Ist es sein letztes Spiel als Interimstrainer oder generell die letzte Partie als Coach des 1. FC Köln? Die geplante Beförderung von René Wagner sorgt rund um den 1. FC Köln für hitzige Diskussionen. Der Trainer spürt Rückendeckung und stellt sich vor seine zuletzt schwächelnde Mannschaft.
Eigentlich ist der Plan klar: Wie vom GEISSBLOG berichtet, soll René Wagner zum dauerhaften Cheftrainer befördert werden. Nach dem Klassenerhalt ist der 37-Jährige für Sportchef Thomas Kessler die Wunschlösung. Der blutleere Auftritt beim 1:3 gegen das vorherige Schlusslicht Heidenheim hat die im Umfeld ohnehin tobende Diskussion um Wagner jedoch zusätzlich befeuert.
Ob die zahlreichen kritischen Stimmen aus dem Anhang bei den Bossen Eindruck hinterlassen, wird sich zeigen; Wagner selbst beteuert vor dem finalen Saisonspiel beim FC Bayern München: „Ich bewerte nicht, was außerhalb passiert.“ Er lese „wenig bis gar nichts“, das tue ihm gut. Und so setzt der gebürtige Dresdner auch nach dem schwächsten Auftritt unter seiner Leitung auf Geschlossenheit.
Wagner: „Die Jungs wollten“
Obwohl seine persönliche Zukunft auf dem Spiel steht und manch anderer Trainer aufgrund der Performance gegen Heidenheim wohl auf den Tisch gehauen hätte: Öffentliche Kritik übt Wagner an seinen Spielern nicht. „Wir haben das mit der Mannschaft besprochen“, berichtet er von einer internen Analyse und meint: „Es ging weniger um den Charakter als um den absoluten Fokus in so einem Spiel. Ich glaube, dass die Jungs wollten, aber sie haben einige Entscheidungen nicht gut getroffen.“
Ich kann nur jeden Tag mit meinem Team gute Arbeit machen, und dann müssen andere bewerten, ob diese gute Arbeit mich dazu berechtigt, hier weiterzumachen.
rené Wagner
Er wolle seinen Spielern weder den Willen noch den Charakter absprechen und fühlt sich schon gar nicht im Stich gelassen: „Ich muss gucken, dass die Jungs hinter mir stehen – das tun alle. Das ist mir das Allerwichtigste. Die Jungs sind da, der Staff ist da, der Verein gibt mir ein gutes Gefühl.“ Nun würde ihm eine gute Leistung auf dem Platz gegen Meister Bayern den Rücken für die Zukunft stärken.
„Ich kann nur jeden Tag mit meinem Team gute Arbeit machen. Dann müssen andere bewerten, ob diese Arbeit mich dazu berechtigt, hier weiterzumachen“, so Wagners Herangehensweise. „Wenn das der Fall sein sollte, würde ich mich natürlich über das Vertrauen freuen“, macht er keinen Hehl daraus, dass er gerne als Chef weitermachen möchte. Seine Chancen könne er trotz des erreichten Ziels Klassenerhalt „superschwer einschätzen“.
„Geht nicht um meine Chance“
Wobei Wagner sich selbst nicht in den Mittelpunkt stellen möchte. „Es geht nicht um meine Chance. Ich sollte eine Aufgabe erledigen, das habe ich mit dem Staff geschafft.“ Nach wie vor fokussiere er sich auf die Arbeit mit der Mannschaft. „Ich hoffe, dass ich diesen Job noch ganz lange machen und in diesem Beruf arbeiten darf. Ich muss mich darauf konzentrieren, was ich beeinflussen kann. Natürlich spielen Ergebnisse in der Wahrnehmung eine große Rolle, aber meine Aufgabe ist es, die Leistung zu beurteilen. Die war in Teilen nicht gut genug, das haben wir ganz klar angesprochen.“
Ein Motivationsproblem sieht Wagner nach dem erreichten Klassenerhalt nicht – schließlich geht es am Samstagnachmittag gegen die Bayern. „Es ist die Chance, sich auf höchstem Niveau mit den besten Spielern zu messen. Als diese Möglichkeit müssen wir es sehen und gucken, dass wir dagegenhalten. Das ist eine Riesenchance für uns, und als solche sehen es auch die Jungs.“ Dem Trainer wiederum bietet sich die Möglichkeit, einige Kritiker umzustimmen.








Hier kannst du über den 1. FC Köln diskutieren und dich mit anderen Usern austauschen. Bitte beachte dabei die Spielregeln in unserer Netiquette! Du findest sie hier und kannst sie jederzeit nachlesen. Viel Spaß!