„Das ist zu wenig!“: Wagners A-Elf verpatzt Generalprobe – Schwäbe sauer

Marvin Schwäbe war gegen Paderborn nicht zufrieden mit seinen Vorderleuten. (Archivbild: IMAGO / Chai v.d. Laage)
Marvin Schwäbe war gegen Paderborn nicht zufrieden mit seinen Vorderleuten. (Archivbild: IMAGO / Chai v.d. Laage)

Der 1. FC Köln hat das erste von zwei Testspielen gegen den SC Paderborn mit 2:3 (1:0) verloren. Beim Duell der potenziellen A-Mannschaften gaben die Geißböcke insbesondere in der zweiten Halbzeit ein schwaches Bild ab.

Aus der Home Deluxe Arena berichtet Martin Zenge

Der erste Teil der Generalprobe ist misslungen. Gleich zweimal treffen der 1. FC Köln und der SC Paderborn am Sonntag in der Home Deluxe Arena aufeinander, jeweils unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Ab 12 Uhr standen sich zunächst die ersten Anzüge der beiden Bundesligisten gegenüber – und jener der Kölner passte noch nicht.

Tore und Highlights

6. Minute: Die Rahmenbedingungen erinnerten an die Geisterspiele während der Corona-Pandemie. Nach dem Abtasten vor leeren Rängen gehörte die erste Chance den Gastgebern. Jahmai Simpson-Pusey blockte einen Schussversuch von Castaneda in höchster Not.

23. Minute: Paderborn war die aktivere Mannschaft. Dann aber machte Said El Mala das Spiel mal schnell, schickte Linton Maina rechts raus. Maina dribbelte in Richtung Strafraum und legte ins Zentrum quer, wo El Mala direkt abzog, aber von einem Paderborner geblockt wurde.

25. Minute: Die erste echte Chance ließ den FC aktiver werden – und dann stand es plötzlich 1:0. Nach einem langen Ball legte Maina auf Ragnar Ache ab, der sich vor dem Paderborner Tor keine Blöße gab und überlegt flach ins linke Eck einschob.

27. Minute: Der FC blieb auf dem Gaspedal, es war die beste Phase der Wagner-Elf. Und wieder war es Maina, der die eine gute Chance vorbereitete. Nach einem Steckpass des Rechtsaußen zog Jan Thielmann aus spitzem Winkel wuchtig ab. SCP-Keeper Noll verhinderte im kurzen Eck den Einschlag zum 2:0.

44. Minute: Nach einem etwas zu soften Pass von Maina die nächste Möglichkeit für El Mala – doch erneut wurde der FC-Star geblockt.

45. Minute: Die erste Halbzeit endete mit einer Dreifach-Chance für Paderborn. Erst stand Simpson-Pusey dem Ausgleich zweimal im Weg, dann köpfte Marino knapp drüber.

52. Minute: Auch nach dem Seitenwechsel gehörten die ersten Minuten den Gastgebern. Nach einem Ballverlust des schwachen Gideon Mensah musste Tom Krauß einen Paderborner Angriff per Foul stoppen. Batista Meier versenkte den fälligen Freistoß per Aufsetzer zum 1:1 – Marvin Schwäbe schaute dem Ball nur verdutzt hinterher. Von der Gegenseite rief sein Keeper-Kollege Noll: „Geile Mauer!“

59. Minute: Der FC kam schwach aus der Kabine, ein Kopfball von Ache nach einem Freistoß von Alessio Castro-Montes war die erste Annäherung an das Tor der Ostwestfalen.

62. Minute: Und El Mala? Der 19-Jährige blieb zunächst glücklos. Nach dem besten FC-Angriff des zweiten Durchgangs über Thielmann und Castro-Montes schoss der Top-Scorer der vergangenen Saison deutlich drüber.

63. Minute: Spiel gedreht! Auf der linken Seite konnte Neuzugang Mensah die Hereingabe von Curda nicht verhindern, Castañeda verlängerte per Kopf ins lange Ecke zum 1:2.

66. Minute: Und es kam noch schlimmer, der FC hatte dem Aufsteiger in dieser Phase nichts entgegenzusetzen. Eine überragende Ballannahme von Batista Meier nahm Castro-Montes aus dem Spiel. Der Paderborner ging in den Sechzehner und legte quer auf Curda, der nur noch zum 1:3 einschieben brauchte. Drei Gegentreffer in nicht mal einer Viertelstunde – Schwäbe war stinksauer! „Jeder Einzelne, kommt in die Zweikämpfe! Das ist zu wenig“, brüllte der Kapitän.

71. Minute: Schwäbes Wachrütteln klappte bedingt. Der FC kam durch Ache und Maina, nach einem starken Chipball von Simpson-Pusey, wieder zu Möglichkeiten, gab insgesamt aber weiterhin kein gutes Bild ab. Schwäbe monierte erneut: „Da kommt gar nichts mehr.“

79. Minute: Doch der Anschlusstreffer folgte. Nach einem Doppelpass mit Maina wurde El Mala im Strafraum gelegt und verwandelte den anschließenden Elfmeter selbst – flach ins rechte Eck zum 2:3.

87. Minute: Der FC setzte zur Schlussoffensive an, der aufgerückte Luka Lochoshvili hatte den Ausgleich auf dem Fuß. Der Innenverteidiger verzog aus elf Metern allerdings. So ging der FC als Verlierer vom Platz.

Personal

So spielte der FC: Schwäbe – Castro-Montes, Simpson-Pusey, Lochoshvili, Mensah (76. Friemel) – Krauß, Okon-Engstler – Maina, Thielmann (89. Akumu), El Mala – Ache

Zur Aufstellung: Im Test der A-Mannschaften setzte René Wagner wie erwartet auf den Großteil des Teams, das am vergangenen Samstag im RheinEnergieStadion gegen Real Sociedad begonnen hatte. Etwas überraschend startete Jan Thielmann als Zehner. Den Achter an Tom Krauß‘ Seite gab nicht Isak Johannesson, sondern Neuzugang Paul Okon-Engstler.

Fazit

Das war zu wenig aus Sicht des 1. FC Köln. In der ersten Halbzeit, speziell rund um den Führungstreffer durch Ragnar Ache, konnte René Wagner mit dem Auftritt seiner Mannschaft noch zufrieden sein. Die zweite Halbzeit allerdings, mit drei Gegentreffern innerhalb von 14 Minuten, gab Anlass zur Sorge. Eigentlich sollte sich die A-Elf gegen Paderborn für den Pokalauftakt in Würzburg einspielen. Nun aber könnte sich Wagner zu größeren Anpassungen gezwungen sehen. Zumindest sammelte der FC-Trainer reichlich Videomaterial für die Analyse.

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