Vier Tage vor dem Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart regierte beim 1. FC Köln das jecke Treiben – allerdings mit angezogener Handbremse. Am Dienstagabend hat die jährliche Karnevalssitzung der Geißböcke stattgefunden. In diesen Kostümen feierten Trainer Lukas Kwasniok und seine Mannschaft.
Wenn sich Bundesliga-Profis in Harry Potter, Chipmunks oder Superhelden verwandeln, dann begeht der 1. FC Köln die fünfte Jahreszeit. Am Dienstagabend, zwei Tage vor Weiberfastnacht, war es wieder so weit: Im Maritim-Hotel am Heumarkt luden die Geißböcke zu ihrer traditionellen Karnevalssitzung ein.
Mit welchen Kostümen sich die Verantwortlichen ins jecke Treiben stürzen würden, gehörte wie immer zu den spannendsten Fragen des Abends. In diesem Jahr entschieden sich Vorstand und Geschäftsführung für schicke, rot-weiß gestreifte Fracks samt FC-Emblem. Lukas Kwasniok hingegen kam als Mönch – inklusive Perücke und Bibel.
Kwasniok: „So großartig wird heute nicht gefeiert“
Der Trainer erklärte schmunzelnd: „Man kennt mich ja dafür, dass ich tendenziell eher zurückhaltend lebe. Deswegen dachte ich: Ich komme so, wie ich auch im Alltag rumlaufe.“ Außerdem gelte: „Schwarz macht schlank. Ansonsten gab es nicht so viele Hintergedanken.“
Wobei Kwasnioks Outfit durchaus zur Marschrichtung des Abends passte – vor dem Auswärtsspiel in Stuttgart war für die FC-Profis eher Askese als Vollgas angesagt. „So großartig wird heute nicht gefeiert. Es gibt schon einen Zapfenstreich“, verkündete Kwasniok. Und zwar um 23 Uhr. Der Trainer selbst wollte sich sogar schon „vorher“ verabschieden.
Spaß solletn alle Beteiligten dennoch haben. „Wir werden die Stunden, die wir hier zusammen sind, genießen. Ab morgen gilt der Fokus dem Training und der Aufgabe in Stuttgart. Aber ein gediegenes Beisammensein, ein bisschen Singen und auch mal ein Kölsch ist erlaubt“, so Kwasniok, der seine erste Sitzung als FC-Coach erlebte.
Hübers: „Karneval ist Institution“
Auch in der Mannschaft gab es nach dem großen Umbruch in dieser Saison natürlich zahlreiche Karnevals-Debütanten – wie „Luigi“ Said El Mala und „Super Mario“ Tom Krauß. El Mala sieht sich „eher nicht“ als Jeck, weiß aber dennoch: „Köln ist Karneval durch und durch. Ich glaube, es macht Spaß mit der Mannschaft.“
Wer feiertechnisch wohl vorangeht? Kwasniok meinte: „Von den Neuzugängen wird sich keiner herauskristallisieren, das läuft auf die Jungs hinaus, die schon länger da sind.“ Zum Beispiel Timo Hübers, der als Verkleidung ein Radsport-Outfit wählte und seinen Trainer bestätigte: „Der Karneval ist eine der drei großen Institutionen in Köln. Da ich schon eine Weile hier bin, bedeutet mir das viel – ich habe Spaß dran.“
Viele bekannte Gesichter feiern mit dem 1. FC Köln
19.48 Uhr begann die Sitzung offiziell, Präsident Jörn Stobbe sprach ein Grußwort. Im Laufe des Abends sorgten unter anderem Cat Ballou, die Klüngelköpp, die Höhner und Kasalla für Stimmung. Gemeinsam mit dem FC schunkeln zahlreiche prominente Gäste aus Politik, Stadtgesellschaft und Sport. Ob die Fraktionsvorsitzenden der Parteien im Stadtrat, Arena-Chef Stefan Löcher, Polizeipräsident Johannes Hermanns oder auch DFB-Boss Andreas Rettig, Haie-Geschäftsführer Philipp Walter und BVB-Sportdirektor Sebastian Kehl – die Gästeliste war lang.
Natürlich fanden sich auf dieser auch frühere Profis, Funktionäre und Trainer. Unter anderem feierten Friedhelm Funkel, Jonas Hector und Tony Woodcock mit den aktuellen Club-Vertretern. An Karneval kommt die FC-Familie Jahr für Jahr zusammen.
Für Kwasniok und die Spieler bleibt die Sitzung vorerst der einzige Abstecher in den Fastelovend. Um sich gänzlich auf das Spiel in Stuttgart (Samstag, 18.30 Uhr) konzentrieren zu können, reist der FC bekanntlich schon am Donnerstag in Richtung Süden. Mit einem Zwischenstopp in Frankfurt, wo am Freitag auf dem DFB-Campus das Abschlusstraining stattfindet.
An Rosenmontag darf dann weitergefeiert werden. Das gilt speziell für Said El Mala, Ragnar Ache und Trainer Kwasniok, die auf dem FC-Wagen am Zoch teilnehmen werden. Gewiss eine Ehre und ein großer Spaß – vor allem, falls die Mannschaft aus Stuttgart ein Erfolgserlebnis mitbringen sollte.

































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