Der 1. FC Köln hat beim ungeschlagenen Deutschen Meister FC Bayern München mit 2:5 (1:3) verloren – trotz einer bemerkenswerten Moral, die zwischenzeitlich einen verheerende Fehlstart vergessen ließ. Überschattet wurde der Nachmittag von zwei Verletzungen.
Vor der Partie waren die Frauen des 1. FC Köln mit breiter Brust zum FC Bayern München angereist: Nach dem Fehlstart gegen Eintracht Frankfurt hatte die Mannschaft von Britta Carlson drei Siege in Serie gefeiert und dabei die beste Defensive der Liga gestellt. Am Ende der 90 Minuten in München wurde daraus für den FC ein Nachmittag mit zwei Gesichtern – wegen einer katastrophalen Anfangsphase und einer richtig starken Reaktion, die aber von Verletzungssorgen und schnellen Gegentoren überschattet wurde.
Tore und Highlights
4. Minute: Es begann denkbar schlecht für den FC. Die Bayern nutzten den ersten Vorstoß direkt: Nach langem Ball von Torhüterin Ena Mahmutovic setzte sich Jovana Damnjanovic im Laufduell gegen Carolin Elsen durch und brachte die Münchnerinnen mit einem platzierten Schuss mit 0:1 in Führung.
9. Minute: Die Kölnerinnen kamen nicht ins Spiel. Ein Gegentreffer nach demselben Muster: Ein langer Ball fand Bayerns Damnjanovic, die sich links am Sechzehnereck durchsetzte und auf Imade ablegte. Diese erhöhte zum 0:2 – die Kölnerinnen liefen dem Spiel hinterher.
12. Minute: Immerhin gab es Anzeichen, dass der FC dagegenhalten wollte: Nach einem weiten Ball war Andrade frei durch, scheiterte aber an der glänzend reagierenden Mahmutovic.
15. Minute: Doch Bayern spielte weiter kompromisslos nach vorne. Nach einer sehenswerten Kombination durch die halbe Kölner Hälfte war erneut Imade zur Stelle und erhöhte auf 0:3. Nach nur 15 Minuten lag der FC scheinbar aussichtslos zurück – ein bitterer Start für eine Mannschaft, die zuvor drei Spiele in Serie zu Null gespielt hatte.
45.+2 Minute: Kurz vor der Pause dann der verdiente Lohn für den kämpferischen Auftritt – der Anschlusstreffer! Elsen nutzte einen Fehler in der Münchner Hintermannschaft eiskalt, eroberte den Ball und lief allein auf Mahmutovic zu. Überlegt schob sie links unten zum umjubelten 1:3 ein – ein wichtiges Signal kurz vor der Pause.
49. Minute: Der erste Schreckmoment für den FC! Sandra Maria Jessen blieb nach einem auf den ersten Blick harmlosen Zweikampf mit großen Schmerzen im linken Bein liegen und musste nach mehreren Minuten Behandlung mit einer Trage vom Platz gebracht werden. Für die Isländerin kam Kapitänin Marina Hegering ins Spiel.
57. Minute: Der FC ließ sich vom Rückstand und Jessens Verletzung nicht beirren und legte nach. Nach einem Fehler der Münchner Abwehr schaltete Köln blitzschnell um, Pauline Bremer bediente von der Grundlinie Beke Sterner, die per Kopf zum 2:3 einnickte.
65. und 68. Minute: Der Aufwind der Geißböcke währte jedoch nur kurz. Bayern antwortete mit einem schnellen Doppelschlag: Alara verwandelte einen fragwürdigen Elfmeter (ein Foul von Sophie Nachtigall hatte eigentlich außerhalb des Sechzehners stattgefunden) zum 2:4, ehe Zadrazil auf 2:5 erhöhte und die Partie damit entschied.
86. Minute: Zum sportlichen Ärgernis gesellte sich kurz vor Schluss eine zweite Schrecksekunde. Denn Hegering sank ohne gegnerische Einwirkung zu Boden und konnte das Spiel wegen Problemen im linken Oberschenkel nicht beenden.
Personal
So spielte der FC: Schmitz – Bohnen, Vogt, Gerhardt (82. Leimenstoll) – Sterner, Feiersinger, Elsen, Nachtigall (82. Donhauser) – Bremer, Jessen (52. Hegering), Andrade (70. Zeller)
Fazit
Es bleibt eine deutliche Niederlage, die aber differenziert betrachtet werden muss. Die katastrophale Anfangsphase mit drei Gegentoren binnen 15 Minuten hat der FC letztlich zu teuer bezahlt. Dennoch zeigte die Mannschaft von Britta Carlson mit dem Zwischenspurt auf 2:3 eine bemerkenswerte Moral gegen den favorisierten Deutschen Meister.
Dass Bayern darauf mit einem eigenen Doppelschlag antwortete, zeigt vor allem die Extraklasse der Münchnerinnen – nimmt den Kölnerinnen aber nichts von der positiven Reaktion nach dem Fehlstart. Besondere Sorge bereiten am Ende jedoch die Verletzungen von Jessen und Kapitänin Hegering, die nun länger ausfallen könnten. Für die Kölnerinnen endet damit die Serie von drei Siegen und drei Zu-Null-Spielen in Folge.






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