„Geht durchs Feuer“: Wagner benennt FC-Kapitän – und kündigt Änderung an

Marvin Schwäbe und Ron-Robert Zieler bleiben die Anführer des 1. FC Köln. (Foto: IMAGO / Beautiful Sports International)
Marvin Schwäbe und Ron-Robert Zieler bleiben die Anführer des 1. FC Köln. (Foto: IMAGO / Beautiful Sports International)

Marvin Schwäbe wird den 1. FC Köln auch in der neuen Saison als Kapitän anführen. Das hat René Wagner bereits zum Ende der ersten Trainingswoche verkündet. Einen klassischen Mannschaftsrat gibt es künftig wohl nicht mehr – dafür eine sogenannte „Tacheles-Gruppe“.

Die Nummer eins des 1. FC Köln trägt weiterhin die Binde: René Wagner hat Marvin Schwäbe im Amt bestätigt. „Ja, Marvin bleibt Kapitän“, sagte der FC-Trainer nach der Freitagseinheit und sorgte damit frühzeitig für Klarheit in der Cheffrage.

Wagner sieht keinerlei Gründe, bei dieser wichtigen Personalie einen Wechsel vorzunehmen. „Marvin und ich haben ein gutes Verhältnis, wir kennen uns jetzt seit fünf Jahren und vertrauen uns. Mit ihm habe ich einfach einen Top-Mann an meiner Seite, der für uns alle durchs Feuer gehen wird“, zeigt sich der 38-Jährige überzeugt.

Schwäbe ist „laute Stimme in der Kabine“

Schwäbe steht vor seiner sechsten FC-Saison, ist der dienstälteste Profi nach Jan Thielmann. Wagner setzt auf genau diese Erfahrung: „Marvin kennt den Verein, er ist lange genug da. Er hat hier schwere Zeiten durchlebt, aber auch Top-Zeiten mit der Conference-League-Quali. Er hat alles mal gesehen, ist in der Kabine eine laute Stimme. Wenn ihn etwas stört, dann spricht er es an.“

Ebenfalls im Amt bestätigt wurde Schwäbes Stellvertreter Ron-Robert Zieler. Der Weltmeister von 2014 bleibe „auf jeden Fall einer der Co-Kapitäne“, so Wagner, der zudem noch Anführer unter den Feldspielern sucht. In der vergangenen Saison benannte sein Vorgänger Lukas Kwasniok den inzwischen nach Mainz gewechselten Eric Martel als zusätzlichen Wortführer.

„Wir werden gucken, dass wir auf dem Feld immer jemanden haben, der die Verantwortung übernehmen kann“, kündigte Wagner an und schaut in den kommenden Wochen genau hin, „wer sich im Laufe der Vorbereitung in diese Position reinspielt“.

Wohl kein „klassischer Mannschaftsrat“ unter Wagner

Vergangene Saison hatten Neuzugang Marius Bülter und Eigengewächs Jan Thielmann den Mannschaftsrat komplettiert. Wobei das Teamgremium in dieser Form wohl gar nicht mehr existieren wird, wie Wagner am Freitag durchblicken ließ: „Das ist ein Thema, das vor allem in Deutschland sehr, sehr hoch gehalten wird. In anderen Ländern gibt es keinen Mannschaftsrat, sondern Leadership-Gruppen an Spielern, die sich selber herauskristallisieren.“ Er wisse nicht, „ob es bei uns noch den klassischen Mannschaftsrat geben wird“.

Eine Leadership-Gruppe hatte sich beim FC schon in der vergangenen Saison gebildet – unabhängig vom Teamrat. „Die haben die Jungs ‚Tacheles-Gruppe‘ genannt“, verriet Wagner nun. Er selbst gehöre der Runde nicht an. „Da wird offen miteinander gesprochen, da bin ich dann nicht dabei. Das sind Themen, die meistens gar nicht bis zu mir kommen, sondern die die Mannschaft selber regeln kann und muss.“

Dennoch mischen sich in der „Tacheles-Gruppe“ Profis und Staffmitglieder – für den Chefcoach ganz entscheidend: „Wenn wir über eine Einheit sprechen, gehören alle dazu. Das habe ich letztes Jahr betont und das werden wir auch weiterhin so halten. Wir beziehen alle mit ein. Wenn der Physio einen Punkt hat, der besser werden muss, muss er den auch anbringen können. Jeder muss eine starke Stimme haben.“

Junge Spieler, neue Spieler – jeder soll das Gefühl haben, dass er Verantwortung für unseren Erfolg hat.

René Wagner

Und so ist es sehr wahrscheinlich, dass es beim FC künftig keinen Mannschaftsrat mehr, aber weiterhin diese Klartext-Gruppe geben wird. Zum Ende der Vorbereitung soll die Runde erstmals einberufen werden, die Teilnehmer sollen sich in der Zwischenzeit von ganz alleine abzeichnen. Wagner: „Ich will die Jungs drin haben, die wirklich Führung übernehmen wollen.“

Wobei nicht nur auf eine Mischung aus Profis und Betreuern, sondern auch auf einen Mix aus Youngsters und Routiniers geachtet werde. „Junge Spieler, neue Spieler – jeder soll das Gefühl haben, dass er Verantwortung für unseren Erfolg hat“, so der Trainer-Wunsch.

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