Die Bundesliga-Frauen des 1. FC Köln sind am Sonntag mit sieben Neuzugängen in die Sommervorbereitung gestartet – ganz komplett ist der Kader damit aber wohl noch nicht. Britta Carlson hätte gerne noch eine weitere Spielerin, offen ist nur: für welche Position?
28 Spielerinnen standen beim Trainingsauftakt des 1. FC Köln auf dem Platz, 24 Feldspielerinnen und vier Torhüterinnen. Es fehlten die U19-EM-Halbfinalistinnen Alina Kerschbaumer (Österreich) und Lina Szàraz (Deutschland) sowie die langzeitverletzten Paula Hoppe (Torwart) und Laureta Elmazi (Linksaußen). Trotz des eigentlich breiten Kaders ließ Trainerin Britta Carlson durchblicken, dass der FC für die neue Saison in der Frauen-Bundesliga noch einmal auf dem Transfermarkt zuschlagen könnte.
Mittelfeld und Abwehr sind breit aufgestellt
Ein Blick auf die Kaderstruktur zeigt: Scouting und Kaderplanung haben in Köln im Sommer ausgewogene Arbeit geleistet. Auch Carlson bestätigt: „Bisher sind wir schon sehr gut aufgestellt.“ Im Mittelfeld ist die Mannschaft mit elf Spielerinnen ausreichend besetzt. Dort verstärken Alina Kerschbaumer vom First Vienna FC 1894 und Sophie Nachtigall vom SC Freiburg den Kader, dazu kommen die aus der eigenen U21 hochgezogenen Kim Wardjawand und Jil Schäfer. Wer sich davon am Ende wirklich in der Bundesligamannschaft durchsetzt, bleibt aber abzuwarten.
Vielleicht kommt noch eine dazu, aber im Großen und Ganzen sind wir durch. Da sind ein, zwei Fragezeichen, da lassen wir uns noch ein bisschen was offen, bis Ende August ist ja auch noch etwas Zeit.
Britta Carlson
Auch die Abwehr ist mit elf Spielerinnen breit aufgestellt, verstärkt durch Rechtsverteidigerin Beke Sterner von der SGS Essen und Linksverteidigerin Elise Stenevik vom FC Everton. Mit Marina Hegering, Anna Gerhardt, Carlotta Imping und Laura Donhauser stehen dort weiterhin gestandene Stammkräfte bereit. Trotzdem wiegt ein Abgang schwer: Die slowenische Nationalspielerin Sara Agrež, die Innenverteidigerin mit der meisten Spielzeit, hat den Verein verlassen. Wer diese Lücke schließt, dürfte sich erst im Saisonverlauf zeigen.
Fünf Torhüterinnen kämpfen um einen Platz
Ähnlich sieht es im Tor aus. Mit Inga Schuldt vom HSV und Rückkehrerin Pauline Nelles von den Arizona State Sun Devils hat der FC zwei neue, gestandene Torhüterinnen verpflichtet – macht insgesamt fünf Spielerinnen für diese Position. Paula Hoppe fehlt aktuell zwar verletzt, das ändert aber an der grundsätzlichen Tiefe wenig. Da bleibt der Kampf um Platz eins besonders interessant.
Schmaler besetzt ist dagegen die Offensive. Mit sechs Spielerinnen ist der Sturm das kleinste Aufgebot im Kader, wenn auch eine ausreichende Zahl für diese Position. Verstärkt wurde der Angriff in diesem Sommer nur durch Laureta Elmazi von der SGS Essen, die sich aber erst im März dieses Jahres das Kreuzband riss und noch länger ausfallen wird.
Abgänge, die wehtun könnten
Hinzu kommen einige Abgänge im Offensivbereich. Mit Adriana Achcińska, die das zentrale Mittelfeld Richtung VfB Stuttgart verließ, und Martyna Wiankowska vom linken Flügel, verlor der FC gleich zwei Polinnen mit viel Spielzeit. Zusammen mit dem verletzungsbedingten Ausfall von Elmazi dürfte damit vor allem auf den Außenbahnen Bedarf entstehen. Passend dazu Carlsons Andeutung: „Da sind ein, zwei Fragezeichen, da lassen wir uns noch ein bisschen was offen bis Ende August.“
Betrachtet man abschließend das Gesamtbild, ist festzustellen: In der Abwehr wird der Verein kaum noch handeln müssen. Im zentralen Mittelfeld bildeten in der vergangenen Saison Laura Feiersinger und Laura Vogt auf der Doppel-Sechs sowie Adriana Achcińska auf der Zehn ein eingespieltes Trio, durch Achcińskas Wechsel zum VfB Stuttgart wird dort zwar nun ein Platz frei, vier neue Spielerinnen stehen dafür aber bereit.
Bis August ist das Transferfenster noch offen
Offensiv dürfte also vor allem der Flügel im Fokus stehen: Mit dem Abgang von Wiankowska und der verletzten Elmazi fehlen dort gleich zwei Optionen. Am ehesten dürfte der Blick des FC deshalb auf eine schnelle Außenspielerin fallen. Im Hinterkopf behalten dürfte Carlson dabei auch die zum Saisonende aufblitzende Lydia Andrale, die bestätigen muss, ob sie an diese Leistungen anknüpfen kann. Mit Sandra Jessen (zwölf Saisontore) steht zumindest eine zuverlässige Knipserin bereit. Ob das reicht oder ob und wo die Verantwortlichen noch einmal auf dem Transfermarkt zuschlagen, zeigt sich in den kommenden Wochen.







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