Mit Mikey Moore wechselt der dritte Engländer in 2026 zum 1. FC Köln. Diese Entwicklung wäre vor zwei Jahren noch undenkbar gewesen. Der FC will in der Bundesliga angreifen.
Ein Kommentar von Marc L. Merten
Nationalitäten von Fußballern sind keine Garantie für Qualität oder Erfolg. Dass der 1. FC Köln allerdings auf Spieler aus England setzt, hat nicht nur finanzielle Gründe. Die Geißböcke wissen um die hervorragende Ausbildung der Top-Talente auf der Insel und wollen nun doppelt davon profitieren.
Mit Mikey Moore (geboren in London) und Reigan Heskey (geboren in Liverpool) sind in diesem Sommer zwei weitere Engländer zum FC dazu gestoßen, nachdem Jahmai Simpson-Pusey (geboren in Huddersfield) im Januar den Anfang gemacht hatte. Three Lions für den FC – und das, obwohl in der gesamte FC-Historie einzig Tony Woodcock als Engländer das Trikot mit dem Geißbock auf der Brust in einem Pflichtspiel getragen hatte.
Ein Transfer wie Vuskovic beim HSV
Drei absolute Top-Talente Englands – geboren 2005 (JSP), 2007 (Moore) und 2008 (Heskey) – von zwei absoluten Top-Ausbildern der Insel (Manchester City und Tottenham Hotspur): Die Geißböcke zeigen mit diesen Transfers, dass der FC wieder als gute Adresse auf dem internationalen Markt wahrgenommen wird. Damit will Köln aber nicht nur finanziell vom überkochenden Transfermarkt profitieren und schon bald regelmäßig mit dem Wiederverkauf dieser Talente abkassieren.
Mit Moore zeigt der FC auch, dass es nicht nur um das Finanzielle geht. Die Talente müssen sportlich helfen, und wenn der 19-Jährige auch ohne Kaufoption dem FC auf dem Rasen sofort eine neue Komponente gibt, profitieren alle. Moores Verpflichtung wäre so, als würden die Geißböcke für ein Jahr Said El Mala ausleihen – ohne Kaufoption. Kein FC-Fan würde einen solchen Deal wohl hinterfragen, sondern sich einfach nur freuen.
Moore und El Mala: Die Außergewöhnlichen
Moore soll sein, was Luka Vuskovic in der vergangenen Saison für den HSV war: eine absolute Granate, ein Volltreffer auf dem Transfermarkt, obwohl die Hamburger nie eine Chance hatten, den Innenverteidiger anschließend fest zu verpflichten. Übrigens von Tottenham Hotspur. Moore soll der Gegenpol zu El Mala sein, soll die rechte Seite so bespielen wie der Deutsche auf links.
Und so sollen sie sich gegenseitig helfen. Weil die Gegner sich nicht mehr nur auf El Mala konzentrieren können. Weil es für sie schwerer sein soll, einen der beiden zu doppeln. Weil im Zentrum zudem die beiden erfahrenen Knipser Ragnar Ache und Thijs Dallinga lauern sollen. Weil auch aus dem Mittelfeld nachgeschoben werden soll, um die entstehenden Räume zu nutzen.
Der FC will wieder mehr sein
Mit Moore hat der FC ab sofort einen zweiten Einzelspieler, auf den die Augen gerichtet sein werden. Einen Spieler für das Eins-gegen-Eins, für die Dribblings, für die Abschlüsse auch mal aus der zweiten Reihe. Für das Spektakel. Der FC darf sich freuen. Football’s coming home beim FC – mit englischer Power, mit der Lust auf mehr, mit dem Ziel, in der Bundesliga eine andere Rolle zu spielen als in den letzten Jahren. Der FC will wieder mehr sein und hat dies mit diesen Transfers untermauert.





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