Frauen-Bundesliga gründet Ligaverband – und legt sich mit dem DFB an

Nicole Bender-Rummler. (Foto: IMAGO / Beautiful Sports)
Nicole Bender-Rummler. (Foto: IMAGO / Beautiful Sports)

Die 14 Vereine der Frauen-Bundesliga werden ihren neuen Ligaverband am kommenden Mittwoch entgegen der ursprünglichen Planung ohne den Deutschen Fußball-Bund ins Leben rufen. Auch der 1. FC Köln zeigt sich ernüchtert vom Verhalten des DFB.

Die 14 Vereine der Frauen-Bundesliga, darunter der 1. FC Köln, haben am Donnerstag eine überraschende Nachricht veröffentlicht. Der neue Frauen-Bundesliga FBL e.V., ein Ligaverband analog zur DFL, soll am 10. Dezember in Frankfurt offiziell aus der Taufe gehoben werden – allerdings vorerst ohne Beteiligung des DFB als Dachverband.

Und das, obwohl der DFB-Bundestag Anfang November noch die notwendigen Satzungsänderungen beschlossen hatte, um ein gemeinsames Unternehmen der 14 Erstliga-Clubs und des DFB auf den Weg zu bringen. Dieses Joint Venture sollte zu gleichen Teilen beiden Seiten gehören. Der DFB plante Investitionen von 100 Millionen Euro innerhalb der nächsten acht Jahre, während die Bundesligisten selbst mindestens 700 Millionen Euro beisteuern wollten.

Das sagt Bender-Rummler zur Gründung

In der Mitteilung der Geißböcke hieß es nun aber: „Der e.V. verfolgt das klare Ziel, eine moderne, professionelle und nachhaltige Entwicklung der Frauen-Bundesliga zu gewährleisten und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des professionellen Frauenfußballs zu stärken.“ Und weiter: „Die Gründung erfolgt – anders als ursprünglich vorgesehen und von den Clubs angestrebt – ohne Mitwirkung des DFB.“

Zwar wolle man den angestoßenen Prozess „auch künftig gemeinsam“ fortsetzen – wie dies mit dem DFB möglich sei, „ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch offen“. Nicole Bender-Rummler hielt sich mit Kritik am DFB zurück, sagte lediglich: „Es ist notwendig, den Frauen-Bundesliga FBL e.V. zu gründen, um den Frauenfußball weiter zu professionalisieren. Der 1. FC Köln ist an diesem Prozess intensiv beteiligt und wird auch in Zukunft zur Verfügung stehen, wenn es darum geht, Verantwortung im neu gegründeten FBL e.V. übernehmen.“ Bender-Rummler soll eine der führenden Positionen im neuen Verband einnehmen.

Stellte der DFB bereits verhandelte Eckpunkte infrage?

Andere Clubs werfen den DFB-Verhandlungsführern – Generalsekretär Holger Blask und Schatzmeister Stephan Grunwald – vor, nachträgliche Bedingungen eingebracht zu haben, obwohl die inhaltlichen Rahmenbedingungen bereits final abgestimmt gewesen seien. „In den Gesprächen mit dem DFB waren die wesentlichen Punkte zur Gründung einer gemeinsamen FBL GmbH bereits vereinbart, umso überraschender war für uns Clubs das Infragestellen der verhandelten Eckpunkte zum jetzigen Zeitpunkt“, sagte Jan-Christian Dreesen vom FC Bayern. “Um nicht weiter Zeit zu verlieren, haben wir daher einstimmig beschlossen, bereits im Dezember den Gründungsakt zum FBL e.V. als Verband der Bundesligisten zu vollziehen – ohne den DFB.“ Eine Reaktion des DFB liegt bislang nicht vor.

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