Findet Lukas Kwasniok mit dem 1. FC Köln aus der Krise? Weitere Niederlagen gegen den Hamburger SV und Borussia Mönchengladbach könnten für den Trainer das Aus bedeuten. Während Kwasniok probiert, sich den Druck vom Leib zu halten, hat Friedhelm Funkel noch keinen Anruf erhalten.
Ein Trainer unter Druck. Für Lukas Kwasniok gilt es derzeit nicht nur, die richtige Taktik für seine Mannschaft zu finden, sondern auch im Umgang mit der Kritik an seiner Person, die im Umfeld des Clubs mit jeder Niederlage wächst. Man müsse sich um ihn keine Sorgen machen, ließ der 44-Jährige bei der Pressekonferenz am Donnerstag durchblicken.
„Die Frage, wie es mir geht, wird mir schon ein bisschen länger gestellt“, spielte Kwasniok auf die anhaltende Diskussion um seine Person an, offenbarte aber: „Ich glaube, dass ich bei jeder PK recht freundlich reinkomme und so gehe ich auch im Alltag mit all den Dingen um.“
Kindheit hilft Kwasniok in der FC-Krise
Den Druck und die unschönen Begleitumstände im Abstiegskampf, speziell an einem emotionalen Standort wie Köln, versucht er, nicht allzu nah an sich heranzulassen. „Das Wichtigste ist, in schwierigen Situationen – im Leben und im Fußball – eine gewisse Distanz zu den Dingen zu bekommen.“ Er suche Nähe „zu den Spielern und den Dingen, die du beeinflussen kannst“, jedoch auch Distanz „zu Dingen, die für dich und deine Arbeit irrelevant sind“. Das sei gerade „die Kunst“.
Für Kwasniok ist dieser Spagat offenbar nicht neu. Vor dem Spiel beim HSV gab der in Gliwice geborene Trainer persönliche Einblicke. „Dadurch, dass mein Leben viele Wellenbewegungen hatte – angefangen mit der Kindheit, wenn du in jungen Jahren das Land verlässt und viele Hindernisse überwinden musst –, habe ich eine Distanz zu den Elementen aufgebaut, die auch mal schwieriger sind.“
Ich fokussiere mich auf die Arbeit und die macht mir unendlich viel Spaß.
Lukas Kwasniok
Diese Erfahrungen will er in der aktuellen Situation für sich nutzen. „Das hilft, weil du die Nähe zu den Elementen, die wichtig sind, wiederum aufbauen und Kraft weitergeben kannst.“ Daher sagte er über den Druck und die Diskussionen um ihn: „Das macht mit mir recht wenig. Ich fokussiere mich auf die Arbeit und die macht mir unendlich viel Spaß.“
Im Verhältnis zu Sportboss Thomas Kessler, das betonte Kwasniok am Donnerstag ebenfalls, spürt er keine Risse (der GEISSBLOG berichtete). „Zu 100 Prozent habe ich das Gefühl, dass wir bereit sind, hier einen Weg zu gehen“, zeigte sich der Kölner Coach vom Rückhalt aus der Chefetage überzeugt. Kessler hatte in den vergangenen Wochen jedoch auch betont, dass auf gute Leistungen nun Ergebnisse folgen müssen.
Funkel: „Mich hat noch keiner angerufen“
Seinen direkten Vorgänger, der aktuell wieder in vieler Munde ist, hat Kwasniok offenbar nicht im Nacken sitzen. Aufstiegstrainer Friedhelm Funkel erklärte in einem am Donnerstag erschienenen Interview mit der Frankfurter Rundschau: „Nein, nein, mich hat noch keiner angerufen.“
Wobei der FC natürlich zu jenen Clubs zähle, für die er sich am meisten interessiert. „Ich schaue nach Köln oder nach Gladbach, also die Region wo ich wohne. Nach Frankfurt, wo ich gearbeitet habe, weil es interessant ist, wie es mit dem neuen Trainer läuft.“ In Leverkusen sei er auch mal im Stadion – in Köln und Gladbach „derzeit“ jedoch nicht. „Das macht man einfach jetzt nicht“, so der stets gehandelte Feuerwehrmann Funkel aus Respekt vor den Trainern, die um ihre Jobs kämpfen müssen.








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