Ewige Rivalen FC und Borussia: Das rheinische Derby im Zeitraffer

Choreo im 100. Bundesliga-Duell der Fans des 1. FC Köln
"Du sollst heute Sieger sein": Den Wunsch aus dem März dürften die Fans des 1. FC Köln auch in diesem Derby haben. Foto: imago/Sven Simon

Am Sonntag empfängt der 1. FC Köln Borussia Mönchengladbach zum 101. Bundesliga-Derby. Kaum ein Duell erhitzt derart die Gemüter. Vom einstigen Glanz ist wenig übrig, nun ist es neben der Rivalität die sportliche Brisanz, die für zusätzlichen Nervenkitzel sorgt. Der GEISSBLOG wirft einen Blick in die Geschichtsbücher.

Am Sonntag um 15.30 Uhr steigt im RheinEnergieStadion das 101. Bundesliga-Derby zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach. Am Spielfeldrand wird, wie bei jedem Heimspiel, Geißbock Hennes stehen. Benannt ist er nach dem Mann, der erst in Köln erfolgreich arbeitete, später in Mönchengladbach die legendäre Fohlenelf formte: Hennes Weisweiler.

Kaum etwas beschreibt dieses Derby besser. Zwischen den beiden Stadien liegen nur rund 55 Kilometer, doch die Geschichten der Clubs sind enger verknotet, als es sonst bei solchen Rivalen üblich ist. Denn für beide legte mit Weisweiler ein und dieselbe Figur den Grundstein für den sportlichen Erfolg und war damit schon ein Urvater des Konflikts. 

Seit dem ersten Aufeinandertreffen 1950 haben sich FC und Borussia mehr als 130 Pflichtspiele geliefert. Zeit für eine Reise durch 76 Jahre Rivalität – vom Geißbock bis zum Fahnenklau.

Hennes Weisweiler: Ein Kölner baut die Fohlen-Elf

Hans Weisweiler, 1919 in Lechenich geboren, war ein Kölner Original, bevor der FC richtig laufen konnte. Im Sommer 1948 erlitt er im Spiel gegen Rhenania Würselen einen Schädelbasisbruch. Wenige Wochen später übernahm er den gerade gegründeten Club als Spielertrainer.

Am 13. Februar 1950, auf den Tag genau zwei Jahre nach der Vereinsgründung, schenkte Zirkusdirektorin Carola Williams dem FC bei einer Karnevalssitzung einen jungen Geißbock. Getauft wurde er auf den Rufnamen des Spielertrainers. Bei der Übergabe soll der Bock Weisweiler angepinkelt haben – ob das stimmt, weiß bis heute niemand so genau. Mit ihm als Trainer und Stürmer Hans Schäfer sind die Domstädter in den 50ern eine Nummer zu groß für die Borussia: 1952 siegt der FC gleich zweimal mit 6:0 in der damaligen Oberliga, am Bökelberg trifft Schäfer, später einer der Weltmeister von Bern, gleich viermal mal.

Nach einem Streit mit Präsident Franz Kremer zog Weisweiler weiter zu Viktoria Köln, 1964 dann an den Bökelberg. Mit Talenten wie Günter Netzer, Berti Vogts und Jupp Heynckes führte er Gladbach 1965 in die Bundesliga. 1970, 1971 und 1975 wurde die Fohlenelf Meister, 1975 gewann sie zudem den UEFA-Cup – gespielt wurde kurioserweise auch in Köln-Müngersdorf.

Beim FC war der Name Weisweiler daher eine Zeit lang auf dem Index: Als Hennes I. 1966 starb und Weisweiler längst beim Rivalen an der Linie stand, hieß der neue Bock vorübergehend Oscar, dann Heinzchen. Lange hielt das nicht – bald trug er wieder den Namen Hennes.

Wie Weisweiler den 1. FC Köln zum Double führte

Nach dem UEFA-Cup-Sieg wechselte Weisweiler zum FC Barcelona, überwarf sich dort mit Johan Cruyff und musste nach acht Monaten gehen. Der FC schlug zu: Nach Verhandlungen im Haus von Präsident Peter Weiand auf Ibiza kehrte Weisweiler 1976 zurück. Mehr als 10.000 Fans kamen zum ersten Training. „Gebt mir zwei Jahre, um Meister zu werden“, sagte er. Er brauchte genau diese zwei Jahre – und schnappte die Schale ausgerechnet seinem Ex-Club weg. 

Als Weisweiler 1983 starb, wurde er im Kölner Dom aufgebahrt – eine Ehre, die sonst nur Konrad Adenauer und Kardinal Joseph Höffner zuteilwurde. Gladbachs Geschäftsstelle liegt an der Hennes-Weisweiler-Allee. Beide Clubs beanspruchen ihn für sich, und beide haben recht.

