Die Beförderung von René Wagner beim 1. FC Köln ist auch ein klares Signal an die Mannschaft. Die Spieler wissen jetzt: Bei der Analyse der Saison sind die FC-Profis nicht gut weggekommen.
Ein Kommentar von Marc L. Merten
Es wäre für Thomas Kessler zwar nicht leicht gewesen, noch einmal von René Wagner abzurücken. Der Sportchef des 1. FC Köln hätte aber dem Ruf einiger Fans folgen und sich für einen anderen Trainer aussprechen können. Damit aber hätte der 40-Jährige von seiner Überzeugung abrücken müssen. Und diese lautet: Nicht der Trainer war zuletzt das Problem, sondern die Mannschaft.
Dass Wagner im Amt bestätigt wurde, ist ein deutliches Zeichen an die Spieler, dass sich der Ton in den kommenden Monaten beim FC ändern könnte. Und das muss er auch. Zu viel ist in dieser Saison hinter den Kulissen nicht gut gelaufen. Zu viel ist letztlich auf dem Rücken der beiden Cheftrainer Kwasniok und Wagner abgeladen worden. Zu viel, das den Ursprung im Team hatte.
Undiszipliniertheiten belasten den FC
Das hat offenbar die Saison-Analyse ergeben. Und die ging weit darüber hinaus, dass manche Spieler sich Undiszipliniertheiten wie Zuspätkommen zu Besprechungen oder Nachlässigkeiten in ihrer Ernährung und Lebensstil geleistet haben. Nach GEISSBLOG-Informationen lautete ein Fazit, dass einige Spieler sich nicht ansatzweise weiterentwickelt haben und deswegen der Kader nicht die Entwicklung genommen hat, die es gebraucht hätte für eine sorgenfreie Saison.
Das ist der Grund, weshalb sich die FC-Profis nun unter Wagner warm anziehen müssen. Dass der Cheftrainer durchgreifen kann, hat er mit dem zwischenzeitlichen Rauswurf von Jahmai Simpson-Pusey gezeigt. Dem GEISSBLOG ist auch ein zweiter Fall am letzten Spieltag bekannt, wonach ein anderer Spieler zu spät und deshalb in München nicht zum Einsatz kam. Es war diese kopflose Sorglosigkeit, die zu den deutlichen Niederlagen geführt hat – kein vermeintlich schlechter Matchplan.
Einige Spieler haben keine Zukunft mehr
Wagner hat die Mannschaft lange geschützt. Das muss nun ein Ende haben. Die Spieler müssen mit mehr Härte angefasst werden, um Ambition und Ehrgeiz für mehr zu wecken. Dazu gehört auch, dass Kessler auf dem Transfermarkt Zeichen setzen muss. Nicht nur durch Neuzugänge, sondern auch durch Verkäufe. Im vergangenen Sommer sortierte der Sportchef mehrere Spieler aus. Das muss nun erneut passieren. Einige Spieler haben keine Zukunft mehr beim FC.
Wenn Kessler und Wagner diese Signale senden, dann könnte es gelingen mit der zweiten, erfolgreichen Bundesliga-Saison inklusive Klassenerhalt in Folge. Wenn diese Signale aber am Ende ausbleiben oder sich nur heiße Luft herausstellen sollten, könnte der FC hingegen ein Problem bekommen. Denn dann würde die Wagner-Beförderung verpuffen. Und dann würde es – mal wieder in Köln – nur um das nackte Überleben gehen.







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