Sieg an der Alten Försterei verspielt! FC schenkt eine 2:0-Führung her

Der 1. FC Köln jubelt über Marius Bülters 1:0. (Foto: IMAGO / Jan Huebner)
Der 1. FC Köln jubelt über Marius Bülters 1:0. (Foto: IMAGO / Jan Huebner)

Der 1. FC Köln hat die nahezu perfekte Rettung beim 1. FC Union Berlin verspielt, musste sich am Samstag trotz einer 2:0-Führung mit einem 2:2 (1:0) zufrieden geben. Nun heißt es am Sonntag vom Sofa aus hoffen und zittern.

Aus dem Stadion an der Alten Försterei berichtet Martin Zenge

Zum sechsten Mal war der 1. FC Köln zu einem Bundesliga-Spiel bei Union Berlin zu Gast. Nur einen einzigen Punkt hatten die Geißböcke bislang in Köpenick geholt, nur ein einziges Tor geschossen. Am Samstagnachmittag kam ein zweiter Punkt hinzu, der in der Endabrechnung Gold wert sein könnte. Doch es wäre weit mehr drin gewesen – und womöglich muss der FC deshalb nun wieder stärker zittern.

Tore und Highlights

33. Minute: Der FC hatte zu Beginn viel Ballbesitz, hochkarätige Chancen gab es allerdings auf beiden Seiten nicht – es war wie erwartet kein Leckerbissen, der sich an der Alten Försterei bot. Dann aber folgte ein Kölner Angriff der Kategorie Delikatesse. Marius Bülter spielte aus der eigenen Hälfte nach links raus. Zunächst sprintete Said El Mala aus klarer Abseitsstellung los, die Fahne des Linienrichters ging hoch – doch Jakub Kaminski übernahm und die Fahne wanderte wieder nach unten. Der Pole legte zurück auf Luca Waldschmidt, der wiederum auf Bülter ablegte. Und der Ex-Unioner haute den Ball aus 18 Metern ganz trocken in den Winkel. Ein Traumtor zum 1:0! Bülter hob entschuldigend die Hände, aber der Kölner Jubel kannte kaum Grenzen. Union wiederum war aufgrund von El Malas Abseitsposition außer sich. Schiedsrichter Daniel Schlager zeigte sofort an: alles regelkonform.

41. Minute: Eigentlich hätte der FC zur Pause sogar mit 2:0 führen müssen. Köln konterte, El Mala fand zunächst kein Durchkommen, aber Kaminski tankte sich durch und scheiterte am stark reagierenden Union-Keeper Klaus. Der Abpraller landete beim einschussbereiten Waldschmidt, der zweite Treffer lag auf dem Silbertablett parat – doch Diogo Leite grätschte dazwischen.

61. Minute: Union übernahm nach dem Seitenwechsel die Initiative, verlagerte das Spiel über weite Strecken in die Kölner Hälfte. Die Ideen fehlten aber zunächst. Anders als beim FC. Kristoffer Lunds Flanke von links verlängerte El Mala mit links ins lange Eck – das 2:0!

73. Minute: War es die Entscheidung? Mitnichten! Wagner hatte gerade dreifach gewechselt – El Mala, Kaminski und Bülter gingen vom Feld – da kam Union per Standard zurück. Eine Ecke landete auf dem Kopf von Tom Rothe, der durch die Beine von Jahmai Simpson-Pusey einköpfte. Das 2:1 – und der Beginn einer heißen Schlussphase.

89. Minute: Eric Martel musste behandelt werden, war noch nicht wieder auf dem Feld. Der FC hatte den Ball zur Behandlung ins Seitenaus gespielt. Union gab diesen Ball aber nicht fairerweise zurück, sondern griff an – und traf. Burcu zog von rechts in die Mitte und ab. Marvin Schwäbe sah den Ball spät und dieser schlug zum 2:2 im kurzen Eck ein.

Personal

So spielte der FC: Schwäbe – Sebulonsen, Simpson-Pusey, Özkacar, Lund (80. Schmied) – Krauß, Martel – Waldschmidt (62. Chavez), Kaminski (72. Thielmann), Bülter (72. Maina) – El Mala (72. Niang)

Zur Aufstellung: Wagner nahm zwei Änderungen im Vergleich zur unglücklichen Niederlage gegen Bayer 04 Leverkusen vor. Luca Waldschmidt rückte nach seinen starken Joker-Leistungen für Linton Maina in die Partie, Tom Krauß ersetzte den Gelb-gesperrten Isak Johannesson.

Fazit

Der 1. FC Köln muss sich vorwerfen lassen, den so wichtigen Sieg bei Union Berlin weggeworfen zu haben. René Wagner ging mit seinem Dreifach-Wechsel zu viel Risiko, bot eine in dieser Konstellation nicht mehr funktionierende Offensive auf. So blieb es am Ende bei einem Punkt. Was dieses Unentschieden wert ist, wird sich erst am Sonntag zeigen. Spielt die Konkurrenz mit, könnte der eine Punkt bereits für den Klassenerhalt reichen. Verliert St. Pauli am Nachmittag gegen Mainz und siegt Wolfsburg am Abend nicht in Freiburg, wäre der FC angesichts seines deutlich besseren Torverhältnisses praktisch gerettet. Direkt absteigen können die Geißböcke, wenn alles mit normalen Dingen zugeht, schon jetzt nicht mehr.

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