Nur drei Top-Stars besser: Gleiches Bild, aber neuer Stürmer beim FC

Ragnar Ache nach seinen Auswechslungen gegen Werder Bremen (l.) und Union Berlin. (Fotos: IMAGO / Chai v.d. Laage, Bucco)
Ragnar Ache nach seinen Auswechslungen gegen Werder Bremen (l.) und Union Berlin. (Fotos: IMAGO / Chai v.d. Laage, Bucco)

Ragnar Ache hat sich beim 1. FC Köln mit kontinuierlicher Arbeit zum Leistungsträger entwickelt. Nur drei Bundesliga-Stars haben in der Rückrunde noch mehr Tore erzielt als der Stürmer der Geißböcke. Als Scorer befindet er sich inzwischen auf Augenhöhe mit Said El Mala.

Das Bild, das sich nach Ragnar Aches Auswechslung gegen Werder Bremen bot, weckte Erinnerungen. Nachdem René Wagner ihn in der 76. Spielminute vom Platz genommen hatte, saß der Stürmer des 1. FC Köln hadernd auf der Bank, warf die Hände vors Gesicht. Im Dezember hatte Ache schon einmal in ähnlicher Manier an der Seitenlinie gehockt. Damals, bei der 0:1-Niederlage gegen Union Berlin, wirkte er enttäuscht über die eigene Leistung und sogar den Tränen nah.

Am Sonntag ärgerte sich Ache nun wohl nur über seinen verursachten Elfmeter, der den FC beim 3:1-Erfolg gegen Bremen noch einmal unnötig zittern ließ. Seine eigene Leistung jedoch war gewiss kein Ärgernis, nicht nur wegen des Treffers zum zwischenzeitlichen 2:0. Generell zeigt die Formkurve des 27-Jährigen seit Dezember steil nach oben.

So viele Scorer-Punkte wie El Mala

Auch wenn sich sein Sturmpartner Said El Mala permanent im Fokus befindet, ist es in der zweiten Saisonhälfte vor allem Ache, der beim FC für die Tore verantwortlich ist. Nach nur einem Treffer in der Hinrunde hat der Ex-Lauterer seit dem Auftakt der Rückrunde bereits sechs Tore erzielt.

In der Bundesliga wird dieser Wert nur von den absoluten Top-Stars überboten: Bayerns Harry Kane (11), Stuttgarts Deniz Undav (9), Dortmunds Serhou Guirassy (7) – dann kommt schon Ache, gemeinsam mit Bayerns Luis Diaz und Leipzigs Christoph Baumgartner.

Für mein Gefühl bin ich noch zu selten zu sehen, auch wenn mir schon ein paar Tore gelungen sind.

Ragnar Ache

Wettbewerbsübergreifend hat Ache nicht nur acht Pflichtspiel-Tore erzielt, sondern auch sieben vorbereitet. Somit hat er genauso viele Scorer-Punkte eingesammelt wie El Mala. Angesichts dieser Quote und der steilen Formkurve könnte man meinen, dass nicht nur der ghanaische Verband über eine WM-Nominierung des gebürtigen Frankfurters und ehemaligen deutschen U-Nationalspielers nachdenken sollte. Schließlich strotzt Julian Nagelsmanns Kader nicht gerade vor kopfballstarken Mittelstürmern. Doch womöglich wäre das des Guten zu viel.

Trotz seiner durchaus bemerkenswerten Quote steht Ache weniger im Fokus als andere Angreifer. Im Interview mit dem Kicker sagt er selbst: „Für mein Gefühl bin ich noch zu selten zu sehen, auch wenn mir schon ein paar Tore gelungen sind.“ Dafür verantwortlich ist aus seiner Sicht sein Spielstil: „Teil meines Jobs ist es, Bälle zu sichern und weiterzuleiten. Die spektakulären Dinge wie Dribblings überlasse ich dann lieber Said und Jakub. Wenn ich auf sie ablegen kann oder den Gegner anlaufe, habe ich meinen Job erledigt. Das fühlt sich dann aber nicht so an, als würde ich hervorstechen – so wie Said, der fünf Leute ausdribbelt und dann noch ins Kreuzeck schießt.“

Nach kontinuierlichem Aufbau nun Stammkraft

Unbestritten ist Aches Bedeutung für den FC. Elfmal in Folge stand er nun in der Startelf. In der Hinrunde hatte er nur sechsmal beginnen dürfen. Wobei das Teil des Plans war. Nach der Verpflichtung aus Kaiserslautern, wo der Angreifer in der vergangenen Zweitliga-Saison 18 Tore erzielt, aber auch immer wieder Verletzungssorgen wegzustecken hatte, sollte Ache in Köln körperlich stabilisiert und kontinuierlich aufgebaut werden.

Das Vorhaben ging auf, wie er nun zufrieden feststellt: „Ich weiß nicht, ob ich in einer Verfassung wäre wie jetzt, wenn wir am Saisonbeginn nicht so gearbeitet hätten. Mich direkt voll reinzuwerfen, wäre nicht schlau gewesen.“ Inzwischen ist Ache in der Lage, in der Bundesliga 90 Minuten zu gehen und zum Unterschiedsspieler zu avancieren.

Spielentscheider gegen Bremen

Gegen Bremen war er mit seinem Tor sowie der herausgeholten Roten Karte spielentscheidend – daran änderte auch der später verursachte Elfmeter nichts. Nur 21-mal war Ache am Ball, gab jedoch fünf Torschüsse ab und steuerte zwei Torschussvorlagen bei. Kurz nach der Pause verhinderte bei seiner Vorlage für Alessio Castro-Montes nur die halbautomatische Abseitserkennung einen weiteren Assist.

Insofern lässt sich festhalten, dass das Bild nach seiner Auswechslung zwar jenem aus dem Dezember glich – dass da jedoch gefühlt ein neuer Stürmer auf der FC-Bank saß. Ache präsentiert sich derzeit so fit und formstark wie wohl noch nie in seiner Karriere.

DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

DISKUTIER MIT!

Willkommen im Kommentarbereich des GEISSBLOG!
Hier kannst du über den 1. FC Köln diskutieren und dich mit anderen Usern austauschen. Bitte beachte dabei die Spielregeln in unserer Netiquette! Du findest sie hier und kannst sie jederzeit nachlesen. Viel Spaß!
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
26 Kommentare
Neueste
Älteste Meistbewertete