Overath vs. Netzer und ein Finale für die Ewigkeit

Ende der Sechziger gehörte das Derby der Borussia. Zwischen November 1966 und April 1970 gewann Gladbach achtmal in Folge. Am 29. November 1969 traf Ulrik le Fevre vor 54.000 Zuschauern in Müngersdorf in der 88. Minute zum 0:1 – Gladbach übernahm die Tabellenspitze und wurde erstmals Meister.

Zugleich wurde das Derby zum Duell zweier Spielmacher. Auf der einen Seite Wolfgang Overath, der von 1962 bis 1977 nur für den FC spielte und schon in seiner ersten Bundesliga-Saison Meister wurde. Auf der anderen Günter Netzer: blonde Mähne, schnelle Autos, eine eigene Diskothek in Mönchengladbach – der erste Popstar des deutschen Fußballs.

Günter Netzer und Wolfgang Overath geben sich die Hand

Selbst im Nationalteam stellte sich die Frage: Netzer oder Overath? Für zwei Regisseure schien in einer Elf kein Platz zu sein. 1972 lenkte Netzer die Europameister, 1974 führte Overath die Weltmeister als Spielmacher an. Auch international kreuzten sich die Wege der Rivalen. Zweimal trafen sie im UEFA-Cup aufeinander, zweimal setzte sich Gladbach durch – 1975 sogar im Halbfinale, auf dem Weg zum Titel.

Den Höhepunkt erreichte die Rivalität am 23. Juni 1973 im Düsseldorfer Rheinstadion: Pokalfinale, 69.600 Zuschauer, Gluthitze. Netzers Wechsel zu Real Madrid stand fest, Weisweiler ließ seinen Star zunächst auf der Bank. Es wurde ein Endspiel, das bis heute als eines der besten der Pokalgeschichte gilt. Herbert Wimmer brachte Gladbach in Führung, Herbert Neumann glich kurz vor der Pause aus. FC-Torwart Gerhard Welz hielt einen Elfmeter von Jupp Heynckes, Jürgen Glowacz und Heinz Flohe trafen für Köln nur die Latte.

Vor der Verlängerung fragte Netzer den erschöpften Christian Kulik, ob er noch könne. Als der zögerte, zog Netzer die Trainingsjacke aus und erklärte Weisweiler: „Ich spiel‘ dann jetzt.“ In der 94. Minute traf er nach Doppelpass mit Rainer Bonhof zum 2:1 – mit seinem zweiten Ballkontakt.

Netzer gab später zu, den Ball eigentlich verunglückt getroffen zu haben. Gewählt wurde der Treffer trotzdem zum Tor des Jahres 1973. Es war Netzers letztes Spiel für die Borussia – und für den FC eine der bittersten Niederlagen seiner Geschichte. Und die beiden Spielmacher? Aus Rivalen wurden Weggefährten. Netzer schrieb das Vorwort zu Overaths Buch „Alleine kannst du nicht gewinnen“.

1978: Zwölf Tore können 1. FC Köln nicht stoppen

Für Overath war unter dem Rückkehrer Weisweiler bald kein Platz mehr. Nach einem Machtkampf mit dem Trainer beendete der Weltmeister 1977 seine Karriere – im selben Jahr, in dem der FC den DFB-Pokal holte. Das größte Kapitel der Vereinsgeschichte schrieb Köln ohne seinen langjährigen Kapitän. Schon das Hinspiel der Saison 1977/78 war ein Fingerzeig. Der FC gewann am Bökelberg 5:2 – bis heute das einzige Mal, dass Köln in der Bundesliga fünf Tore beim Rivalen erzielte. Für Weisweiler war es eine Rückkehr nach Maß.

Vor dem letzten Spieltag am 29. April 1978 lagen beide Clubs mit 46:20 Punkten gleichauf an der Spitze. Köln hatte aber zehn Tore Vorsprung in der Tordifferenz und musste zum bereits abgestiegenen FC St. Pauli. Gladbach empfing Borussia Dortmund im Düsseldorfer Rheinstadion. Der damalige Gladbach-Star Jupp Heynckes machte sich keine Illusionen: „Eher schießen wir ein Dutzend Tore, als dass Köln bei St. Pauli verliert.“ Dann geschah das Unwahrscheinliche. Heynckes traf nach einer Minute, zur Pause stand es 6:0, nach einer Stunde 8:0.

