Der 1. FC Köln hofft nach dem Teilerfolg beim Hamburger SV, den Schlüssel zu einer wichtigen Waffe im Abstiegskampf gefunden zu haben. Gegen Borussia Mönchengladbach muss sich die neue Qualität nun bestätigen.
Als der 1. FC Köln beim Hamburger SV mit 0:1 zurücklag, gelang den Geißböcken der Ausgleich mittels der fünften Ecke des Spiels. Jakub Kaminski brachte den Eckball von der linken Seite mit rechts ins Zentrum, am Fünfmeterraum verlängerte Rav van den Berg per Kopf und am langen Pfosten veredelte Said El Mala die Vorlage zum 1:1.
Das Tor für den FC war auch insofern bemerkenswert, als dass der HSV in diesem Augenblick das erste (!) Mal überhaupt in dieser Bundesliga-Saison einen Gegentreffer nach einem Eckball kassierte. Keine andere Mannschaft hatte zuvor die ruhenden Bälle von den Eckfahnen aus so gut verteidigt wie der Mitaufsteiger. Ausgerechnet der FC beendete diese Serie am 26. Spieltag.
Wer ist wirklich abschlussstark?
„Am langen Pfosten wird das Geld verdient“, kommentierte Lukas Kwasniok hinterher und machte damit deutlich: Der FC will genau dort künftig noch häufiger zur Stelle sein. So wie beinahe in der Schlussminute, als nach einem Freistoß von Florian Kainz ebenfalls am langen Pfosten Eric Martel zum Kopfball kam, dort aber nur das Außennetz traf und das Siegtor knapp verpasste.
Kwasniok stellte zuletzt etwas frustriert fest: Der FC hat zwar durchaus zahlreiche kopfballstarke Spieler im Kader. Doch fast keiner dieser Spieler ist mit dem Kopf auch ein abschlussstarker Spieler. Ragnar Ache ist der einzige FC-Profi im Kader, der uneingeschränkt diese Qualität vorweisen kann. Spieler wie Martel, van den Berg, Özkacar, Bülter oder El Mala sind zwar hoch gewachsen und teils zumindest in der Defensive kopfballstark, nicht jedoch offensiv.
Castro-Montes fehlt dem FC auch bei Standards
Zumindest nicht, wenn es um den Kopfball auf das gegnerische Tor betrifft. Was skurril klingt: Beim FC unterscheidet man nun zwischen offensivstarken Kopfballspielern im Abschluss und offensivstarken Kopfballspielern im Weiterleiten bzw. Verlängern von Flanken. So wie van den Berg beim 1:1. Das Ziel dieser Unterscheidung: die Spieler in ihre bestmögliche Position und Rolle zu bringen, wo sie am meisten Wirkung erzielen können.
El Mala gestand selbst, dass sein eigener Kopfball aus zwei Metern kaum noch schwierig gewesen war. Entscheidend war van den Bergs Aktion nach Kaminskis Flanke. Und so wollen die Geißböcke am Samstag gegen Borussia Mönchengladbach erneut „am langen Pfosten das Geld“ verdienen. Umso ärgerlicher ist weiterhin der Ausfall von Alessio Castro-Montes, der zu den besten Flankengebern im Kader zählt. Seine Hereingaben, auch bei ruhenden Bällen, fehlen dem FC seit Wochen. Doch gegen den HSV wurde sichtbar, dass es auch anders gehen kann.
FC gewarnt vor Tabakovic
Spannend zu sehen sein wird das Duell der beiden womöglich kopfballstärksten Mittelstürmer der Bundesliga. Kein Bundesliga-Stürmer hat mehr Kopfballduelle gewonnen als Ragnar Ache, kein Bundesliga-Stürmer hat mehr Kopfballtore erzielt als Haris Tabakovic. Selbst Harry Kane traf bislang nur drei Mal in dieser Bundesliga-Saison per Kopf, während Tabakovic fünf seiner elf Treffer aus der Luft erzielte. Zum Vergleich: Ache traf bislang zweimal per Kopf. Am Samstag soll der dritte Treffer per Kopf folgen.





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