Noch nie hat ein 18-Jähriger die Bundesliga für derart viel Geld verlassen: Kerim Alajbegovic ist für mehr als 30 Millionen Euro von Bayer Leverkusen zu Juventus Turin gewechselt. Der 1. FC Köln verdient zumindest minimal mit.
Im Sommer 2021, im Alter von gerade mal 13 Jahren, verließ Kerim Alajbegovic den 1. FC Köln. Fünf Jahre später erhalten die Geißböcke ein Trostpflaster für den Verlust ihres ehemaligen Top-Talents. Alajbegovics Wechsel von Bayer Leverkusen zu Juventus Turin beschert dem FC eine sechsstellige Summe.
Mehr als 30 Millionen Euro fixe Ablöse sollen fließen. Realistische Boni können die Summe dem Vernehmen nach auf 33 Millionen Euro anwachsen lassen, insgesamt sind sogar bis zu 35 Millionen Euro drin. Der FIFA-Solidaritätsbeitrag für internationale Transfers lässt den FC als Ausbildungsclub mitverdienen. 150.000 bis 175.000 Euro wandern gemäß dem Verteilungsmechanismus ans Geißbockheim.
„Mit Blick auf Gesamtpaket des Transfers zugestimmt“
Mit den mehr als 30 Millionen Euro ist Alajbegovic der teuerste Spieler unter 19 Jahren, der jemals von einem Bundesliga-Club verkauft wurde. Auf der Zugangsseite war lediglich Bayerns Renato Sanches (35 Millionen Euro) teurer.
Bayer-Sportchef Simon Rolfes sagte im Zuge des Transfers am Sonntag: „Kerim hat nach seiner Zeit bei uns im Nachwuchs zuletzt in Salzburg noch einmal große Schritte gemacht. Gleichzeitig mussten wir realistisch einschätzen, dass der Konkurrenzkampf in unserem Kader, gerade auch auf seinen bevorzugten Positionen, sehr groß ist. Vor diesem Hintergrund und mit Blick auf das Gesamtpaket des Transfers haben wir dem Wechsel nach Italien zugestimmt.“
Mit Stolz schob Rolfes nach: „Dass ein Spieler aus unserem Nachwuchs zu einem Klub wie Juventus wechselt, unterstreicht einmal mehr die hervorragende Arbeit unseres Leistungszentrums.“ Alajbegovic ist nach Florian Wirtz schon das zweite Top-Talent, das ursprünglich aus dem FC-Nachwuchs stammt, mit dem Leverkusen groß Kasse macht – wobei der bosnische WM-Star natürlich weitaus länger bei Bayer ausgebildet wurde als Wirtz, der erst in der U19 wechselte.
Vorerst keine weiteren Nachzahlungen für Bisseck und Tolu
In Leverkusen sah die Familie Alajbegovic für Kerim und dessen jüngeren Bruder Emre, dem manch Beobachter sogar noch mehr Talent zuschreibt, die bessere Perspektive. Wobei Alajbegovic für Bayer genauso viele Profispiele bestritten hat wie für den FC: null.
Er stand bei den Profis zwar mehrfach im Kader, wechselte 2025 – nach dem verlorenen Meisterschaftsfinale mit Leverkusens U19 gegen Köln – zu Red Bull Salzburg. Mit seinen starken Leistungen in Österreich empfahl er sich zunächst für die Weltmeisterschaft und dann für den Transfer nach Turin.
Zwei weitere Chancen auf Nachschlag haben sich für diesen Sommer erledigt: Yann Bisseck, der immer mit einem Transfer zum FC Bayern München in Verbindung gebracht wurde, hat bei Inter Mailand bis 2031 verlängert. Und Tolu Arokodare, in der Saison 2021/22 auf Leihbasis für die Geißböcke im Einsatz, wurde zunächst von Wolverhampton an Ajax Amsterdam verliehen. Ziehen die Niederländer ihre Kaufoption in Höhe von 22 Millionen Euro, gehen 110.000 Euro an den FC.








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