Der 1. FC Köln steht vor der Verpflichtung von Paul Okon-Engstler. Der australische Nationalspieler wäre die große Überraschung auf dem Transfermarkt und war offenbar ein Fund der FC-Scouts bei der WM 2026.
Es war im Sommer 2022, als die Fans des 1. FC Köln etwas überrascht hörten: Die Geißböcke verpflichten einen 21-jährigen Nobody für 50.000 Euro von den Offenbacher Kickers – nicht für die zweite Mannschaft, sondern für die Profis. Noch überraschter waren sie, als Denis Huseinbasic in kürzester Zeit unter Steffen Baumgart durchstartete und gleich in seiner ersten Saison mit fünf Toren und drei Vorlagen in 31 Pflichtspielen zum Shootingstar avancierte.
Vier Jahre später ist Huseinbasic Geschichte, der mittlerweile 25-Jährige spielt künftig für den SC Braga in Portugal. Dafür jedoch könnte ein ähnlicher 21-jähriger Nobody zum FC wechseln, auf der fast identischen Position wie Huseinbasic. Paul Okon-Engstler war in Fußball-Deutschland wohl nur Experten ein Begriff, ehe Fabrizio Romano am Donnerstagabend vermeldete, der Transfer des zentralen Mittelfeldspielers zum FC stehe unmittelbar bevor. Schon am Montag könnte der Medizincheck erfolgen.
Parallelen und Unterschiede zu Huseinbasic
Nun soll der Profi von Sydney FC keine 50.000 Euro kosten, sondern das 20-fache. Doch selbst für eine Million Euro wäre auch der defensive Mittelfeldspieler ein ähnlich geringes Risiko wie Huseinbasic vor vier Jahren. Okon-Engstler ist Links- statt Rechtsfuß, aber wie Huseinbasic in Sydney genauso wie in der Nationalmannschaft im zentral-linken Mittelfeld zu Hause. Beim Sydney FC etwas defensiver, bei der Nationalmannschaft etwas offensiver, spielte er in der letzten Saison auf der Sechs.
Während das einstige Schnäppchen aus Offenbach eher Achter als Sechser war, ist der Australier stärker nach hinten orientiert. Dazu passt, dass Okon-Engstler in seiner Saison in Australien sowie bei der WM in der Nationalelf pro 90 Minuten mehr Zweikämpfe am Boden und in der Luft führte als Huseinbasic in seiner Zeit beim FC und davon auch durchschnittlich mehr gewann. Er hatte mehr Balleroberungen, fing mehr Bälle ab und war in Spielaufbau stärker von hinten heraus eingebunden.
Vater erfolgreich in Belgien, England und Italien
Auffällig aber auch: Okon-Engstler wählte im Passspiel nach vorne mehr Risiko als Huseinbasic, suchte 50 Prozent häufiger den Pass ins letzte Drittel und damit mehr Tiefe für das Spiel der eigenen Mannschaft. Genau solche Spielertypen suchen die FC-Verantwortlichen für das zentrale Mittelfeld. Offen ist natürlich, ob der 21-Jährige diese Fähigkeiten auch auf Bundesliga-Niveau wird zeigen können.
Immerhin: Große Fußstapfen sind vor Okon-Engstler längst ausgebreitet. Sein namensgleicher Vater Paul Okon senior ist nicht nur heutiger Co-Trainer der australischen Nationalmannschaft, sondern blickt selbst auf eine erfolgreiche Karriere in Europa zurück. Auch der heute 54-Jährige war Nationalspieler seines Landes, spielte 43-mal in der Premier League für Leeds United und den FC Middlesbrough, absolvierte über 100 Pflichtspiele für den Club Brügge und stand in 16 Pflichtspielen für die AC Florenz in der Serie A und in der Champions League auf dem Rasen.
Schöne Vorlage zum ersten WM-Tor der Australier
Nun soll sein Sohn in Köln durchstarten. Entdeckt wurde der 21-Jährige offenbar bei der WM 2026, wo sich dem Vernehmen nach mehrere FC-Scouts die Spiele vor Ort anschauten. Australien wurde in der Gruppe D hinter den USA und vor Deutschland-Albtraum Paraguay sowie der Türkei Zweiter, schied dann aber im Sechzehntelfinale gegen Ägypten nach Elfmeterschießen aus.
Okon-Engstlers wichtigste Szene des Turniers war seine Vorlage im Auftaktspiel gegen die Türkei, als er aus der eigenen Hälfte den schnellen Irankunda mustergültig mit einem langen Ball schickte und so den Führungstreffer vorbereitete. Solche Pässe würde sich der FC künftig in der Bundesliga von dem Mittelfeldspieler wünschen.








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