Youth League in Müngersdorf? So viel verdient der FC mit Europa

Die Youth League kehrt am Mittwoch ins Franz-Kremer-Stadion zurück. (Foto: GEISSBLOG)
Die Youth League kehrt am Mittwoch ins Franz-Kremer-Stadion zurück. (Foto: GEISSBLOG)

Am Mittwoch wartet gegen den FC Midtjylland der nächste Europapokal-Auftritt auf die U19 des 1. FC Köln. Die Vorfreude auf den weiteren Verlauf der Youth League ist groß – der finanzielle Ertrag ebenfalls? Nachwuchschef Markus Halfmann klärt auf.

Das nächste Highlight wirft seine Schatten voraus: Nach dem ungefährdeten Erfolg gegen Racing Union Luxemburg wartet in der Youth League ein weitaus komplizierterer Gegner auf den 1. FC Köln. Am 26. November (18 Uhr) im Franz-Kremer-Stadion sowie am 10. Dezember (13.30 Uhr) in Dänemark geht es gegen den als Talentschmiede bekannten FC Midtjylland.

„Das Niveau zu vergleichen, ist nicht leicht“, tut sich Nachwuchschef Markus Halfmann schwer, die Chancen auf ein Weiterkommen der U19 seriös einzuschätzen. „Was man sagen kann“, so der neue Akademieleiter: „Sie werden definitiv deutlich besser sein als die Luxemburger.“

Midtjylland kann für Köln „gefährlich sein“

Schon allein wegen der erwähnten Club-Strategie warnt Halfmann: „Midtjylland ist als Verein dafür bekannt, auf junge Talente zu setzen und sie sehr früh wieder zu verkaufen. Das ist ihr Geschäftsmodell und eine Herangehensweise, die für uns in so einem Spiel gefährlich sein kann, weil sie viele junge Spieler haben, die schon Erfahrungen im dänischen Profifußball gesammelt haben und sich auf dieser Bühne zeigen wollen.“

Am Geißbockheim wird man den zweiten europäischen Kontrahenten daher keinesfalls unterschätzen. „Wir kommen als großer Bundesligist dahin und müssen darauf eingestellt sein, dass eine richtig gute Mannschaft auf uns wartet. Es wird auf alle Fälle ein interessanter Vergleich und keine Aufgabe, wo man schon mit einem Auge in die nächste Runde schielt“, gibt sich Halfmann zurückhaltend – wenngleich die nächste Runde, das Überwintern im internationalen Geschäft, natürlich das Ziel der Geißböcke ist.

30.000 Euro pro Auswärtsspiel

Finanzielle Hintergründe hat die große Freude über die zweite Youth-League-Teilnahme der Vereinsgeschichte indes nicht. Anders als in der Champions League der Profis lässt sich in der Königsklasse der U19 nicht wirklich Geld verdienen. „Nein, das kann man ganz transparent sagen“, klärt Halfmann über die Modalitäten auf: „Pro Auswärtsspiel erhalten wir von der UEFA 30.000 Euro.“

Gegen Racing Union Luxemburg, wo der FC per Bus anreisen konnte, habe man Plus gemacht. „Aber wenn wir nach Dänemark fliegen, zahlen wir drauf“, berichtet der Nachwuchschef. Auch der Gewinn bei Heimspielen halte sich in Grenzen: „Wenn hier in Köln 4.000 Zuschauer ins Franz-Kremer-Stadion kommen und jeder im Schnitt fünf Euro zahlt, gibt das auch ein bisschen Geld – aber unter dem Dach des 1. FC Köln ist das nicht der treibende Faktor“, so Halfmann, der zudem klarstellt: „Von der Geschäftsführung gibt es auch nicht die Erwartungshaltung, mit der Youth League Geld zu verdienen. Bei der Youth League geht es um sportliche Dinge.“

U19-Spiel im RheinEnergieStadion denkbar?

Die Einnahmen steigern könnte unter Umständen ein Umzug ins RheinEnergieStadion – falls Midtjylland bezwungen wird und anschließend ein klangvoller Gegner auf die Geißböcke wartet. Ab dem Sechzehntelfinale treffen die Teilnehmer des Meisterwegs, in dem sich der FC als deutscher Titelträger befindet, auch auf die Nachwuchsmannschaften der Champions-League-Teams, die aktuell wie die Profis eine Ligaphase spielen.

Potenzielle Gegner im kommenden Jahr wären dann unter anderem Real Madrid, Barcelona, Chelsea oder Liverpool – die womöglich Tausende Fans nach Müngersdorf locken würden. Vorausgesetzt, der FC zieht ein Heimspiel, denn ab dem Sechzehntelfinale gibt es in der Youth League kein Hin- und Rückspiel mehr.

Ich könnte mir schon vorstellen, dass es hier in Köln bei Gegnern von diesem Kaliber ein großes Zuschauerpotenzial gibt.

Markus Halfmann

„Das würden wir danach ausrichten, wie das öffentliche Interesse ist“, sagt Halfmann über einen möglichen Umzug ins RheinEnergieStadion und glaubt ebenfalls: „Ich könnte mir schon vorstellen, dass es hier in Köln bei Gegnern von diesem Kaliber ein großes Zuschauerpotenzial gibt.“ Doch zunächst mal muss der FC gegen Midtjylland bestehen.

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