Der 1. FC Köln ist auf dem Weg in die Bundesliga. Nach dem 2:1-Erfolg in Nürnberg fehlt höchstens noch ein Punkt. Beim Last-Minute-Auswärtssieg überzeugte vor allem Florian Kainz. Aber nicht nur der Doppelpacker legte eine klare Leistungssteigerung hin. Die Einzelkritiken und Noten.
Tor & Abwehr
Marvin Schwäbe
Der Torhüter war lange Zeit ein Zuschauer mit Stehplatz im FC-Strafraum. In der ersten Halbzeit bekam Schwäbe keinen einzigen ernstzunehmenden Abschluss auf sein Tor – 38 Sekunden nach Wiederanpfiff lag der Ball aber plötzlich in seinem Netz. Auszeichnen durfte sich Schwäbe auch im Anschluss nicht.
GEISSBLOG-Note: 3,0
Jusuf Gazibegovic
Gazibegovic kehrte nach sechs verpassten Spielen aufgrund seines Syndesmoserisses nicht nur in den Kader, sondern direkt in die Startelf zurück. Er wurde frühzeitig ausgeknockt, als er den Ball aus kürzester Distanz gegen den Kopf bekam (8.), zeigte mit einer starken Grätsche am eigenen Sechzehner gegen Yilmaz aber, dass er voll da ist (17.). Der bosnische Nationalspieler präsentierte sich zweikampfstark (83 Prozent gewonnene Duelle) und schaltete sich in den richtigen Momenten in die Offensive ein. Er hielt ordentliche 62 Minuten durch.
GEISSBLOG-Note: 3,0
Timo Hübers
Hübers ermöglichte den Nürnbergern die einzige Großchance der ersten Halbzeit, als er den Ball an der eigenen Grundlinie verlor (34.) – da hatte der Kapitän großes Glück, dass der Club nicht zuschlug. Kurz nach Wiederanpfiff erzielte dann Antiste genau in seinem Rücken das 0:1 (46.). Der Innenverteidiger führte die meisten Zweikämpfe aller Kölner, gewann gut die Hälfte.
GEISSBLOG-Note: 4,5
Dominique Heintz
Dass man Heintz im ersten Abschnitt kaum wahrnahm, sprach für sein souveränes Auftreten. Beim 0:1 verlängerte er die Hereingabe unglücklich zu Antiste. Mit seiner Passsicherheit – am Freitagabend kamen 98 Prozent seiner Zuspiele an – war der Pfälzer wie gewohnt wichtig für den Kölner Spielaufbau. Nach 75 Minuten humpelte er angeschlagen vom Feld.
GEISSBLOG-Note: 3,5
Leart Pacarada
Der Linksverteidiger ersetzte nach seiner Gelb-Rot-Sperre den krankheitsbedingt fehlenden Max Finkgräfe und war mehr am Ball jeder andere Kölner. Insbesondere in Halbzeit eins gelang Pacarada auf seiner Seite ein gutes Zusammenspiel mit Kainz, wenngleich er selbst mit seinen Flanken glücklos blieb. Defensiv konnte er zunächst überzeugen, machte vor dem 0:1 dann aber überhaupt keinen Druck auf Vorlagengeber Janisch.
GEISSBLOG-Note: 3,5
Joel Schmied (ab 75. Minute)
Der Schweizer, zuletzt von Rückenbeschwerden und Problemen mit der Patellasehne gebremst, kam für Heintz in die Partie und sammelte so seine ersten Minuten seit gut einem Monat. Schmied rettete einmal für Nürnberg, als er im gegnerischen Strafraum einen Waldschmidt-Schuss blockte (83.).
GEISSBLOG-Note: keine Note
Mittelfeld
Eric Martel
Bei seinem 100. Pflichtspiel-Einsatz für den FC hatte der Mittelfeldchef im Zentrum neben Huseinbasic ganz klar den defensiven Part. Als Stabilisator vor der Viererkette schaltete er sich kaum mit nach vorne ein, war aber auch kaum zu überwinden – Martel gewann 89 Prozent seiner Zweikämpfe.
GEISSBLOG-Note: 3,0
Denis Huseinbasic
Huseinbasic kehrte wie erwartet in die Startelf zurück, ersetzte den gestrichenen Dejan Ljubicic. Er sorgte für mehr Struktur im Kölner Mittelfeld, trieb an – arbeitete aber auch stark mit zurück, wenn es notwendig war. Die ganz entscheidenden Szenen blieben ihm dennoch verwehrt.
GEISSBLOG-Note: 3,5
Jan Thielmann
Dank Gazibegovics Rückkehr durfte Thielmann wieder auf seine geliebte Rechtsaußen-Position rutschen und tat dem FC hier extrem gut. Das Eigengewächs machte mächtig Betrieb, hatte aber zweimal Alu-Pech: Erst traf Thielmann frei vor Torhüter Kukucka nur den Pfosten (19.), dann mit einem abgefälschten Schuss aus der Distanz die Latte (36.). Nach Gazibegovics Auswechslung rückte er zurück in die Viererkette.
GEISSBLOG-Note: 2,0
Luca Waldschmidt
Waldschmidt kam gut in die Partie, hatte mit der Hereingabe zum einkassierten Elfmeter (2.) sowie einem Schuss aus dem Rückraum (6.) gleich zwei auffällige Szenen. Er genoss mehr Freiheiten und tat sich überraschenderweise auch als durchsetzungsstarker Kämpfer hervor, gewann 89 Prozent seiner Zweikämpfe. Dass er vor dem 1:1 den Ball eroberte, indem er Jander stresste, kam also nicht von ungefähr.
GEISSBLOG-Note: 2,5
Florian Kainz
Kainz wirkte befreit, spielte wie verwandelt auf und konnte der FC-Offensive so viel mehr geben als zuletzt. Schon der Steckpass auf Thielmann war seine beste Aktion seit Wochen (19.). Doch dann kam die zweite Halbzeit, in der er sich und seine Mannschaft für eine starke Leistung belohnte. Mit seinem Doppelpack (67./90.) drehte er das Spiel und stieß das Tor zur Bundesliga ganz weit auf.
GEISSBLOG-Note: 1,0
Linton Maina (ab 62. Minute)
Maina kam nach 62 Minuten für Gazibgovic und schnappte sich kurz darauf vor dem Nürnberger Strafraum den Ball, um dann frei vor dem Tor an Kukucka zu scheitern (63.). Ein belebendes Element war er definitiv.
GEISSBLOG-Note: 3,0
Mark Uth (ab 90+6. Minute)
Uth löste Waldschmidt ab und erlebte die letzten Sekunden des Spiels auf dem Rasen.
GEISSBLOG-Note: keine Note
Angriff
Tim Lemperle
Lemperle, nach Kniebeschwerden rechtzeitig fit geworden, begann als alleinige Spitze eines starken Offensiv-Quartetts und stand nach nur eineinhalb Minuten im Mittelpunkt, als er einen Elfmeter herausholte – den Schiri Hartmann allerdings wieder einkassierte. Kurz darauf hätte der Stürmer das 1:0 machen müssen, als er schon an Kukucka vorbei war, aber den Ball nicht richtig traf (10.). Danach tauchte er lange Zeit ab – und schließlich furios wieder auf: Lemperle legte Kainz sowohl das 1:1 als auch das 2:1 auf, eroberte vor dem Siegtreffer stark den Ball.
GEISSBLOG-Note: 2,0








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