Gefühlte Niederlage? Stotterstart? In Gladbach hätten sie gern die FC-Sorgen

Der neue FC muss erst zusammenwachsen. (Foto: IMAGO / Jan Huebner)
Der neue FC muss erst zusammenwachsen. (Foto: IMAGO / Jan Huebner)

Beim 1. FC Köln hadert man mit dem verpassten Sieg gegen Werder Bremen. Für Grundsatzkritik ist es allerdings noch zu früh. Das ganze Gebilde am Geißbockheim hat ein wenig mehr Geduld verdient. Zumal man mit vier Punkten aus drei Spielen im Soll ist. Bei Borussia Mönchengladbach zum Beispiel haben sie ganz andere Sorgen.

Ein Kommentar von Alexander Haubrichs

„Am Ende fühlt es sich wie eine Niederlage an.“ Man konnte sich in Linton Maina hineinversetzen, als er sein Urteil über das 1:1 gegen Werder Bremen fällte. Auch auf den Rängen gab es einige, die ihrem Unmut Luft machten, sogar ein paar Pfiffe waren zu hören. Der 1. FC Köln ist auch nach dem dritten Spieltag auf der Suche nach sich selbst, nach einem Weg, nicht weniger, sondern im Idealfall mehr als die Summe seiner Einzelteile zu sein.

Es ist ein Club mit einem Trainer, der in der ersten Saison als Chefcoach seine Erfahrungen sammeln muss, in welchen Situationen welche Maßnahme hilft – zum Beispiel, wenn seine bis dahin überlegene Mannschaft nach einer halben Stunde erst die Initiative abgibt und sie trotz aller Ansprachen in der Kabine auch bis zum hochverdienten Bremer Ausgleich nicht wiedererlangt.

El Mala, Moore & Co. müssen erst zusammenwachsen

Es ist ein Club mit jungen Hoffnungsträgern wie Said El Mala, Jahmai Simpson-Pusey und Mikey Moore, mit Neuzugängen wie Ellyes Skhiri, Luka Lochoshvili oder Thijs Dallinga, die bei aller Qualität auch erst einmal zusammenwachsen müssen – Schwankungen sind da vorprogrammiert.

Und bei allem Recht auf Kritik: Man sollte an diesem Punkt dem ganzen Gebilde einen Moment Zeit geben. René Wagner zahlt in den ersten Wochen seiner Cheftrainer-Karriere sicher auch das ein oder andere Mal Lehrgeld, aber gegen Werder gelang es ihm, mit einem 4-2-3-1 und dem Aufbauspiel in einer Dreierkette, den Gegner erst einmal zu überraschen. In den Spielen zuvor hatte er – wenn auch manchmal zu spät – auf Fehler im eigenen Matchplan reagiert. Diesmal gelang ihm nach der Pause allerdings nicht, das Bremer Angriffsspiel über die Flügel zu stoppen und eine siegbringende Antwort zu finden.

Die Kölner Probleme hätte Gladbach sehr gerne

Da muss sich viel bessern, das ist allen klar. Aber für einen Club wie den 1. FC Köln ein Jahr nach dem Wiederaufstieg klagt man doch auf hohem Niveau, schließlich haben auch Teams wie Leverkusen oder Mainz nur vier Zähler, die vergangene Woche übermächtigen Stuttgarter gar nur drei Punkte.

Und die Fans des 1. FC Köln können sich sicher sein: Die Probleme, über die man vielleicht auf dem Heimweg aus dem RheinEnergieStadion geschimpft hat, die hätten sie bei Borussia Mönchengladbach, die nach der Freiburg-Klatsche auch ihren Trainer verloren, sehr, sehr gerne. Und beim nächsten Gegner, dem Hamburger SV, gewiss ebenfalls.

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