Bereits im vergangenen Sommer hätte der 1. FC Köln für Said El Mala einen zweistelligen Millionenbetrag erhalten können. Brighton & Hove Albions Inhaber höchstpersönlich probierte über Rewe-Boss Lionel Souque, einen Transfer in die Premier League einzutüten.
Gefühlt befindet sich inzwischen halb Europa auf der Jagd nach Said El Mala. Aber so konkret wie Brighton & Hove Albion hat noch kein Verein um den Senkrechtstarter des 1. FC Köln gebuhlt. Der für exzellentes Scouting bekannte Club aus der Premier League soll bereits im Sommer, noch vor El Malas Bundesliga-Debüt, 15 Millionen Euro Ablöse geboten haben.
Die Geißböcke blockten ab, verlängerten stattdessen die Verträge des Brüderpaares bis 2030 – ohne Ausstiegsklausel. Dass Brighton damals nichts unversucht ließ, um El Mala auf die Insel zu holen, zeigt nun eine Anekdote, die Lionel Souque im OMR-Podcast verrät. Denn die Seagulls probierten im Sommer sogar über den Rewe-Vorstandsvorsitzenden, einen Transfer zu realisieren.
Souque: „Die Jungs waren gut“
„Obwohl er noch kein Profi-Spiel über der 3. Liga gemacht hatte, hat ein englischer Club schon alles gemacht, damit er kommt. Die Jungs waren gut“, erzählt Souque, der beim FC seit 2016 den Aufsichtsrat anführt, und berichtet über den kuriosen Abwerbeversuch: „Durch einen Freund im Karneval hatte der Inhaber des Clubs meine Handynummer, hat mich angerufen und probiert, ob er durch mich eine Chance hat.“
Die Rede ist von Brighton-Boss Tony Bloom, der als studierter Mathematiker und erfolgreicher Glücksspielunternehmer über Poker-Preisgelder zu Millionen gekommen ist. Bei der FC-Geschäftsführung und Sportdirektor Thomas Kessler war Bloom mit seinem Werben um El Mala schon gescheitert – und auch beim international vernetzten Geschäftsmann Souque handelte er sich eine Absage ein.
Wie Souque den Brighton-Vorstoß abblockte
„Ich habe ihm gesagt: Freut mich, dass wir reden, aber ich bin Obst- und Gemüse-Verkäufer, du bist anscheinend Pokerspieler – die Verhandlung zwischen uns wird nichts“, erinnert sich der Franzose lachend, wobei er ergänzt: „Er fand das nicht so lustig.“
Natürlich sind Transfer-Zusagen ohnehin nicht Souques Aufgabe als FC-Funktionär. „Thomas Kessler entscheidet, ich nicht – und ich gehe stark davon aus, dass der Club erst mal auf solch einen tollen jungen Spieler setzen wird“, habe er Bloom daher mitgeteilt. Der Brighton-Boss habe wenig Verständnis gezeigt und mit Millionenbeträgen um sich geworfen, doch Souque bekräftigte: „Es gibt keine Chance.“
Ich halte sehr, sehr viel von Said El Mala. Ich würde alles machen, dass er länger bleibt.
Lionel Souque
Die goldrichtige Entscheidung, wie El Malas erste 13 Bundesliga-Partien mit sechs Toren und drei Vorlagen offenbart haben. Der Marktwert des 19-Jährigen hat die im Sommer kolportierten 15 Millionen Euro von Brighton längst überschritten. Wie zu hören ist, soll der von Fabian Hürzeler trainierte Premier-League-Club für den Winter eine weitere Offerte vorbereiten. El Mala selbst hat einen Abgang allerdings ausgeschlossen (der GEISSBLOG berichtete).
Ganz im Sinne von Souque, der im Podcast schwärmt: „Ich halte sehr, sehr viel von Said El Mala. Ich würde alles machen, damit er länger bleibt.“ Der Rewe-Chef meint: „Er kann später immer noch weggehen, wenn er will. Erst mal fühlt er sich sehr wohl in Köln.“ Daher sei ein Transfer „kein Thema“. Tony Bloom wird das nicht gerne hören.
Helfender Anruf beim Lund-Transfer
Bei einem Wechsel hin zum FC hat Souque im Sommer derweil geholfen. Als die Verhandlungen mit Palermo über eine Leihe von Kristoffer Lund stockten, vermittelte der gebürtige Pariser, der für Rewe einst auch in Italien tätig war.
„Die Italiener wollten nicht antworten. Thomas Kessler hat mir gesagt: Du warst doch bei Rewe in Italien und kannst Italienisch.“ Souque sprach dem Palermo-Manager auf die Mailbox und hatte Erfolg. „Er hat mich direkt zurückgerufen“, so der 54-Jährige im Podcast. Souques Motto: „Ein bisschen helfe ich, aber die Geschäftsführung und der Vorstand entscheiden.“







Hier kannst du über den 1. FC Köln diskutieren und dich mit anderen Usern austauschen. Bitte beachte dabei die Spielregeln in unserer Netiquette! Du findest sie hier und kannst sie jederzeit nachlesen. Viel Spaß!