„Das, was ich für meine Zukunft suche“: Krauß über FC-Wechsel und Arroganz-Aussage

Tom Krauß im Trainingslager in Bad Waltersdorf. (Foto: GEISSBLOG)
Tom Krauß im Trainingslager in Bad Waltersdorf. (Foto: GEISSBLOG)

Tom Krauß gehört zu einem der bislang sechs Neuzugänge beim 1. FC Köln. Nach der zweiten Einheit im Trainingslager in der Steiermark sprach der Mittelfeldspieler über…

Aus dem Trainingslager in Bad Waltersdorf berichten Sonja Gauer und Marc L. Merten

…die ersten Wochen beim FC: „Die nächsten Tage werden sehr anstrengend. Die vergangene Woche war bereits sehr intensiv, das hat man dann auch im Testspiel gegen Fortuna Köln gemerkt. Ich war noch nie so kaputt nach einem Test. Die Woche war schon ein Fingerzeig, was in den nächsten Tagen noch auf uns zukommen wird. Aber wir brauchen die Körner für die Liga. Ich bin auch noch nicht am Ende meiner Vorbereitung. Ich weiß, was ich noch verbessern kann. Meine Fitness ist auch noch nicht am Anschlag.“  

…Spaß-Einheiten im Training: „Ich habe sehr gelacht. Ich hatte mit Heintzi davor eine Wette gemacht und habe mich sehr gefreut, ihn da zu sehen. So etwas brauchst du, eine gewisse Lockerheit. Das hat die Mannschaft. Ich fühle mich sehr wohl und die Mannschaft hat mich sehr gut aufgenommen. Solche Maßnahmen tun da natürlich immer gut.“ 

Darum hatte Krauß letzte Saison zwei Clubs

…seine vielen Vereine in den vergangenen Jahre: „Es gab Gründe, warum ich im letzten Jahr zwei Vereine hatte. In England gab es familiäre Probleme, warum ich dann wieder zurückgegangen bin. Die Bochum-Zeit war brutal wichtig für mich – dass ich nochmal in der Bundesliga spielen konnte, auch wenn wir es am Ende nicht geschafft haben. Für mich ist es jetzt ganz klar, dass ich mich hier länger etablieren will. Ich will nicht immer wieder woanders hingehen, ich will hier längerfristig bleiben.“

…seine Entscheidung für den FC: „Man sieht, wie riesig der Club ist, wie viele Fans auch hier sind. Das habe ich schon auf Schalke erlebt und da habe ich gemerkt, dass das zu mir passt. Meine Freunde leben zudem alle in der Umgebung. Man muss sich in einem Verein wohl fühlen. Ich habe es mir länger überlegt, aber schon nach zwei Wochen weiß ich: es war der richtige Schritt für mich. Ich habe früh gemerkt, dass das genau das ist, was ich für meine Zukunft suche.“ 

Langes Gespräch mit Lukas Kwasniok

…seine Eindrücke von Lukas Kwasniok: „Ich hatte ein sehr gutes, langes Gespräch mit ihm. Es ist immer gut, wenn es sich anfühlt, als wären es zehn Minuten. Letztlich haben wir aber eine Stunde gesprochen. Er hat mir gesagt, wo er mich sieht und wie er meine Stärken und Schwächen einschätzt. Ich gehe immer sofort zum Trainer und möchte eine Analyse machen, auch, wenn es nur gegen einen Viertligisten war. Ich bin da sehr offen und der Trainer auch. Es ist für mich sehr wichtig, dass der Trainer Spieler weiterentwickeln will. Er ist sehr klar in seinen Ansagen, diese Ehrlichkeit gehört aber dazu.“  

…seine Stärken auf dem Platz: „Ich habe in Bochum nochmal eine andere Spielintelligenz entwickelt. Ich habe da auch viel mehr mit dem Ball gemacht, auch mehr Verantwortung vom Trainer bekommen. Meine Stärken liegen aber auch gegen den Ball: dieses Ekelhafte, dieses ‚an mir kommst du nicht vorbei‘. Ich gebe die Bälle gerne weiter an die Spieler, die dann den Kreativ-Moment haben. Ich bin aber noch lange nicht am Ende, ich will mich immer noch weiterentwickeln.“  

Krauß: „Ich bin dazu bereit!“

…die Aussage von Bochum-Trainer Dieter Hecking, er sei ein arroganter Spieler: „Das Arrogante ist nicht darauf bezogen, wie ich als Typ bin. Da bin ich schon sehr locker. Aber ich habe ihn auch nochmal gefragt, was er damit gemeint hat. Ich war selbst ein bisschen überrascht. Auf dem Platz kann das schon mal so rüberkommen, wenn ich meinem Gegenspieler vielleicht verbal noch etwas mit auf den Weg gebe, wenn ich den Zweikampf gewonnen habe. Es ist ein komisches Wort, aber ich will auf dem Platz zeigen, dass an mir kein Vorbeikommen ist.“  

…möglichen Druck, bei so einem großen Traditionsverein zu spielen: „Ich spüre keinen Druck. Deswegen habe ich mich auch dafür entschieden. Am Ende musst du als Spieler für so etwas bereit sein. Ich habe das auch mit mir ausgemacht und mir ist klar geworden, dass ich dazu bereit bin. Das Negative gehört auch mal dazu und dann musst du den Fans eine Woche später zeigen, dass es nicht immer negativ sein wird.“ 

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