28 Wochen, 16 Spiele: Die verheerende Chronik der Muskelverletzungen

Joel Schmied fällt schon zum zweiten Mal in dieser Saison aus. Auch Jahmai Simpson-Pusey hat es schon erwischt. (Foto: IMAGO / DeFodi)
Joel Schmied fällt schon zum zweiten Mal in dieser Saison aus. Auch Jahmai Simpson-Pusey hat es schon erwischt. (Foto: IMAGO / DeFodi)

Der 1. FC Köln steht vor der großen Frage, woher die zahlreichen Muskelverletzungen in dieser Saison kommen. Ein Blick auf die vergangenen Monate zeigt: Mit Pech kann die Misere längst nicht mehr begründet werden.

Nach den erneuten Hiobsbotschaften in dieser Woche sprach auch Lukas Kwasniok von einer „ganz kuriosen Situation“, die der Trainer selbst in dieser Form in seiner Karriere noch nicht erlebt habe. „Wir haben bis Gladbach keine einzige Muskelverletzung gehabt. Dann kam Jan als erster“, blickte der 44-Jährige auf den Start der zahlreichen verletzungsbedingten Ausfälle zurück. Sieben Spieltage war der 1. FC Köln ohne eine muskuläre Verletzung auskommen. Seither lässt sich allerdings längst nicht mehr von Pech oder Zufall sprechen. Die Ausfallliste ist lang.

So ganz korrekt war Kwasnioks Aussage mit Blick auf Jan Thielmann allerdings nicht. Schon am 22. Oktober hatte der Angreifer die Trainingseinheit vorzeitig beenden müssen. Einen Tag später folgte die bittere Diagnose des Muskelfaserrisses. Damit verpasste das Eigengewächs bereits die Spiele gegen Borussia Dortmund und den FC Bayern München im DFB-Pokal, ehe er auch beim Derby in Mönchengladbach nur Zuschauer war. Erst am 22. November, beim 3:4 gegen Eintracht Frankfurt, feierte Thielmann sein Comeback. Ausfallzeit: Vier Wochen. Verpasste Pflichtspiele: Drei.

Thielmann kehrt zurück, Schmied fällt aus

In jenem Spiel gegen Eintracht Frankfurt am 22. November, auf den Tag genau einen Monat nach Jan Thielmann, erwischte es schließlich Joel Schmied. Der Schweizer musste in der 63. Minute ausgewechselt werden. Zunächst war man ebenfalls von einem vergleichsweise harmlosen Muskelfaserriss ausgegangen. Schmied sollte spätestens mit Beginn des Trainingslagers in Spanien am 2. Januar wieder mit der Mannschaft trainieren. Doch erst im späteren Verlauf der Verletzung stellte sich heraus, dass bei der Verletzung auch eine Sehne in Mitleidenschaft gezogen wurde. Ausfallzeit: Zehn Wochen. Verpasste Pflichtspiele: Neun.

Noch während Schmied verletzt fehlte, musste sich auch Dominique Heintz mit einem Muskelfaserriss abmelden. Der Routinier verletzte sich am 29. November schon nach zwölf Minuten beim Auswärtsspiel gegen Werder Bremen. Der Innenverteidiger erholte sich jedoch vergleichsweise schnell und feierte noch vor Weihnachten sein Comeback. Ausfallzeit: Zwei Wochen. Verpasste Spiele: Zwei.

Allerdings war das Comeback nur von kurzer Dauer. Am 8. Januar, dem vorletzten Tag des Trainingslagers in La Nucia, zog sich Heintz erneut eine Muskelverletzung im Adduktorenbereich zu. Fast genau einen Monat fiel der 32-Jährige diesmal aus. Am 9. Februar trainierte Heintz das erste Mal wieder mit seinen Teamkollegen. Im Kader stand der Innenverteidiger bislang aber noch nicht wieder. Ausfallzeit: Viereinhalb Wochen. Verpasste Pflichtspiele: Acht.

Überlastung bei Simpson-Pusey und Castro-Montes?

Nur eine Woche nach Heintz erwischte es mit Jahmai Simpson-Pusey den nächsten Innenverteidiger. Der junge Engländer wurde nach seiner Verpflichtung sofort ins kalte Wasser geschmissen und absolvierte ohne viel Spielpraxis drei Spiele binnen einer Woche. Und das mit Folgen: Am 20. Januar musste Simpson-Pusey das Training vorzeitig beenden. Auch bei ihm war man zunächst von keiner schwerwiegenderen Verletzung ausgegangen. Letztlich stellten sich die muskulären Probleme aber doch als Faserriss heraus. Erst am vergangenen Wochenende gegen die TSG Hoffenheim feierte die Leihgabe von Manchester City ihr Comeback. Ausfallzeit: Vier Wochen. Verpasste Pflichtspiele: Vier.

Zwei Spieltage länger hielt Alessio Castro-Montes durch. Ähnlich wie Simpson-Pusey erhielt der Belgier zu Beginn des Jahres viele Spielminuten – nachdem er in der Hinrunde jedoch kaum Wettkampfpraxis erhalten hatte. Auch bei ihm hat die Muskulatur das nicht allzu lange mitgemacht: Am 4. Februar wurde bei einer MRT-Untersuchung ebenfalls ein Faserriss festgestellt. Noch ist Castro-Montes nicht wieder ins Mannschaftstraining zurückgekehrt. Ausfallzeit: Mindestens einen Monat. Verpasste Pflichtspiele: Mindestens vier.

Den traurigen Höhepunkt bildete allerdings die vergangene Woche. Beim Aufwärmen vor dem Spiel gegen die TSG Hoffenheim am 21. Februar verletzte sich erneut Jan Thielmann am Muskel. Während des Spiels zog sich dann Sebastian Sebulonsen ebenfalls einen Faserriss zu. Und mit dem Start in die neue Trainingswoche musste der 1. FC Köln auch bekanntgeben, dass Joel Schmied in diesem Spiel erneut eine strukturelle Verletzung am Muskel erlitten hat. Für alle drei gilt dabei wohl eine erneute Ausfallzeit von drei bis vier Wochen sowie mindestens drei verpasste Spiele.

Fazit

Hinter dem 1. FC Köln liegen bereits über 28 Wochen, in denen mindestens ein Spieler aufgrund einer Muskelverletzung aussetzen musste. In der meisten Zeit war jedoch sogar mehr als ein Profi gleichzeitig aufgrund dieser Verletzung außer Gefecht (Youssoupha Niang, der nach seiner Schulterverletzung ebenfalls noch eine Muskelverletzung auskurieren musste, gar nicht mit eingerechnet). Bislang macht das bereits 16 Spiele, in denen der FC aufgrund einer Muskelverletzung auf Spieler verzichten musste. Und noch nimmt die Ausfallliste kein Ende.

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