Vizepräsident verrät: Diese Alternativen zu Wagner hat der FC geprüft

Ulf Sobek beim Mediengespräch. (Foto: Bucco)
Ulf Sobek beim Mediengespräch. (Foto: Bucco)

Die Verantwortlichen des 1. FC Köln haben sich hinter René Wagner als Cheftrainer vereint und dem 37-Jährigen das Vertrauen für die neue Saison ausgesprochen. Womit Wagner überzeugte und welche Alternativen der FC prüfte, erklärte am Donnerstag Vizepräsident Ulf Sobek.

Es gab Zeiten, da erklärte der Sportchef des 1. FC Köln stolz, er habe mit keinem anderen Trainer gesprochen als mit jenem, den er verpflichtete. So geschehen mit Armin Veh und Achim Beierlorzer. Das Ergebnis ist bekannt. Spätestens seit dieser Episode ist jedem FC-Fan klar: Es gehört zur professionellen Arbeit eines Sport-Geschäftsführers dazu, Alternativen zu prüfen.

Das hat Thomas Kessler in den vergangenen Wochen getan. Vizepräsident Ulf Sobek erklärte am Donnerstagabend in einer Medienrunde, welche Gedanken sich der FC abseits Wagners gemacht hätte. Namen nannte Sobek zwar nicht, ließ aber durchklingen, dass die Kategorie Dino Toppmöller sehr wohl zur Diskussion stand.

Diese Szenarien diskutierte der FC

„Wir haben über verschiedene Szenarien diskutiert, nicht nur über René. Wir haben uns gefragt: Nehmen wir einen Top-Trainer? Klar ist Pep Guardiola ein Top-Trainer, aber wer wäre das für unser Regal als 1. FC Köln?“, sagte Sobek. „Oder wollen wir jemanden, was wir schon öfters hatten, aus der 2. Liga, der dort gute Arbeit geleistet hat? Möchten wir vielleicht einen jungen, wilden Trainer mit anderen Ansichten? Das waren Profile, die wir auch diskutiert haben.“

Letztlich habe sich dennoch bei allen Möglichkeiten Wagner im Vergleich durchgesetzt. „Dann haben wir René dagegen gehalten und sind sehr schnell zu dem Schluss gekommen, dass René der Richtige ist.“ Der Grund: Wagner bringe aus vielen anderen Szenarien selbst einiges mit: ein junger Trainer, der aber schon Bundesliga-Erfahrung habe, überdies sehr analytisch arbeite, einen untypischen und offeneren Werdegang habe als andere und vor allem die Gegebenheiten in Köln schon kenne und wisse, worauf er sich einlasse.

Wagner überzeugt mit Saison-Analyse

Wagner musste vor dem vollständigen Gemeinsamen Ausschuss seine Pläne mit dem 1. FC Köln präsentieren – und erhielt letztlich „eine einheitliche, geschlossene Entscheidung“, wie Sobek betonte. „Er musste nicht durchgedrückt werden. Das gesamte Gremium steht voll hinter dieser Entscheidung.“ Wagner habe bereits im März nach der Entlassung von Lukas Kwasniok „sehr sachlich und analytisch geschildert, was er verändern will. Das haben wir jetzt noch mal geprüft und ihn hinterfragt, wie er es angehen würde, wenn er Cheftrainer würde.“

Sobek zeigte sich von den Antworten beeindruckt. Wagner habe die Probleme klar benannt „und nicht nur Ziele formuliert, sondern auch Wege aufgezeigt, wie wir dahin kommen können. Wie er einzelne Spieler verändern will. Wie er sich einzelne Positionen vorstellt. Wie er sich die Arbeit mit und gegen den Ball in den einzelnen Spielphasen vorstellt. Wie er das Training entsprechend gestalten möchte. Wie er die Rollen in der Mannschaft zuweisen will.“ So konnte Wagner schließlich das Votum für sich entscheiden und wird nun mit Sportchef Kessler die neue Saison planen.

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