Schwäbe die Nummer vier der FC-Historie: „Keine Chance! Wer ist es?“

Marvin Schwäbe spricht über seine Rolle beim 1. FC Köln. (Foto: Bucco)
Marvin Schwäbe spricht über seine Rolle beim 1. FC Köln. (Foto: Bucco)

Nur drei Torhüter haben mehr Pflichtspiele für den 1. FC Köln absolviert als Marvin Schwäbe. Der Kapitän spricht vor seiner sechsten FC-Saison über seine Rolle als Führungsspieler, seine Zukunft und erklärt, was sich unter René Wagner verändert hat.

Das Interview führten Martin Zenge und Marc L. Merten

GEISSBLOG: Herr Schwäbe, im Trainingslager gab es einen Team-Abend. Fiel Ihnen da als Kapitän eine besondere Rolle zu?

Marvin Schwäbe: „Nein, es war ja kein klassischer Mannschaftsabend, sondern wir waren mit allen da: Trainerteam, Staff, alle Spieler, die Chefs. Da hatte ich keine spezielle Aufgabe.“

Sie mussten also noch keinen Neuzugang auffordern zu singen?

„Gesungen wurde auch, aber team-intern gibt es noch mal ein anderes Ritual. (lacht) Das machen wir am Ende der Vorbereitung, wenn alle da sind.“

Schwäbe über sein Kapitänsamt

Sie sind inzwischen ja nicht nur Kapitän, sondern im sechsten Jahr beim FC einer der Routiniers und Erfahrensten.

„Das stimmt. Deshalb kommen die neuen Jungs auch häufig zu mir, das freut mich. In den ersten Wochen prasseln so viele neue Dinge auf sie ein. Nach den Erfahrungen in den letzten Jahren fällt einem vieles einfach leichter, man hat schon einiges miterlebt und kann Dinge besser einschätzen und einordnen. Das gebe ich natürlich auch gerne weiter.“

René Wagner hat Sie als Kapitän bestätigt. Ist es von Vorteil, dass Sie beide sich auch schon lange kennen?

„Auf jeden Fall. Wir kennen uns wirklich gut und hatten schon damals, als er erstmals als Co-Trainer kam, eine wirklich enge Verbindung. Umso mehr hat es mich gefreut, dass er mich als Kapitän bestätigt hat. Es macht mich sehr stolz, als Gesicht des FC voranzugehen, den Verein zu repräsentieren und Verantwortung zu übernehmen.“

Wie hat Wagner Ihnen gesagt, dass Sie Kapitän bleiben?

„Er hat mich ins Büro gerufen. Gerade jetzt, weil er als Cheftrainer übernommen hat, gab es einige Themen, die wir besprochen haben. Dabei hat er mir sein Vertrauen ausgesprochen.“

Es gibt keinen klassischen Mannschaftsrat mehr, sondern eine Tacheles-Gruppe. Wie sehen Sie das?

„Es wichtig, mit der Zeit zu gehen und sich auch im Fußball weiterzuentwickeln. Wir haben die Gruppe ja schon Ende der letzten Saison eingeführt – und ich muss sagen, sie hat sich bewährt. Aus jedem Bereich sitzt jemand mit am Tisch: ein Co-Trainer, ein Physio, ein Athletiktrainer, dazu vier oder fünf Spieler. Dort sprechen wir verschiedene Themen an, die nicht unbedingt immer beim Cheftrainer landen müssen, weil sie auf kurzem Dienstweg geklärt werden können. Das kann ganz simpel mit dem Materialdienst zu tun haben oder mit Abläufen am Spieltag. Heute hat etwas beim Warm-up nicht geklappt. Das spricht man da an.“

Hätten Sie eigentlich vor fünf Jahren damit gerechnet, als Sie als Herausforderer von Timo Horn gekommen sind, dass Sie heute als Kapitän hier sitzen würden?

„Tatsächlich nicht. (lacht) Ich hätte ja auch nach einem Jahr wieder weg sein können. Dafür ist das Fußballgeschäft zu schnelllebig. Ich hatte schon ein Jahr vor meinem Wechsel zum FC mit Andreas Menger (damaliger Torwarttrainer, Anm. d. Red.) Kontakt und er wollte mich holen. Das hat nicht geklappt, weil ich nicht aus dem Vertrag bei Bröndby rausgekommen bin, und der FC hat Ron geholt. Am Ende war es eine Win-Win-Situation, weil ich ein Jahr später als dänischer Meister gekommen bin.“

Schwäbe: „Mit allem anderen beschäftige ich mich nicht“

Sie sind hinter Jan Thielmann der zweitdienstälteste Spieler und könnten in dieser Saison mit Ihren Einsätzen FC-Spieler wie Lukas Podolski und Thomas Häßler überholen. Das sind ja nicht irgendwelche Spieler hier beim Club.

„Das hatte ich nicht im Blick. Das freut mich natürlich. Ich hoffe, es kommen noch einige Spiele dazu.“

Wie viele Spiele in wie vielen Jahren kommen denn noch dazu? Ihr Vertrag läuft Stand jetzt bis 2027.

„Das liegt nicht nur an mir. (lacht) Wenn ich meine Leistung bringe, dürfte aber nicht viel anbrennen.“

Sollte die Zeit beim FC irgendwann zu Ende gehen, werde ich offen sein.

Marvin Schwäbe

Kriegen Sie die Torhüter in der FC-Historie zusammen, die mehr Einsätze für den FC hatten als Sie?

„Nein. Keine Chance. Wer ist es?“

Timo Horn, Bodo Illgner und Toni Schumacher.

„Dann hoffe ich, dass noch viele Spiele dazu kommen.“

Sie haben ja schon einmal im Ausland gespielt. Verfolgen Sie noch besondere Karriereträume, die Sie sich erfüllen wollen?

„Ich habe keine expliziten Träume – oder irgendein Fußballland vor Augen, in dem ich unbedingt noch spielen möchte. Sollte die Zeit beim FC irgendwann zu Ende gehen, werde ich offen sein. Aber aktuell zählt für mich nur, hier gute Leistungen zu bringen. Wir haben mit der Familie hier unsere Base gefunden und fühlen uns sehr wohl. Mit allem anderen beschäftige ich mich gerade nicht.“

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