Da war mal wieder mehr drin. Nach der 1:2-Niederlage gegen Bayer Leverkusen saß der Frust beim 1. FC Köln tief. Besonders anzumerken war das Said El Mala. Kurz nach Abpfiff ließ der Nationalspieler im Interview mit DAZN erst mal Dampf ab. Die Stimmen zum Derby.
Aus dem RheinEnergieStadion berichten Alexander Haubrichs und Marc L. Merten
Said El Mala
„Wir müssen schauen, was uns gefehlt hat. Es ist schwer zu sagen nach dem intensiven Spiel. Ich hatte ein richtig gutes Gefühl auf dem Platz. Wir waren griffig, sind denen auf den Sack gegangen, worauf die gar keinen Bock hatten. Das hat man gemerkt. Bei jedem Foul haben sie sich keine Ahnung wie viel mal gedreht – das hat meiner Meinung nach nichts mit Fußball zu tun. Das ist schon ein bisschen lächerlich. Aber wenn der Schiri so pfeift, dann pfeift er so. Fußball ist immer noch ein Fairplay-Sport. Wenn einer liegt und die Leverkusener weiterspielen, das geht überhaupt nicht in meinen Kopf rein, warum man das macht. Ich finde, wir haben ein gutes Spiel gemacht, sind noch mal zurückgekommen – ein bisschen zu spät. Der Freistoß ist unhaltbar. Beim zweiten Tor ist Joel, glaube ich, ein bisschen unglücklich weggerutscht. Wir haben uns gute Chancen erarbeitet, nichtsdestotrotz war Leverkusen in manchen Situationen auch einfach zu gut. Es fühlt sich gerade natürlich scheiße an. Dass mein Bruder mir das Tor aufgelegt hat, freut mich, aber ich hätte lieber die drei Punkte gehabt.“
Marvin Schwäbe
„Es ist extremst bitter. Wir hatten uns heute viel vorgenommen und haben sehr lange gekämpft. Im letzten Drittel wollte es nicht funktionieren. Es tut natürlich weh gerade. Es war ein super Freistoß und unser Tor kam leider zu spät. Wir stehen in der Grundstruktur defensiv sehr gut, da haben wir einen Step nach vorne gemacht. Das Thema ist, dass wir im letzten Drittel noch ein Stück weit unsauber sind und mehr Ruhe brauchen, damit wir zu unseren Möglichkeiten kommen. Dafür haben wir jetzt zwei Wochen Zeit. Die Atmosphäre heute war zu erwarten und kam von beiden Seiten. Ich glaube, das war okay und nicht groß unfair. Außer ein, zwei Szenen, wo man sagt: Okay, warum spielen die jetzt weiter, wenn ein Spieler am Boden liegt?. Es ging darum, das Spiel anzunehmen, das haben wir getan. Ich glaube, dass wir ein gutes Spiel gemacht haben. Ich kann meiner Mannschaft nichts absprechen, wir haben sehr gut dagegengehalten. Es hat heute leider nicht sollen sein.“
Thomas Kessler
„Ich bin enttäuscht, so wie alle, die heute das Stadion verlassen. Es ist immer schwer, nach so einer knappen Niederlage zu sagen, dass mehr drin gewesen wäre. Wir müssen uns den Vorwurf machen, dass wir die Chancen, die wir heute hatten, leider nicht in dem Ausmaß genutzt haben, dass es zu mehr gereicht hat. Das Spiel wurde von beiden Seiten emotional geführt. Die Jungs haben das angenommen. Wir mussten mit Härte dagegenhalten, das haben beide Mannschaften getan. Saids Einschätzung wird der eine oder andere teilen. Vor dem 0:1 war es für mich ein klares Foul. Paul Okon-Engstler hat ein sehr gutes Spiel gemacht, aber wenn du mit diesen Emotionen in das Spiel gehst, bist du vielleicht ein Stück weit zu gierig. Schick ist ein Top-Stürmer, der weiß, dass da einer kommt. Dass sie dann auch einen Freistoßschützen haben, der das Tor macht, kostet ganz viel Geld und hat mit Qualität zu tun. Es ist super ärgerlich, dass wir so in Rückstand geraten, aber ich fand die Reaktion der Mannschaft gut. Wir hatten sofort danach die Riesenchance zum 1:1. Ich kann mich wiederholen: Wir haben aus dem, was wir spielerisch umgesetzt haben, leider zu wenig gemacht.“
René Wagner
„Wir haben es leidenschaftlich verteidigt, haben alles reingeschmissen. Es war eine Super-Atmosphäre. Es tut mir leid, dass wir 1:2 verloren haben, aber wir müssen die positiven Dinge mitnehmen. Uns fehlt in einigen Phasen das Glück. Kein Vorwurf an die Spieler, wir müssen einfach weiterarbeiten. Wir haben es geschafft, gegen eine Mannschaft, die andere Ziele hat als wir, gefährlich zu werden.“
Carles Martínez
„Es war ein schweres Spiel für uns, weil wir viele Spiele zuletzt hatten. Wir mussten bereit sein. Das ist uns gelungen. Wir haben uns gegenseitig geholfen, waren kompakt, physisch. Wir waren dann da, haben nicht viel zugelassen und das zweite Tor gemacht. Es ging darum, den Fußball zu spielen, den wir brauchen, um das Spiel zu gewinnen. Das haben wir getan.“







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