Der 1. FC Köln hat mit Marius Bülter den achten Neuzugang für die Bundesliga verpflichtet. Dem gegenüber stehen acht Abgänge. Wie hat sich der Kader bislang verändert?
Sportdirektor Thomas Kessler verpasst dem 1. FC Köln eine Generalüberholung. Sieben Neuzugänge hatte der FC in diesem Sommer schon präsentiert, am Donnerstag kam mit Marius Bülter die Nummer acht hinzu. Der Stürmer soll ein Loch helfen zu stopfen, das schon seit Jahren klafft.
Das gilt aber nicht nur für Bülter. Der FC musste nach der Transfersperre frisches Blut in den Kader bringen und Spieler aussortieren, die schon länger keine Chance mehr haben. Ein Vergleich von Position zu Position zeigt, wie sich die Geißböcke für die Bundesliga neu aufgestellt haben.
Alt: Anthony Racioppi – Neu: Ron-Robert Zieler
Der FC hat auf der Torhüter-Position hinter Marvin Schwäbe aufgeräumt. Jonas Urbig (im Winter), Anthony Racioppi und Philipp Pentke (im Sommer) sowie U21-Keeper Jonas Nickisch und Alessandro Blazic sind weg. Gekommen ist mit Ron-Robert Zieler der mit Schwäbe beste Torhüter der 2. Bundesliga in der abgelaufenen Saison. Kölner, Weltmeister, FC- und Bundesliga-erfahren: Mit Zieler hat der FC die Nummer zwei hochklassig besetzt. Weder Pentke noch Racioppi hatten noch das nötige Niveau.
GEISSBLOG-Fazit: Deutliche Verbesserung.
Alt: Rasmus Carstensen – Neu: Sebastian Sebulonsen
Hinten rechts war eine der großen Baustellen, nachdem Benno Schmitz abgegeben und Rasmus Carstensen verpflichtet worden war. Der Transfer des Dänen jedoch war ein Missverständnis. Nach der Leihe nach Polen folgte nun die Rückkehr in seine Heimat. Für ihn kam Sebastian Sebulonsen. Der Norweger (kam von Bröndby IF) hinterlässt bislang einen körperlich robusten und offensivstarken Eindruck mit hohem Tempo, aber defensiven Schwächen. Erst der Bundesliga-Härtetest wird zeigen, welche Klasse der 25-Jährige hat.
GEISSBLOG-Fazit: Wohl eine Verbesserung.
Alt: Mathias Olesen – Neu: Tom Krauß
Neben Eric Martel hatte der FC in der abgelaufenen Saison nur Mathias Olesen als Back-up auf der Sechs. Der Luxemburger war ein verlässlicher, loyaler Profi, kam aber selbst in der 2. Liga an seine Grenzen. Tom Krauß hingegen soll nach den diversen Leihen nun das Upgrade sein, und der spielstarke Sechser zeigt in der Vorbereitung bereits, dass er das sein kann. Nicht nur ist er schneller als Olesen und giftig im Zweikampf, sondern hat am Ball mehr Lösungen als sein Vorgänger.
GEISSBLOG-Fazit: Deutliche Verbesserung.
Alt: Dejan Ljubicic – Neu: Isak Johannesson
Dejan Ljubicic hätte ein Star beim 1. FC Köln werden können, doch am Ende ging er, ohne dass noch einmal einen Eindruck hinterlassen hätte. Die ersten zwei Jahre beim FC konnte der Box-to-Box-Spieler überraschen und überzeugen, danach ging es leistungsmäßig bergab. Selbst in der 2. Liga war er kein Unterschiedsspieler mehr. Für ihn kam Isak Johannesson, der in Düsseldorf genau dies war. Schon jetzt zeigt sich: Der Isländer ist enorm spielstark, sein linker Fuß ist eine Waffe. Kann er dies in die Bundesliga transportieren, hat der FC mit seiner Verpflichtung alles richtig gemacht.
GEISSBLOG-Fazit: Wohl eine Verbesserung.
