„Kein einziges Mal“: Dienstältester FC-Profi von Gerüchten überrascht

Jan Thielmann hofft auf einen Stammplatz. (Fotos: Bucco)
Jan Thielmann hofft auf einen Stammplatz. (Fotos: Bucco)

Jan Thielmann steht vor seiner zehnten Saison beim 1. FC Köln – und einem „wichtigen Jahr“, wie er selbst sagt. Auch wenn die Geißböcke auf dem Transfermarkt noch nachlegen wollen, sieht er gute Chancen auf einen Stammplatz.

Mit seinen 24 Jahren ist er womöglich das jüngste Urgestein der Bundesliga: Nach dem Karriereende von Florian Kainz geht Jan Thielmann als dienstältester Profi des 1. FC Köln in die Saison. Dass er auch in der neuen Spielzeit den Geißbock auf der Brust tragen würde, daran hat das Eigengewächs in den vergangenen Wochen und Monaten nie gezweifelt.

Zwar fiel sein Name häufig, wenn es um mögliche Kandidaten für einen Abgang in diesem Sommer ging. Für Thielmann, der 2017 aus dem Nachwuchs von Eintracht Trier nach Köln kam, war ein Wechsel jedoch nie ein Thema. „Das haben nur die Medien gestreut“, sagt der Offensivspieler vor dem Pokal-Auftakt in Würzburg und stellt klar: „Ich habe in der Sommerpause kein einziges Mal mit dem Verein gesprochen.“ Für ihn stehe fest: „Ich bin stolzer Spieler des 1. FC Köln und gebe hier jeden Tag 100 Prozent.“

Thielmann: „Würde meine Chancen hoch ansetzen“

Doch auch wenn ein Abschied nie ein konkretes Thema war, hatten die Spekulationen ihren Grund: Mit Thielmanns vergangener Saison waren weder die FC-Verantwortlichen noch der Spieler selbst glücklich. Trainer René Wagner berichtete zuletzt: „Er war letztes Jahr nicht so zufrieden mit seiner Saison, jetzt ist Jan wieder mit vollem Tatendrang dabei.“

Ähnlich wie Linton Maina und Luca Waldschmidt, die ebenfalls als Wackelkandidaten galten, konnte er in der Vorbereitung überzeugen. „Es war auf jeden Fall eine meiner besseren Vorbereitungen. Jetzt liegt es am Trainer, wen er aufstellt. Ich würde meine Chancen relativ hoch ansetzen“, hofft Thielmann auf einen Stammplatz.

Thielmann hat „noch einige Luft nach oben“

Wenn der FC am Montagabend in Würzburg gastiert, dürfte der ehemalige U21-Nationalspieler in der Startelf stehen. Dann bricht für Thielmann eine möglicherweise wegweisende Saison an. Das weiß er selbst: „Für mich persönlich ist es ein wichtiges Jahr. Mit 24 habe ich schon ein bisschen Erfahrung, habe aber auch noch einige Luft nach oben. Ich hoffe, dass ich mich verbessern kann.“

Nach einem verheißungsvollen Karrierestart stagnierte seine Entwicklung zuletzt. Ein Grund dafür waren fraglos auch die Positionsexperimente, die er als Aushilfs-Rechtsverteidiger über sich ergehen lassen musste. Unter René Wagner soll das kein Thema mehr sein. Thielmanns Wunsch? „In erster Linie offensiv, wo René mich auch einplant. Darüber bin ich sehr froh.“ Ob im Zentrum als Zehner, als zweite Spitze oder auf dem rechten Flügel, sei ihm egal.

Spieler, die neu dazukommen, wissen vielleicht noch nicht ganz, was es bedeutet, für den FC zu spielen. Da nehme ich den einen oder anderen an die Hand.

Jan Thielmann

Thielmann muss sich ähnlich wie Maina und Waldschmidt umgehend auch in den Pflichtspielen empfehlen. Schließlich will der FC auf dem Transfermarkt noch nachlegen. Mikey Moores Leihe gilt als nahezu sicher, auch Marcel Regula scheint nach wie vor eine Überlegung zu sein. Und am Donnerstag wurden die Geißböcke in England sogar mit Arsenals Ethan Nwaneri in Verbindung gebracht (der GEISSBLOG berichtete).

Bei der Generalprobe in Paderborn fungierte Thielmann zuletzt in der A-Elf zentral hinter Ragnar Ache. „Wir versuchen, viele Verbindungen zu schaffen“, beschreibt er seine Rolle. „Da habe ich mich umgeben von meinen Mitspielern sehr wohlgefühlt.“

Mehr Verantwortung für Thielmann

Und apropos Verbindungen: Für die ist Urgestein Thielmann beim FC ohnehin zuständig. „Ich habe ein bisschen mehr Verantwortung bekommen, ob auf oder abseits des Platzes“, erzählt der gebürtige Föhrener. „Ich kenne den Verein mittlerweile seit einigen Jahren. Spieler, die neu dazukommen, wissen vielleicht noch nicht ganz, was es bedeutet, für den FC zu spielen. Da nehme ich den einen oder anderen an die Hand. Ich glaube, in dem Bereich habe ich einen Schritt nach vorne gemacht.“

Weitere Schritte nach vorne sollen in der Bundesliga folgen. Nach sechs Torbeteiligungen auf dem Weg zum Conference-League-Einzug in der Saison 2021/22 kam Thielmann anschließend zweimal auf fünf und einmal auf vier Scorerpunkte. Wie der Offensivspieler selbst schon sagt: Er hat noch Luft nach oben.

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