„Solange wir eins mehr schießen…“: Die größte Stärke! Ist der Knoten geplatzt?

Mikey Moore ist einer der Kölner Hoffnungsträger. (Foto: Bucco)
Mikey Moore ist einer der Kölner Hoffnungsträger. (Foto: Bucco)

Alles redet über die Serie des 1. FC Köln, seit Januar nicht mehr zu null zu spielen. Doch die größte Stärke der Geißböcke ist ohnehin die Offensive. Ist jetzt der Knoten geplatzt – auch ohne die beiden etatmäßigen Mittelstürmer?

Der 1. FC Köln geht nach dem Derbysieg mit Mut in das Auswärtsspiel bei Eintracht Frankfurt. Dort soll nicht nur der erste Auswärtssieg seit einem Jahr gelingen, sondern im Bestfall auch das erste Zu-Null-Spiel seit Januar. Doch Letzteres wäre wohl nicht so wichtig, solange am Ende drei Punkte stünden. Beides zusammen wäre die Kirsche auf der Torte.

Zehn Gegentore in fünf Spielen sind alles andere als optimal, zumal die Geißböcke außer gegen Stuttgart noch keines der Top-Teams vor der Brust hatten. Und so setzt Trainer René Wagner im Training auch darauf, schrittweise zu mehr Stabilität zurückzufinden. Ein erster Hinweis: kein Standard-Gegentor gegen die Borussia.

Chancen-Tabelle zeichnet ein überraschendes Bild

Doch Wagner will eigentlich ohnehin für eine eher offensive Spielweise stehen, für mehr Angriff als Verteidigung, für ein 3:2 statt ein 1:0. Und tatsächlich: Ein Blick in die Bundesliga-Statistiken zeigt: Der FC gehört zu den bislang offensiv aktivsten Mannschaften der Liga, auch wenn spielerisch bei den Geißböcken längst noch nicht alles funktioniert.

Laut der kicker-Datenbank hat der FC kein Problem, sich Chancen herauszuspielen, sondern sie zu verwerten. 35 Torchancen sind bislang verzeichnet, damit liegt der FC direkt hinter Überraschungs-Tabellenführer Freiburg (36) auf Platz sechs der Chancen-Tabelle, und das noch vor Borussia Dortmund (33). Das Problem: Teams wie Freiburg (38,9%) oder der BVB (33,3%) verwerten mindestens jede dritte Chance – der FC hingegen nicht einmal jede vierte. Mit 22,9% Chancenverwertung liegt der FC im Ligavergleich auf Platz 15 nur vor Union, Paderborn und Schalke.

FC gibt die fünftmeisten Torschüsse der Liga ab

Dazu passt: Laut der Bundesliga-Datenbank hat der FC bereits 82 Torschüsse in fünf Spielen abgegeben und damit die fünftmeisten in der Liga. Nur Bayern (115), Leverkusen (101), Leipzig (91) und Hoffenheim (89) haben häufiger das gegnerische Tor ins Visier genommen. Das Problem auch hier: Mit acht Toren aus fünf Spielen liegt der FC nur auf Rang elf der Liga im direkten Tor-Vergleich. Aufwand und Ertrag stehen bislang also in einem krassen Missverhältnis.

Das weiß auch Wagner. Über seine Defensive sagt der FC-Coach: „Für alle geht es darum, stabiler zu werden. Das schaffen wir als Gruppe und wir haben gegen Gladbach viel wegverteidigt.“ Über seine Offensive sagt er dagegen: „Solange wie eins mehr schießen als der Gegner, gewinnen wir Spiele – aber natürlich ist es unser Anspruch, uns auch defensiv weiter zu verbessern.“ Sollte der FC es jetzt aber noch schaffen, defensiv stabiler und offensiv effizienter zu werden, könnte es eine gute Saison werden für die Geißböcke.

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