„Kein Ausschlusskriterium“: Ist das Wagners Derby-Elf? Gladbach-Sorgen noch größer

FC-Trainer René Wagner will seinen ersten Derby-Sieg. (Foto: Bucco)
FC-Trainer René Wagner will seinen ersten Derby-Sieg. (Foto: Bucco)

Heute gilt’s: Nach wechselhaften ersten Wochen will der 1. FC Köln seiner Saison ein erstes positives Ausrufezeichen verleihen. Vor dem rheinischen Derby gegen Borussia Mönchengladbach gibt es auf beiden Seiten personelle Fragezeichen. Die größeren Sorgen haben wohl die Fohlen.

Für René Wagner kann es am Sonntagnachmittag nur ein Ziel geben: „Gas geben und dafür sorgen, dass die Gladbacher weiterhin mit null Punkten dastehen“, sagt der Trainer des 1. FC Köln. Nach drei sieglosen Spielen würde ein Derby-Erfolg den Geißböcken in der Tabelle weiterhelfen. Im gleichen Maße würde er Wagner persönlich guttun, um die Kritik im Umfeld vorerst verstummen zu lassen.

Doch auch sein Gladbacher Kollege Alexander Blessin sieht „die Zeit reif“ für einen Sieg. Genauer gesagt: Für den ersten Saisonsieg. Der Ex-Pauli-Trainer trat in der Länderspielpause die Nachfolge von Eugen Polanski an, übernahm einen Tabellenletzten mit vier Pleiten in vier Partien bei im Schnitt vier Gegentoren.

Gladbach mit anhaltenden Verletzungssorgen

Die Trainer der rheinischen Rivalen teilen sich allerdings nicht nur die Siegpflicht, sondern auch die personellen Sorgen. In Köln hat sich die zuvor komfortable personelle Situation durch die Verletzungen von Thijs Dallinga und Ragnar Ache verschärft, Gladbach wiederum kämpft schon die ganze Saison mit einer Verletzungsmisere.

Jens Castrop (Schulter-OP), Franck Honorat (Muskelverletzung), Nicolas Kühn (Muskelbündelriss) und Enzo Leopold (Kreuzbandriss) fallen definitiv aus. Bei Ko Itakura und Kapitän Tim Kleindienst hofft Blessin auf „eine Punktlandung“ für das Derby. „Da müssen wir abwarten, wie sich das entwickelt. Ich habe noch Hoffnung, dass sie zur Verfügung stehen.“ Wobei die Routiniers am Fehlstart nicht ganz unbeteiligt waren.

Der FC will diesen Fehlstart verlängern und kann dabei uneingeschränkt auf seine Nationalspieler zurückgreifen – zumindest eine gute Nachricht nach den schmerzhaften Diagnosen von Dallinga und Ache. Auch Luka Lochoshvili und Isak Johannesson, die für Georgien und Island in gleich vier Nations-League-Partien in der Startelf standen, seien bereit.

FC-Nationalspieler „ohne Probleme“

Wagner ist viel Einsatzzeit lieber als zu wenig. „Es ist wichtig, dass die Jungs weiter im Rhythmus geblieben sind. Beide haben vier Spiele gemacht und viel geleistet in den Spielen. Sie sind verletzungsfrei und ohne Probleme zurückgekommen“, erklärt der FC-Trainer. „Bei beiden gibt es gar keine Thematiken, sie haben in allen Spielen Gas gegeben – genauso wie alle anderen, die spielen durften in der Pause.“

Bis auf Rav van den Berg kamen alle Nationalspieler zum Einsatz. Johannesson und Jahmai Simpson-Pusey, der für Englands U21 debütierte, standen noch am Dienstagabend auf dem Rasen. „Am Donnerstag hatten sie noch Regeneration. Es war für beide wichtig, die Beinchen zu lockern und in die Massage zu gehen“, berichtet Wagner und schließt eine Startelf-Nominierung der beiden nicht aus: „Sie sind eine Option.“

Zur Nationalmannschaft zu fahren, ist natürlich kein Ausschlusskriterium. Es ist nicht so, dass man zurückkommt und nicht spielen kann – ganz im Gegenteil.

René Wagner

Ganz generell betont der Kölner Coach: „Zur Nationalmannschaft zu fahren, ist natürlich kein Ausschlusskriterium. Es ist nicht so, dass man zurückkommt und nicht spielen kann – ganz im Gegenteil. Andere Vereine haben noch mehr Spieler, die wegfahren. Wenn sie die Jungs dann nicht spielen lassen könnten, hätten sie niemanden mehr.“

Zumal gerade Johannesson und Lochoshvili die Reisen gewohnt sind. „Für Spieler wie Jahmai, die zum ersten Mal dabei waren, ist es natürlich etwas Neues. Aber damit wird er umgehen und lernen“, ist sich Wagner sicher.

Dass er in der zuletzt nicht sattelfesten Viererkette dennoch tauscht und mit Joel Schmied auf einen Spieler vertraut, der die Länderspielpause am Geißbockheim verbracht hat, ist nicht ausgeschlossen. Unausweichlich ist der Wechsel von Alessio Castro-Montes (Trainingsrückstand nach Muskelverletzung) zum nach Muskelverletzung wieder fitten Sebastian Sebulonsen.

Wer stürmt und damit Ache und Dallinga ersetzt, wollte Wagner vorab nicht verraten (der GEISSBLOG berichtete). Doch setzt der FC-Trainer nicht auf eine „falsche Neun“, sollte Marius Bülter das Vertrauen erhalten – womöglich mit El Mala an seiner Seite, statt wie zuletzt im 4-2-3-1-System auf der linken Außenbahn.

So könnte der 1. FC Köln beginnen: Schwäbe – Sebulonsen, Simpson-Pusey, Lochoshvili, Mensah – Krauß, Skhiri – Moore, Maina – Bülter, El Mala

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