Alt: Marvin Obuz – Neu: Jakub Kaminski, Said El Mala
Die Flügelpositionen waren ein Schwachpunkt der Geißböcke, auch weil rechts Marvin Obuz keine Chance bekam und irgendwann in ein so tiefes Loch fiel, dass er auch keine Option mehr war. Obuz ging nach Essen, für ihn kamen Jakub Kaminski und Said El Mala. El Mala ist der Shootingstar, doch Kaminski bislang der Bessere im Training und in den Testspielen. In jedem Fall aber helfen beide dem FC klar weiter.
GEISSBLOG-Fazit: Deutliche Verbesserung.
Alt: Tim Lemperle – Neu: Ragnar Ache
Im Sturm hat sich beim FC einiges getan. Mark Uth hat seine Karriere beendet. Jaka Potocnik wurde verliehen. Sargis Adamyan und Florian Dietz wurden aussortiert, Steffen Tigges nach links verbannt. Und dann gingen auch noch die beiden Top-Torschützen der letzten Saison. Tim Lemperle verließ den FC in Richtung Hoffenheim. Schnell, variabel, viel Tiefe im Spiel und eine im Laufe der Saison bessere Abschlussqualität – Lemperle hat sich zu einem Bundesliga-Stürmer entwickelt mit noch viel Luft nach oben. Für ihn kam Ragnar Ache, der drittbeste Torjäger der abgelaufenen Zweitliga-Saison. Doch passt Ache zu Lukas Kwasniok und dessen Spielsystem? Lemperle hätte wohl besser gepasst. Bislang wirkt Ache noch nicht laufstark genug, muss viel mehr arbeiten als in Kaiserslautern. Das behagt ihm noch nicht.
GEISSBLOG-Fazit: Noch keine Verbesserung.
Alt: Damion Downs – Neu: Marius Bülter
Auch die zweite Stürmer-Position hat der FC neu besetzt. Damion Downs wollte Köln in Richtung England verlassen, der FC nahm für ihn viel Geld ein. Ein Deal, den die Geißböcke machen mussten. Doch auch mit ihm gingen nicht nur zehn Tore, sondern ein außergewöhnlicher Stürmer mit viel Qualität in und um den Strafraum, der als Rohdiamant noch hätte wachsen können. Hätte er aber sofort in der Bundesliga funktioniert? Für ihn kam nun Marius Bülter, ein purer Mentalitätsspieler, der nachgewiesen hat, dass er in der Bundesliga Tore schießen und darüber hinaus wichtig für eine Mannschaft sein kann. Mit seinen Qualitäten könnte er bestens zu Kwasniok passen. Daher zwar keine Verbesserung, aber Typ Stürmer und Spieler, der dem FC gefehlt hat.
GEISSBLOG-Fazit: Keine Verbesserung, aber eine Veränderung.
Noch offen: Ersatz für Max Finkgräfe
Der FC muss überdies noch Max Finkgräfe ersetzen. Auf links klafft noch ein großes Loch. Nach dem Abgang des Linksverteidigers muss aktuell Tigges dort aushelfen. Die Geißböcke brauchen einen schnellen Schienenspieler wie Derrick Köhn, der in der Lage ist, auch dank seines Tempos die linke Außenbahn defensiv wie offensiv alleine beackern zu können. Bis dahin muss Kwasniok experimentieren.
GEISSBLOG-Fazit: Hier muss der FC zwingend noch nachlegen.
Noch offen: Alternative in der Innenverteidigung
Nicht erst durch die Verletzung von Julian Pauli benötigt der FC in der Innenverteidigung noch frisches Blut. Elias Bakatukanda wurde erneut verliehen, Neo Telle muss verliehen werden, weil es für ihn noch nicht reicht. Darüber hinaus steht hinter dem Niveau von Dominique Heintz und Timo Hübers noch ein Fragezeichen. Zu viele Zweifel also, um die Position nicht anzurühren. Der FC will auf jeden Fall noch einen Linksfuß holen.
GEISSBLOG-Fazit: Der FC braucht dringend eine weitere Alternative.







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