Der 1. FC Köln hat sich mit 32 Punkten gerettet und spielt weiter Bundesliga. Ein Blick ins Detail zeigt, warum die Geißböcke mit so wenigen Punkten über dem Strich bleiben konnte – und wo die große Herausforderung liegt.
Nichts ist Schwarz oder Weiß. Selbst beim 1. FC Köln nicht. Der geschaffte Klassenerhalt ist einerseits Anlass zu großer Freude, andererseits aber im Detail auch Anlass zu mahnenden Worten. Denn Fakt ist auch: In den zehn vorherigen Jahren hätten 32 Punkte nur in drei Fällen zur Rettung gereicht, in sieben Fällen hätten die Geißböcke den Weg in die 2. Liga antreten müssen.
Allerdings, und deswegen ist eben nichts Schwarz oder Weiß, gibt es Gründe für den 14. Tabellenplatz des FC in 2025/26. Einer der Gründe ist die immer weiter sich öffnende Schere aus reichen Clubs und jenen, die ums sportliche Überleben kämpfen. Für kleinere Clubs war es in der letzten Saison deutlich schwerer als in den Jahren zuvor, gegen die Topteams der Liga zu punkten.
Vier-Klassen-Gesellschaft in der Bundesliga
Inzwischen herrscht eine Vier-Klassen-Gesellschaft vor. Ganz oben mit dem FC Bayern der Primus in seiner eigenen Galaxie. Dahinter mit Dortmund, Leipzig, Leverkusen, Frankfurt und inzwischen auch Stuttgart fünf Teams, die den Anspruch haben, europäisch zu spielen. Wiederum dahinter kommen jene Clubs, die mit Glück und guter Arbeit oben je nach Saisonverlauf reinrutschen können – Freiburg, Hoffenheim und (aufgrund ihrer finanziellen Möglichkeiten) mit teils großen Abstrichen Augsburg und Wolfsburg (was wiederum ein gutes Beispiel ist, wie schnell es schief gehen kann, wenn man schlechte Entscheidungen trifft).
Der Rest hingegen – und aus den oben genannten Teams rutscht jede Saison mindestens eines davon unten rein – spielt gegen den Abstieg. Und zwar komplett. Die gesamte zweite Tabellenhälfte ist eingeloggt im Abstiegskampf. Vom ersten Spieltag an. Das bedeutet: Diese direkten Duelle gegen die anderen acht Teams in der unteren Tabellenhälfte sind vom ersten Spieltag an Sechs-Punkte-Spiele. Und genau da wird deutlich, warum der FC sich retten konnte.
23 von 32 Punkten gegen direkte Konkurrenten
Denn die Geißböcke haben deshalb die Klasse gehalten, weil sie in den entscheidenden Spielen fast immer auf der Höhe waren. Von den 16 Spielen gegen die Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte verlor der FC nur drei (!). Drei aus 16 ist ebenso eine überragende Quote wie 23 von am Ende 32 Punkten, welche der FC genau gegen die direkten Konkurrenten holte.
Sechs Punkte gegen Mainz, vier Punkte gegen Hamburg, Bremen und Wolfsburg, dazu zwei gegen Pauli und jeweils einen gegen Union, Gladbach und Heidenheim. Nur gegen die letztgenannten drei Teams verlor der FC jeweils eine Partie. Den Rest gestaltete der FC immer ausgeglichen bis siegreich. Wer in der Bundesliga bleiben will, darf vor allem diese Sechs-Punkte-Spiele nicht verlieren.
Sonst bleibt der Druck immens
Was im Umkehrschluss aber auch bedeutet, dass der FC aus den anderen 18 Spielen der Saison nur sagenhafte neun Punkte holte (vier davon gegen Hoffenheim). Und genau das war die riesengroße Schwäche der Geißböcke, die in der nächsten Saison dringend abgestellt werden muss.
Denn wer so schwach in den Duellen als Außenseiter ist, darf sich in den Sechs-Punkte-Spielen praktisch keine Ausrutscher leisten. Eine Schwäche, die den Druck auf den FC praktisch ständig erhöhte und jedes Außenseiter-Spiel nur noch schwerer machte. Will der FC in der nächsten Saison halbwegs sorgenfrei in der Bundesliga bleiben, muss sich dies ändern.






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