Elfter FC-Abgang! Gazi mit bitteren Worten: „Hätte gerne die Chance bekommen“

Jusuf Gazibegovic verlässt den 1. FC Köln erneut. (Foto: Bucco)
Jusuf Gazibegovic verlässt den 1. FC Köln erneut. (Foto: Bucco)

Der elfte Abgang des 1. FC Köln steht fest: Jusuf Gazibegovic verlässt die Geißböcke erneut auf Leihbasis, der Rechtsverteidiger schließt sich dem polnischen Erstligisten Widzew Lodz an. In seinen Abschiedsworten klingt die Enttäuschung durch.

Während der 1. FC Köln sein Trainingslager in Kitzbühel bestreitet, hat Jusuf Gazibegovic bei Widzew Lodz unterschrieben. Der Rechtsverteidiger wechselt auf Leihbasis für eine Saison in die polnische Ekstraklasa. Ex-Bundesliga-Torhüter Rafał Gikiewicz hatte den sich anbahnenden Transfer zuletzt im polnischen Fernsehen angekündigt – seit Sonntagnachmittag ist der Deal offiziell.

FC-Sportchef Thomas Kessler sagt: „Wir haben Gazi frühzeitig und transparent darüber informiert, dass er in unseren sportlichen Planungen für die kommende Saison keine Rolle spielen wird. Uns war wichtig, ihm diese Klarheit möglichst früh zu geben, damit er zusammen mit seinem Berater die bestmögliche Lösung für seine Zukunft erarbeiten kann. Gemeinsam ist es uns nun gelungen, eine Konstellation zu finden, die für alle Beteiligten sinnvoll ist und Gazi in Lodz die Möglichkeit gibt, regelmäßig auf einem guten Niveau Spielpraxis zu sammeln.“

Keine zweite Chance beim 1. FC Köln

Der im Januar 2025 als erster Neuzugang nach der Transfersperre verpflichtete Gazibegovic war bereits im vergangenen Sommer unter Lukas Kwasniok aufs Abstellgleis geraten. Der 23-fache bosnische Nationalspieler wurde in der Bundesliga-Hinrunde nur ein einziges Mal eingewechselt und anschließend in der Winterpause an seinen Ex-Club Sturm Graz verliehen.

Beim österreichischen Vizemeister konnte sich Gazibegovic allerdings weder für die WM noch für eine Rückkehr zum FC empfehlen. Noch vor dem Trainingsauftakt wurde dem 26-Jährigen mitgeteilt, dass mit ihm nicht mehr geplant wird. So wurde der Außenverteidiger mit Vertrag bis 2028 im Anschluss an die Leistungsdiagnostik direkt freigestellt, um Gespräche mit Interessenten zu führen. „Wir bedanken uns für seinen jederzeit professionellen Umgang mit der Situation und wünschen ihm für die Zeit in Lodz sportlich wie persönlich viel Erfolg“, sagt Kessler.

Klar hätte ich beim FC gerne eine Chance bekommen, mich noch einmal zu zeigen. Leider haben sich die Verantwortlichen anders entschieden.

Jusuf Gazibegovic

Gazibegovic wiederum wählt durchaus bittere Abschiedsworte: „Klar hätte ich beim FC gerne eine Chance bekommen, mich noch einmal zu zeigen. Leider haben sich die Verantwortlichen anders entschieden.“ In Lodz, beim früheren Club von Imad Rondic, wird Gazibegovic gebraucht, um den etatmäßigen Rechtsverteidiger Carlos Isaac zu ersetzen, der sich eine schwerwiegende Knieverletzung zugezogen hat.

Zweitwertvollster Kader der Ekstraklasa

„Jetzt bin ich froh, mit Widzew Lodz einen Verein gefunden zu haben, bei dem ich die Chance bekomme, mich von Saisonbeginn an zu zeigen mit dem klaren Ziel, wieder Stammspieler zu werden. Dafür werde ich bei Lodz alles geben“, sagt Gazibegovic. Bei Widzew ist er Teil des Stand jetzt zweitwertvollsten Kaders der Ekstraklasa, wobei Lodz in den vergangenen Jahren nie über einen Platz im Tabellenmittelfeld hinauskam.

Mit Gazibegovics Leihe verzeichnet der 1. FC Köln den elften Abgang des Sommers. Jakub Kaminski, Rasmus Carstensen, Eric Martel, Denis Huseinbasic, Dominique Heintz, Florian Kainz, Luca Kilian, Cenk Özkacar, Kristoffer Lund, Felipe Chávez und jetzt Gazi – eine ganze Mannschaft ist gegangen.

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