Beim 1. FC Köln hat der Wahlkampf begonnen. Das Team um Carsten Wettich präsentiert mächtige Mitstreiter. Der Mitgliederrat hält sich dagegen konsequent bedeckt.
Carsten Wettich hat seine Kampagne gestartet, mit der sein Vorstandsteam die Führung beim 1. FC Köln übernehmen will. Zusammen mit Wilke Stroman als Präsidentschaftskandidat und Tugba Tekkal als erster potenzieller Vizepräsidentin in der Vereinsgeschichte hat Wettich einen deutlichen Gegenentwurf zu den bisherigen Vorstandsteams aufgestellt.
Kurioserweise auch als deutlichen Gegenentwurf zu seinem eigenen, bisherigen Team, welches Wettich selbst einst mit ausgesucht hatte. Für Werner Wolf und Eckhard Sauren geht mit dieser Amtszeit ihre Zeit an der FC-Spitze wohl zu Ende. Wer darauf folgt, entscheiden die Mitglieder im Herbst. Wettich will unbedingt an der Macht bleiben und hat sich dafür Unterstützung ins Boot geholt.
Podolski und Tekkal werben für Trio
Nicht nur Stroman und Tekkal, sondern auch Mike Kleiß. Der Kommunikationsberater ist nach GEISSBLOG-Informationen erneut als PR-Manager tätig, nachdem Kleiß Wettich bereits mehrfach in den vergangenen Jahren beraten hatte. So verwundert es nicht, dass nach dem Kick-off der eigenen Kampagne nun weitere Unterstützer öffentlich wurden.
Lukas Podolski positionierte sich öffentlichkeitswirksam über die SportBild und stellte sich hinter seinen langjährigen Geschäftspartner Stroman. Dazu stellte Düzen Tekkal, selbst eine politisch bekannte Stimme in Deutschland, die Kandidatur ihrer Schwester Tugba via Instagram ins breite Licht der Öffentlichkeit. „Für mich seid ihr ein Traum-Trio! Ich bin mir sicher, dass ihr zu dritt viel bewegen und vorantreiben könnt für den Club“, schrieb Düzen Tekkal an ihre über 200.000 Follower.
Druck auf Mitgliederrat soll steigen
Das Ziel dieses Wahlkampfs scheint klar: Wettich will den Druck auf den Mitgliederrat erhöhen, denn je häufiger Größen wie insbesondere Podolski öffentlich erklären, dass das Trio Stroman, Tekkal und Wettich ihre Wunschkandidaten seien, desto höher soll die Hürde für das Gremium sein. Denn der Mitgliederrat will eigentlich selbst ein Trio zusammenstellen und wurde zwar weniger von Wettichs neuem Team, sehr wohl jedoch von der Medienoffensive überrascht.
Fraglich ist jedoch, ob diese Medienoffensive Früchte trägt. Nach GEISSBLOG-Informationen sieht der Mitgliederrat die Vorstöße in der Öffentlichkeit kritisch. Mit allen anderen Kandidaten war Stillschweigen über alle Gespräche vereinbart worden, mehrheitlich wurde sich bislang daran gehalten. Kaum ein Name ist nach außen gedrungen. Aus gutem Grund: Auch mediale Zurückhaltung wurde als wichtiges Kriterium bei der Auswahl für das Vorstandsteam definiert.
Podolski lag bislang zweimal daneben
Wettich, Stroman und Tekkal haben sich nun also zwar öffentlich positioniert und ihre ersten Unterstützer auftreten lassen. Die Frage ist, wie gewichtig insbesondere Podolskis Stimme tatsächlich ist. 2011 hatte sich Podolski für den geschwächten Wolfgang Overath stark gemacht, dann war dieser aber zurückgetreten. 2012 hatte Podolski sein Gewicht hinter Karl-Heinz Thielen geworfen, der mit seinem Team dann aber gegen Werner Spinner unterlag.
Nun hat sich Podolski erneut frühzeitig für ein Team festgelegt, obwohl er die alternativen Kandidaten noch nicht kennt. Der Mitgliederrat weiß: Der eigene Vorschlag muss überzeugen. Entweder wählt das Gremium tatsächlich das Wettich-Trio oder es präsentiert eine Alternative. Diese müsste dann aber stark genug sein, um sich im Zweifel auch in einer Kampfabstimmung gegen Wettich, Stroman und Tekkal durchzusetzen. Denn dass dieses Trio davon überzeugt ist, die beste Wahl zu sein, scheint nach dem medialen Auftakt klar.








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