„Dafür haben wir ihn geholt!“ Hilft dieser Wechsel bei zwei FC-Baustellen?

Ellyes Skhiri steht gegen Werder Bremen in der Startelf des 1. FC Köln. (Foto: Bucco)
Ellyes Skhiri steht gegen Werder Bremen in der Startelf des 1. FC Köln. (Foto: Bucco)

Zu viele Halbzeit-Rückstände, zu viele Gegentore – zwei Baustellen, die René Wagner beim 1. FC Köln in den Griff bekommen muss. Vor dem Heimspiel gegen Werder Bremen hat der Trainer das Gespräch mit seiner Mannschaft gesucht. Bringt Ellyes Skhiri die erhoffte Stabilität?

Die Saison ist noch jung, doch sein Gespür für die notwendigen Anpassungen – seien sie personeller Natur oder seien es die richtigen Worte in der Halbzeit – hat René Wagner bei den drei Pflichtspielen bereits bewiesen. Das Problem: Der Trainer des 1. FC Köln war sowohl im Pokal in Würzburg als auch in der Bundesliga gegen Hoffenheim und Stuttgart stets zu Anpassungen gezwungen. Seine Mannschaft hatte im ersten Durchgang jeweils Schwierigkeiten, ging immer mit einem 0:1 in die Pause (der GEISSBLOG berichtete).

„Über eine Saison hinweg darf es natürlich nicht der Anspruch sein, dass wir in der ersten Halbzeit Probleme haben und in der zweiten Halbzeit versuchen, die Spiele zu drehen“, stellt Wagner vor dem Heimspiel gegen Werder Bremen klar. „Wir müssen mit der Mannschaft in die Gespräche gehen und fragen: Was fehlt auch in der ersten Halbzeit? Was fehlt euch vor dem Spiel? Wo müssen wir ein bisschen was draufpacken?“

Wagners Loblied auf Ellyes Skhiri

Genau das habe er in dieser Woche getan. „Jetzt gilt es, an kleinen Stellschrauben zu drehen. Mal gucken, ob die eine Maßnahme besser wirkt als die andere.“ Vor allem soll das Startelf-Comeback des alten und neuen Mittelfeldchefs fruchten: Ellyes Skhiri wird am Samstagabend erstmals seit Mai 2023 in der Anfangsformation des FC stehen.

„Daraus mache ich keinen Hehl: Flaco wird starten“, verrät Wagner und erklärt: „Er ist jetzt bereit, uns die Sicherheit zu geben, für die wir ihn geholt haben. Das ist ein Führungsspieler, er ist für uns von unglaublicher Bedeutung. Er wird am Samstag von Beginn an auf dem Platz stehen, da müssen wir nicht um den heißen Brei herumreden.“

Wir sind ein Verein, eine Stadt und ich bin auch ein Trainer, der lieber 4:3 als 1:0 gewinnt.

rené Wagner

Der nach drei Jahren aus Frankfurt zurückgekehrte Skhiri trainiert nun seit drei Wochen mit der Mannschaft und hat den Rückstand, den seine Freistellung in Frankfurt sowie die damit verbundene lange Zeit ohne echtes Teamtraining mit sich brachten, aufgeholt. „Der Spieler ist uns wichtig“, betont Wagner, der Skhiris Startelf-Premiere herbeigesehnt hat. „Wir wollten ihn in den ersten Spielen nicht zu früh auf die Platte packen. In Stuttgart hat man gesehen, dass er uns Stabilität geben kann. Das wird er am Samstag von Beginn an tun.“

Mit Skhiri soll der FC vom Anpfiff weg stabiler auftreten. „Der Anspruch gegen Bremen ist, die Leistung von Anfang an zu zeigen und nicht in der zweiten Halbzeit einen draufsetzen zu müssen“, fordert Wagner. Nur in zwei seiner zehn Pflichtspiele als Chefcoach gerieten die Kölner nicht mit 0:1 in Rückstand – darunter der 3:1-Sieg gegen Bremen in der Vorsaison.

Wagner will FC-Fans mit Lächeln nach Hause schicken

Noch deutlich weiter zurück liegt das letzte Zu-null-Spiel der Geißböcke. Damals, beim 1:0 gegen den VfL Wolfsburg am 30. Januar, stand noch Vorgänger Lukas Kwasniok in der Verantwortung. Seitdem folgten 17 Pflichtspiele mit je mindestens einem Gegentreffer (der GEISSBLOG berichtete).

Ein Problem damit hat Wagner nicht wirklich, solange seine Offensive liefert: „Wir sind ein Verein, eine Stadt und ich bin auch ein Trainer, der lieber 4:3 als 1:0 gewinnt“, lautet sein Credo. „Das ist für das ganze Stadion etwas, wo alle mit einem großen Lächeln nach Hause gehen können.“ Wenn der Plan denn funktioniert.

„Nichtsdestotrotz“, ergänzt Wagner, „haben wir über die Gegentore in Stuttgart gesprochen. Hätten wir 5:4 gewonnen, wäre es cool gewesen. Es ist nicht so gekommen, weil es ein Gegner mit brutaler Qualität war.“ Statt eines 5:4-Erfolgs stand eine 1:4-Klatsche auf der Anzeigetafel. Ein erneutes Spektakel gegen Bremen wäre dem Trainer willkommen, solange das Pendel diesmal wieder für den FC ausschlägt.

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