mit den Jungs zu kicken“, gab El Mala anschließend zu Protokoll, was keinem der 49.000 Zuschauer in Müngersdorf entgangen war. „Wir haben uns in jeden Zweikampf reingehauen, waren griffig, waren da. Wir hatten Bock, Tore zu schießen.“
Und das wurde von den Rängen honoriert. „Geisteskrank“, kommentierte der Matchwinner die Atmosphäre. „Die Stimmung im Stadion ist schon immer top-top, aber heute wurde das noch mal übertroffen. Die Fans kriegen hier fünf Tore und ein super Spiel zu sehen. Dann werden sie noch ein bisschen lauter und schreien sich alles raus.“
Kein Malek-Debüt, doch: „Er genießt es sehr“
Wohl nur eine Sache hätte den Abend für Said El Mala noch perfekter gemacht – das Debüt seines Bruders Malek. Der 21-Jährige stand zum zweiten Mal im Profikader des FC, wurde jedoch wie schon gegen Schalke nicht eingewechselt. René Wagner entschied sich nicht für den großen Märchenmoment, sondern belohnte andere Spieler mit Einsatzzeit.
„Ich habe ihn ein bisschen aufgemuntert, dass er nicht reinkam.“ Die Botschaft des kleinen Bruders: „Es geht weiter, das weiß er auch.“ Sollte Malek an seine letzten Leistungen in der Regionalliga anknüpfen können, ist der doppelte El-Mala-Auftritt bei den Profis nur eine Frage der Zeit.
„Er weiß zu schätzen, dass er dabei ist. Er genießt es sehr, das merke ich“, sagte Said, dem es selbst „extrem viel“ bedeutet, solche Gänsehautmomente wie am Dienstag mit seinem Bruder genießen zu können. „Ich habe ihm gesagt, dass es nichts Geileres gibt.“








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