Nach einem starken Sommer hat Jan Thielmann seinen Stammplatz beim 1. FC Köln schnell verloren. René Wagner sieht in dem Eigengewächs zwar ein Vorbild an Einsatz, setzte den 24-Jährigen nach dem zweiten Spieltag jedoch nur noch zwölf Minuten ein.
Jan Thielmann war frohen Mutes. Zum Ende der Saisonvorbereitung wurde der dienstälteste Profi des 1. FC Köln von René Wagner als einer der Gewinner des Sommers gelobt. Thielmann selbst sagte vor dem Pokalauftakt in Würzburg: „Es war auf jeden Fall eine meiner besseren Vorbereitungen.“ Nun müsse der Trainer entscheiden, wer spielt. Doch: „Ich würde meine Chancen relativ hoch ansetzen.“
Zwei Monate später sieht die Welt anders aus. Zwar behielt Thielmann Recht und zählte zunächst zur Stammelf – allerdings nur bis zum zweiten Spieltag in Stuttgart, als er zur Pause ausgewechselt wurde. Denn, auch das sagte Thielmann schon zum Saisonstart: „Eine gute Vorbereitung ist erst die halbe Miete. Die heißt es, jetzt zu bestätigen.“ Genau das konnte der Rechtsaußen nicht.
Thielmann früh aus der Startelf auf die Bank
Weder in Würzburg noch gegen Hoffenheim und schon gar nicht in Stuttgart knüpfte Thielmann an seinen auffälligen Sommer an. Anschließend saß er gegen Bremen und den HSV über die vollen 90 Minuten auf der Bank. Selbst nach den Ausfällen von Thijs Dallinga und Ragnar Ache waren nur zwölf Minuten gegen Gladbach drin. In Frankfurt, als es galt, einen Rückstand aufzuholen, blieb der Offensiv-Allrounder wieder auf der Bank.
„Ich kann leider nur elf Spieler aufstellen, kann fünf Spieler einwechseln“, sagte René Wagner unter der Woche und weiß natürlich: „Es gibt immer Spieler, die weniger Minuten sammeln werden, als sie möchten.“ Thielmann gehört zweifellos dazu, gehe aber „super“ mit der Situation um.
Wir können uns in die Augen schauen und er gibt jeden Tag Gas. Ich kann nicht nach mehr fragen.
René Wagner über Thielmann
Wagner berichtete bei der Pressekonferenz am Donnerstag über Thielmann: „Ich habe ihn heute noch als Beispiel vor der Mannschaft genommen. Er gibt in jedem Training 100 Prozent. Das ist eine seiner großen Stärken, sich jeden Tag reinzuhauen. Was dabei rauskommt, müssen das Trainerteam und ich entscheiden.“ Aktuell ist es offenbar nicht genug – oder entspricht nicht den Anforderungen.
Pierre Littbarski beobachtet die Entwicklung des 20-maligen U21-Nationalspielers mit Sorge. „Thielmann muss sich strecken. Er kann viel mehr, ist aber ein totaler Mitläufer“, sagte die FC-Legende zuletzt bei Weltmeisterliche Gespräche, einem gemeinsamen Talk mit Thomas Häßler im Deutschen Sport & Olympia Museum.
Thielmann „natürlich nicht zufrieden mit Einsatzminuten“
„Natürlich ist er nicht zufrieden mit seinen Einsatzminuten – es wäre schlimm, wenn er das wäre“, so Wagner, der aber betonte: „Wir sind ganz klar in der Kommunikation miteinander. Wir können uns in die Augen schauen und er gibt jeden Tag Gas. Ich kann nicht nach mehr fragen, er liefert jeden Tag ab.“
Der Kölner Coach setzt in der Offensivreihe allerdings auf andere. Nationalspieler Said El Mala ist mit seinen Qualitäten unantastbar. Hinzu kommt mit Mikey Moore ein weiterer Ausnahmekönner, doch selbst der saß zuletzt gemeinsam mit Thielmann auf der Bank. Ohne die verletzten Ache und Dallinga braucht Wagner die Körperlichkeit von Marius Bülter.
Zudem konnte Linton Maina seine starke Vorbereitung anders als Thielmann auf die Pflichtspiele übertragen – auch der Flügelflitzer hat derzeit klar die Nase vorne. „Nichtsdestotrotz gibt er alles für den FC und zerreißt sein Herz in jeder Sekunde auf dem Platz“, weiß der FC-Trainer, dass Thielmann nicht aufgeben wird: „Das ist das Wichtigste für mich.“








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