Der 1. FC Köln hat seine Generalprobe gegen den FC Lugano mit 2:1 gewonnen. Trainer Lukas Kwasniok verriet nach dem Testspiel in La Nucia, warum er in den vergangenen Tagen unzufrieden war und sich zu einer Ansprache an die Mannschaft genötigt sah.
Aus dem Trainingslager in La Nucia berichten Sonja Gauer und Marc L. Merten
„Ich bin ja immer recht ehrlich“, leitete Lukas Kwasniok sein Fazit nach dem 2:1-Sieg gegen den FC Lugano ein – womit eigentlich schon klar war, dass kein einfaches Testspiel-Resümee folgen würde. Der Trainer des 1. FC Köln hatte etwas zu sagen. Er hatte in den vergangenen Tagen in La Nucia nicht umsonst angespannt und unzufrieden gewirkt.
„Die ersten zwei, drei Tage waren so, dass ich das Gefühl hatte: Wir müssen einen Zahn zulegen. Wir haben zwar abgearbeitet, aber es hat schon ein Quäntchen gefehlt“, brachte Kwasniok am Montagabend zum Ausdruck, dass er mit den ersten Trainingslager-Tagen seiner Mannschaft nicht einverstanden war.
Was Kwasniok von der Mannschaft fordert
Nach sechs sieglosen Bundesliga-Spielen vor Weihnachten will der FC in Spanien den Grundstein für den Turnaround legen – um in Heidenheim endlich mal wieder dreifach zu punkten. Doch Kwasniok vermisste die dafür notwendige Haltung: „Du kannst deinen Job erledigen, oder du kannst ihn mit Hingabe erledigen. Ich glaube, wir tun gut daran, das vom ersten Tag an zu tun.“
Er habe gewartet, ob dieser Impuls „von innen heraus“ aus der Mannschaft komme. Vergeblich. Daher war es Sonntagabend an der Zeit für eine Rede des Trainers. Kwasniok verriet: „Ich habe gestern Abend ein bisschen länger zur Mannschaft gesprochen und darauf hingewiesen, worum es für den 1. FC Köln in der Bundesliga geht – nämlich den Klassenerhalt. Da gehören eine Gier, eine Hingabe, eine Energiebereitschaft in jeder Trainingseinheit dazu. Wir haben ein wichtiges Spiel am Samstag. Da gab es schon den Hinweis und die Bitte, mit Hingabe Fußball zu arbeiten.“
Kwasniok „unter dem Strich zufrieden“
Aus Kwasnioks Sicht hat die Ansprache gefruchtet. Das Testspiel gegen Lugano werde zwar „nicht in die Annalen des Vereins eingehen“, doch das habe er auch nicht gefordert. „Ich habe kein Zuckerschlecken erwartet, sondern eine gute Haltung, viel Kommunikation und Bereitschaft in der Arbeit gegen den Ball. Das haben die Jungs gemacht, deswegen bin ich unter dem Strich zufrieden.“
Er habe gegen den Tabellendritten der Schweizer Super League „eine ordentliche Stabilität“ gesehen, auch die Umschalter seien „ganz gut“ gewesen. Der 2:1-Sieg durch die Treffer von Marius Bülter in Halbzeit eins und Linton Maina nach der Pause ging gewiss in Ordnung.
Positiv stimmte den FC-Trainer dabei, dass seine Mannschaft die gewünschte Haltung zeigte, ohne dass er selbst während des Testspiels eingreifen musste. Kwasniok betonte: „Ich will, dass das aus der Mannschaft kommt und nicht auf Ansagen des Trainers gehofft wird.“ Im Bundesliga-Stadion sei er schließlich auch nicht zu hören. Nun gilt es, diese Haltung nach Heidenheim zu transportieren. Damit nicht die nächste Brandrede notwendig ist.








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