Verliert der 1. FC Köln einen Offensivstar? Die neuesten Transfergerüchte drehen sich ausnahmsweise mal nicht um Said El Mala, sondern um Jakub Kaminski. Der zweitbeste Scorer der Geißböcke, der per Kaufoption fest vom VfL Wolfsburg verpflichtet wird, soll direkt wieder einen Wechsel anstreben.
Für Lukas Kwasniok war er klipp und klar der „beste Spieler“ im Kader des 1. FC Köln, für Nachfolger René Wagner ist er immerhin „einer unserer besten Spieler“. Nur wie lange noch? Auch wenn die Geißböcke ihre Kaufoption für Jakub Kaminski definitiv ziehen werden, könnte der Pole am Samstagnachmittag gegen Bayern München zum letzten Mal für den FC auflaufen.
Die Fakten: Thomas Kessler hat mehrfach angekündigt, dass die Kölner den bislang vom VfL Wolfsburg ausgeliehenen Offensivallrounder fest verpflichten werden. 5,5 Millionen Euro beträgt die im Vertrag verankerte Ablöse – ein Schnäppchen. „Ich habe dem VfL Wolfsburg auf der Tonspur schon mitgeteilt, dass wir die Kaufoption für Kuba ziehen werden“, so Kessler in der vergangenen Woche.
Erste Interessenten für Jakub Kaminski?
Kaminskis anschließender FC-Kontrakt (bis 2029) enthält jedoch auch direkt eine Ausstiegsklausel, die dem Vernehmen nach etwas über 20 Millionen Euro liegt. Auf die Frage, ob der 23-Jährige definitiv in Köln bleibe, ließ sich Kessler vor dem Heidenheim-Spiel nicht umsonst eine Hintertür offen und verwies schmunzelnd auf eine Standard-Floskel aller Fußballmanager: „Stand jetzt ist er unser Spieler.“
Es gelte praktisch immer: „Nicht jeder Spieler, der im kommenden Jahr Vertrag beim 1. FC Köln hat, wird auch ganz sicher beim 1. FC Köln spielen.“ Bislang habe er jedoch „keine andere Annahme als das Kuba unser Spieler sein wird“.
Die Premier League ist mein Traum.
Jakub Kaminski
Gut eine Woche nach Kesslers Aussagen berichtet Sky nun, dass Kaminski durchaus vorhabe, zu wechseln. Es könne sein, dass der FC probiere, ihn nach England oder in eine andere Top-Liga zu verkaufen. Erste Anfragen „im Bereich der 20 bis 25 Millionen Euro“ sollen bereits vorhanden sein. Wobei die potenzielle Ablöse durch die Ausstiegsklausel klar geregelt sein dürfte. Nur der Transfer von Anthony Modeste nach China brachte dem FC bislang mehr Geld ein (29 Millionen Euro).
Eigentlich zu gut für den 1. FC Köln
Sollte er auf die Insel wechseln, würde Kaminski ein großes Karriereziel erreichen. „Die Premier League ist mein Traum“, hatte der polnische Nationalspieler bereits im vergangenen November im Interview mit dem GEISSBLOG gesagt und nachgeschoben: „Klar ist aber auch, ich liebe die Bundesliga und fühle mich hier sehr wohl.“
Kaminski weiß, was er am FC hat, beteuerte in dieser Saison auch mehrfach, dass er sich gut vorstellen könne, zu bleiben. Es kommt wohl darauf an, wie verlockend die Anfragen sind. In der Vereinsdoku Geliebter Fußballclub wurde der Offensivstar zuletzt porträtiert und sagte: „Ich habe die beste Zeit in meiner Karriere.“
Thomas Kessler wiederum ließ auch hier durchblicken, dass er sich durchaus darüber im Klaren ist, dass Kaminski nicht ewig in Köln bleiben wird. „Wir müssen realistisch sein: Unsere Mannschaft ist genau da aufgehängt, wo wir aktuell in der Tabelle stehen“, so der Geschäftsführer. Kaminski sei „von seinem Potenzial ein Spieler, der besser ist als eine Mannschaft, die in der Region unterwegs ist“. Das schätze der Pole vermutlich selbst so ein, das bewerte allerdings auch der FC so, offenbarte Kessler.
Kesslers bester Deal
Unabhängig von der Frage, wo Kaminski kommende Saison spielt, war seine Leihe zweifellos der beste Deal im ersten Transfersommer des Kölner Sportchefs. Sollte der Rechtsaußen tatsächlich per Ausstiegsklausel wechseln, würde er nicht nur seine eigene Ablöse wieder einspielen, sondern praktisch auch die Kaufoptionen der weiteren Leihspieler finanzieren – sollte Kessler diese halten wollen.
Es steht außer Frage, dass er in dieser Saison zu den besten Spielern des 1. FC Köln gehört.
Thomas Kessler über Jakub Kaminski
Womöglich ist es zunächst mal Kaminski und nicht El Mala, der den Geißböcken einen Geldregen und finanziellen Spielraum verschafft. Wenngleich sein Verlust fraglos ähnlich schwerwiegend wie jener des Shootingstars wäre. Mit sieben Toren und fünf Vorlagen ist Kaminski der zweitbeste Scorer des FC, hinzu kommen sein Fleiß und seine Flexibilität.
„Es steht außer Frage, dass er in dieser Saison zu den besten Spielern des 1. FC Köln gehört“, sagte Kessler in der Doku und ergänzte: „Ich wünsche mir einfach, dass seine Entwicklung so weitergeht.“ Nur wo, das bleibt abzuwarten.








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