Zwei Wochen bleiben dem 1. FC Köln noch, um auf dem Transfermarkt ein weiteres Mal tätig zu werden. Ob der Bundesligist jedoch wirklich noch einmal eine Verstärkung präsentiert, ist aktuell ungewiss. Auch der bislang einzige Neuzugang könnte damit zutun haben.
Gerade einmal drei Spiele hat Jahmai Simpson-Pusey gebraucht, um sich in die Herzen der FC-Fans und die feste Stammformation von Trainer Lukas Kwasniok zu spielen. Der junge Innenverteidiger war im Trainingslager in La Nucia zur Mannschaft gestoßen und hatte sich nach nur drei vollen Trainingseinheiten prompt in die Startelf gespielt. Inzwischen sind drei Spieltage vergangen – und Simpson-Pusey hat keine einzige Minute verpasst.
Für Celtic Glasgow hatte der Engländer in der Hinserie gerade einmal 154 Minuten auf dem Platz gestanden. Für den 1. FC Köln hat der 20-Jährige nun schon 270 Bundesliga-Minuten abgespult. Und das mit einer beeindruckenden Souveränität: Praktisch ungefragt holte Kwasniok am Samstagabend zu einem Loblied auf den Neuzugang aus. „Er hat in Glasgow ein halbes Jahr nach Orientierung gesucht spult hier innerhalb von einer Woche dreimal 90 Minuten mit einer stoischen Ruhe ab. Ein sehr guter Transfer“, freute sich der Trainer und schob hinterher: „Dankeschön an alle beteiligten Personen.“
Bester Passgeber auf dem Feld
Besonders mit Ball überzeugt Simpson-Pusey in der Abwehr, scheut sich nicht, gegen die anlaufenden Angreifer ins Dribbling zu gehen und bewahrt auch unter Drucksituationen Ruhe. Besonders beeindruckend: Kein anderer Spieler auf dem Feld spielte am Samstag gegen Mainz 05 mehr Pässe als der Kölner Innenverteidiger (58, Castro-Montes genauso viele). 91 Prozent davon fanden letztlich auch den Mitspieler – ebenfalls kein anderer Akteur hatte einen besseren Wert.
„Dass er fußballerisch sehr gut ist, wussten wir vorher“, zeigte sich Thomas Kessler nicht überrascht über diese Leistungen in den ersten drei Spielen. Dennoch wollte der Sportdirektor „nicht in absolute Superlative verfallen.“ Dass er bei Celtic überhaupt nicht zum Zug gekommen war, hatte den FC überhaupt in die Position gebracht, sich um Simpson-Pusey zu bemühen. „Der Junge hat eine hohe Qualität. Er hat hier und auch in Heidenheim absolut seinen Mann gestanden und man merkt, dass die Jungs ihn auf dem Feld suchen“, sagte Kessler.
Simpson-Pusey nimmt den Transfer-Druck
Mit seinen Auftritten hat Simpson-Pusey dabei womöglich ein weiteres Kölner Problem gelöst. Denn der ganz große Druck, in der Innenverteidigung noch einen weiteren Spieler zu verpflichten, ist damit für Kessler und den FC rausgenommen. Zwar würde der FC gerne noch einen erfahrenen Abwehrspieler verpflichten, als Talent habe Simpson Pusey aber „einfach Qualitäten, die in den letzten drei Spielen gezeigt hat.“ Zumal werden in den nächsten Wochen auch Joel Schmied und Dominique Heintz auf den Platz zurückkehren können.
Dennoch hält man beim FC bis zum 2. Februar, dem Ende der Transferphase, die Augen und Ohren offen. „Wir schauen uns auf dem Markt um. Das heißt aber nicht, dass wir etwas machen müssen oder werden. Wir haben noch zwei Wochen Zeit und schon ein paar Sachen angestoßen“, gab Kessler einen Einblick, merkte aber auch noch einmal an, dass gerade das Winter-Transferfenster kompliziert sei, weil der abgebende Club ganz genau überlege, ob er seinen Spieler ziehen lässt.
Aus Aktionismus werde Kessler jedenfalls nicht handeln: „Wir werden nicht irgendwas machen, nur damit jemand sagt: Toll, der hat drei neue Spieler geholt.“ Macht Jahmai Simpson-Pusey so weiter wie bisher, besteht dazu auch nicht unbedingt die dringendste Notwendigkeit.








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