„Ihm gebührt erst mal großer Respekt“: Kessler lässt Trainerfrage weiter offen

René Wagner an der Seitenlinie in München. (Foto: IMAGO / MIS)
René Wagner an der Seitenlinie in München. (Foto: IMAGO / MIS)

Der 1. FC Köln hat die Bundesliga-Saison 2025/26 mehr schlecht als recht beendet. Nun steht die Trainerfrage an. In München äußerten sich die Verantwortlichen erneut ohne klare Tendenz.

Aus der Allianz Arena berichtet Marc L. Merten

Sie standen nach dem Schlusspfiff beisammen. Thomas Kessler und René Wagner, Sportchef und Trainer des 1. FC Köln, am Spielfeldrand der Allianz Arena, und beobachteten die Meister-Ehrung des FC Bayern. „Wir haben uns vorgestellt, wie es wäre, mal Meister zu werden“, sagte Wagner hinterher mit einem Schmunzeln, worüber Kessler und er sich in dem Moment unterhalten hätten.

Ernsthafter dürften die Gespräche nun in den nächsten Tagen werden. Es steht die Saisonanalyse auf dem Programm – und die damit verbundene Entscheidung, wie es auf der Trainerposition des 1. FC Köln weitergehen wird. Wagner konnte am Samstag in München nicht weiter Eigenwerbung betreiben. Bis auf wenige Momente war der FC den Bayern gnadenlos unterlegen. Das galt allerdings nicht nur auf der Trainerbank, sondern vor allem auf dem Rasen im direkten Duell der Spieler.

Kessler muss analysieren: Wo liegt das Problem?

Kessler muss nun entscheiden: Ist Wagner gut genug für die Bundesliga? Wenn ja, muss er seinen Kader weiter radikal umbauen, weil dieser dann definitiv noch nicht gut genug für die Bundesliga ist. Wenn nein, muss er sich nach einem neuen Trainer umschauen – und den Kader trotzdem weiter verstärken. Keine leichte Entscheidung für den Sportchef, zumal diese schon bald fallen muss.

„Wir haben noch gar nicht gesprochen. Wir wollen heute ein gutes Gesicht zeigen, das ist das Wichtigste“, hatte Kessler vor dem Spiel bei Sky am Mikrofon erklärt und angekündigt: „Dieses Spiel heute wird in die Gesamtbewertung einfließen. Der Auftrag an René war, an kleinen Stellschrauben zu drehen. Das hat er mit dem Staff sehr gut gemacht. Erst mal gebührt ihm großer Respekt.“

Wagner betrachtet gestellte Aufgaben als erfüllt

Erst mal – und dann? Wagner selbst erklärte nach der Partie, dass die 90 Minuten in der Allianz Arena „nichts an meinem Gefühl geändert haben“, wie es mit ihm weitergehe. Wie dieses Gefühl lautet, wollte er aber nicht verraten. „Das Ergebnis (1:5) ist nicht toll, aber wir müssen es sauber und sachlich einordnen. Dann muss der Verein entscheiden, wie es weitergeht.“

Wagner machte klar: „Wenn ich es machen darf, werde ich mir Gedanken machen, wohin ich mit dem FC möchte. Jetzt brauche ich erst einmal ein Zeichen vom Verein und mit Thomas sprechen. Es gibt keinen konkreten Zeitplan.“ Der 37-Jährige sagte aber auch erneut, er habe die wichtigste Aufgabe, die man ihm gestellt habe, erfüllt – den Klassenerhalt. Darüber hinaus „hatten wir intern auch zwei, drei andere Aufgaben zu lösen. Das haben wir angeschoben.“ Welche das waren, verriet er nicht.

Heute gibt es zwei andere Mannschaften, die abgestiegen sind. Eine andere Mannschaft muss noch zittern. Wir gehören nicht dazu, und darauf sollten wir stolz sein.

René Wagner

Es klang jedoch so, als gehe er davon aus, dass ihm intern ein gutes Zeugnis für die erfüllten Aufgaben ausgestellt werde. Und damit womöglich verbunden die Weiterbeschäftigung. „Wir haben ein, zwei Spiele gemacht, in denen wir mit den Leistungen nicht zufrieden sein können, aber dann geht es für einen Aufsteiger auch immer ein Auf und Ab. Heute gibt es zwei andere Mannschaften, die abgestiegen sind. Eine andere Mannschaft muss noch zittern. Wir gehören nicht dazu, und darauf sollten wir stolz sein.“

Kessler hatte in den letzten Wochen Wagner das Vertrauen ausgesprochen, aber auch erklärt, er führe weitere Gespräche, weil dies seine Verpflichtung als Sportchef mit Blick auf die nächste Saison sei. Nun steht der 40-Jährige vor einer zentralen Entscheidung: Vor einem Jahr lag Kessler mit der Wahl pro Lukas Kwasniok letztendlich daneben. Dieses Jahr muss die Wahl passen, damit die nächste Saison erfolgreicher wird als die nun beendete. Man muss ja nicht gleich beginnen von der Meisterschaft zu träumen.

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