Nur der Jubel schmerzt: „Er ist viel zu gut!“ Der nächste Traum der El Malas

Said El Mala hatte vergangene Saison in seinem zweiten Bundesliga-Spiel erstmals getroffen – Malek schlug direkt beim Debüt zu. (Foto: IMAGO / Jan Huebner)
Said El Mala hatte vergangene Saison in seinem zweiten Bundesliga-Spiel erstmals getroffen – Malek schlug direkt beim Debüt zu. (Foto: IMAGO / Jan Huebner)

Dieser Auftritt gehört schon jetzt in jeden Saisonrückblick: Für Said und Malek El Mala hat sich der Traum vom ersten gemeinsamen Bundesliga-Spiel erfüllt. Bei seinem Debüt rettete Malek den 1. FC Köln vor einer Niederlage bei Union Berlin (1:1). Der nächste Traum wartet bereits.

Womöglich wäre diese Geschichte in Hollywood abgelehnt worden, weil sie fast schon zu kitschig ist. Im Nachwuchs von Borussia Mönchengladbach wurden Said und Malek El Mala einst aussortiert, doch über Meerbusch und Viktoria Köln kämpften sie sich auf die große Bühne. Jetzt jubeln die El Malas zusammen in der Bundesliga – genau 40 Jahre nach Klaus und Thomas Allofs hat der 1. FC Köln wieder ein Brüderpaar.

Seit ihrem gemeinsamen Wechsel ans Geißbockheim hatten Said und Malek genau diesem Tag entgegengefiebert. Am Sonntag lief an der Alten Försterei die 72. Minute, als Malek eingewechselt wurde und somit in der Bundesliga debütierte. Nur sieben Minuten später war es ausgerechnet der 21-Jährige, der zum 1:1 traf und dem FC einen Punkt gegen Union Berlin rettete.

Said über Malek El Mala: „Wie ein Verrückter“

Malek konnte sein Glück kaum fassen, jubelte mit seinen Teamkollegen. Said, der den Ball zuvor nach einem kurz ausgeführten Eckball in den Strafraum befördert hatte, genoss das Bild zunächst aus der Ferne, erklärte später schmunzelnd: „Ich musste erst schauen, ob er es wirklich war.“

Natürlich folgte noch eine Extraeinlage der Brüder. Nachdem sich das Kölner Jubel-Knäuel aufgelöst hatte, setzten Malek und Said zum Freudensprung an. Der Chest-Bump, also der gemeinsame Brust-an-Brust-Jubel, sei nicht abgesprochen gewesen. Said winkte lachend ab: „Das war ganz spontan. Er hat irgendwie auf seine Brust geklopft wie so ein Verrückter.“ Maleks Zwischenruf: „Ja, selber! Guck mal auf Video.“ Said: „Dann bin ich da einfach hingelaufen. Seitdem habe ich auch ein bisschen Brustschmerzen.“

Said und Malek El Mala nach dem 1:1 bei Union Berlin. (Foto: IMAGO / Jan Huebner)
Said und Malek El Mala nach dem 1:1 bei Union Berlin. (Foto: IMAGO / Jan Huebner)

Doch an diesem historischen Nachmittag schmerzte bei den El Malas nur der Jubel. Malek, der nach vielen Verletzungssorgen mit der U21 in die Saison gestartet war und zuletzt aufgrund der Ausfälle von Thijs Dallinga und Ragnar Ache zu den Profis aufrückte, gestand: „Ich kann das alles noch gar nicht zuordnen, aber es fühlt sich unglaublich an – vor allem, zusammen mit meinem Bruder auf dem Platz zu stehen.“

Said hatte keinerlei Zweifel daran, dass dieser Moment kommen würde. Was den DFB-Star so sicher gemacht hat? „Seine Qualität. Jeder sieht, was Malek kann. Er hat die letzten Wochen viel gearbeitet. Seine Qualität ist viel zu gut, um nicht in der Bundesliga spielen zu dürfen.“

Malek El Malas steiniger Weg in die Bundesliga

Dennoch war der Weg steinig. In der vergangenen Saison war Malek über Monate aufgrund eines Muskelrisses ausgefallen. Es war längst nicht seine einzige Verletzung, wieder und wieder wurde er zurückgeworfen. „Verzweiflung war da nie – aber immer dieser Rückschlag, fast von neu anzufangen. Trotzdem habe ich nie aufgegeben und heute hat es mal geklappt“, freute er sich nach seiner Premiere in der Bundesliga. Er habe zunächst „auf ein paar Minuten gehofft“ und „nicht direkt mit 20“ gerechnet. Doch René Wagner benötigte im Rückstand dringend einen Neuner. „Der Trainer hat gesagt, ich soll einfach mein Ding machen.“

Und genau das hat Malek auch gemacht. „Die Flanke kam abgefälscht. Ich stand richtig, habe den Fuß hingehalten und dann geht er rein“, schilderte der 1,94 Meter große Angreifer seinen Treffer – auch gut eine Dreiviertelstunde nach Abpfiff noch mit einer gewissen Ungläubigkeit.

Auf den Jubel mit Said folgte ein gemeinsamer Interview-Marathon, parallel dürfte Maleks Handy vor Nachrichten übergequollen sein. Said richtete den Blick noch in den Katakomben der Alten Försterei nach vorne: „Malek hat seine Qualität direkt gezeigt. Ich freue mich auf die nächsten Spiele mit ihm“, ist der 20-Jährige davon überzeugt, dass auf Maleks Premiere weitere gemeinsame Einsätze folgen werden. Womöglich schon am kommenden Sonntag im kleinen Derby gegen Bayer Leverkusen.

Nachdem das Debüt abgehakt ist, dürfte klar sein, wie der nächste Traum aussieht: Zusammen ins RheinEnergieStadion einlaufen. Die El Malas gemeinsam in der Startelf? „Hoffentlich“, sagte Said und kann es selbst wohl kaum erwarten.

Nichts vom FC verpassen: Macht den GEISSBLOG zu eurer bevorzugten Quelle bei Google.
Ein Klick, ein Häkchen, mehr nicht: GEISSBLOG als bevorzugte Quelle hinzufügen →

DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

DISKUTIER MIT!

Willkommen im Kommentarbereich des GEISSBLOG!
Hier kannst du über den 1. FC Köln diskutieren und dich mit anderen Usern austauschen. Bitte beachte dabei die Spielregeln in unserer Netiquette! Du findest sie hier und kannst sie jederzeit nachlesen. Viel Spaß!
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
3 Kommentare
Neueste
Älteste Meistbewertete