Am Ende hieß es 12:0, Heynckes hatte fünfmal getroffen – bis heute der höchste Sieg der Bundesliga-Geschichte. Von der Bank soll man den Spielern zugerufen haben, es fehlten nur noch drei Tore. Heynckes hielt die Kollegen nach eigener Erinnerung für verrückt. In Hamburg führte der FC zur Pause nur 1:0, während die Zwischenstände aus Düsseldorf die Runde machten. Dann legte die Mannschaft nach und gewann 5:0. Die St.-Pauli-Fans sollen am Ende sogar für die Kölner gejubelt und mit ihnen gefeiert haben.

Beide Teams beendeten die Saison mit 48 Punkten und je 86 erzielten Toren. Köln wurde mit drei Treffern Vorsprung Meister – zum ersten Mal entschied die Tordifferenz über den Titel. Mit dem 2:0 im Pokalfinale gegen Fortuna Düsseldorf war das Double perfekt. Dortmunds Trainer Otto Rehhagel wurde tags darauf entlassen. Der DFB befragte die Dortmunder Spieler, verzichtete aber auf eine Anklage. In Köln ließ sich Weisweiler auf dem Rathausbalkon feiern, und Hennes IV. fuhr im Autokorso mit. Es ist bis heute die letzte Meisterschaft des FC. Gewonnen hat sie ausgerechnet der Mann, der den Rivalen groß gemacht hatte.

1. FC Köln und Borussia auf der Achterbahn

Nach den goldenen Siebzigern verlor das Derby an Glanz, aber nie an Hitze. Weisweiler zog 1980 weiter zu Cosmos New York, eine Meisterschale hat seitdem keiner der beiden Clubs mehr gesehen. Für Spektakel wie das 4:4 im Oktober 1979 in Müngersdorf reichte es trotzdem. Ende der Neunziger begann die Achterbahnfahrt. Im Januar 1998 erzielte Toni Polster kurz vor Schluss den 3:2-Siegtreffer – mit dem Hintern. Wenige Monate später stieg der FC erstmals ab, und Polster trug in der folgenden Saison das Trikot der Borussia.

Lukas Podolski jubelt.
Premierentor: Lukas Podolski jubelt über seinen Siegtreffer beim Debüt gegen Borussia Mönchengladbach. Foto: imago/Uwe Kraft

Dann erwischte es auch Gladbach. 1999/2000 und 2007/08 trafen sich die Rivalen in der 2. Bundesliga, in vier Zweitliga-Derbys gelang dem FC kein Sieg. Zwischen 1998 und 2008 fand das Derby ohnehin nur in jeder zweiten Saison statt. Einen Kölner Lichtblick gab es am 31. Januar 2004. Ein 18-Jähriger, der kurz zuvor noch mit der A-Jugend gegen Gladbach getroffen hatte, entschied das Derby mit einem satten Linksschuss zum 1:0. Tags darauf erfand der Express den Spitznamen „Prinz Poldi“.

Danach wurde es für den FC zäh. Zwischen März 2009 und Februar 2015 blieb er neun Bundesliga-Derbys in Folge ohne Sieg. Beim 1:5 im April 2011 gab im Gladbacher Tor ein 18-Jähriger namens Marc-André ter Stegen sein Profidebüt.

Platzsturm und Fahnenklau: Die Kurven machen Schlagzeilen

Nicht jedes Derby-Kapitel wurde auf dem Rasen geschrieben. Am 14. Februar 2015 traf Granit Xhaka im Borussia-Park in der Schlussminute zum 1:0 für Gladbach. Kurz nach dem Abpfiff durchbrachen rund 30 vermummte Kölner in weißen Overalls die Absperrung und stürmten den Platz.

Es folgten Jagdszenen und Rangeleien mit Polizei und Ordnern, zwei Randalierer wurden noch auf dem Rasen festgenommen. Der FC distanzierte sich noch am Abend „ohne Wenn und Aber“ von den Tätern. Trainer Peter Stöger fand die Szenen mindestens so bitter wie die Niederlage.

Die Folgen spürte vor allem das nächste Derby. Mitglieder der Ultragruppe Boyz erhielten Stadionverbote, der DFB ordnete personalisierte Tickets an, und die Gladbacher Fans boykottierten im September 2015 das 100. Pflichtspiel-Derby in Köln weitgehend. Der FC gewann 1:0 und beendete eine Serie von neun sieglosen Bundesliga-Derbys.

Für Gladbach war es die fünfte Niederlage im fünften Saisonspiel. Am Tag danach trat Lucien Favre zurück – das Derby hatte einen Trainer gekostet. Fast schon Folklore ist dagegen der Fahnenklau vom 14. Januar 2018. In der Halbzeitpause des 88. Bundesliga-Derbys gelangte ein FC-Fan, als Ordner verkleidet in oranger Weste, an den Gästeblock. Er riss eine Gladbacher Fahne ab und sprintete damit in die Kölner Kurve, wo er in der Menge verschwand.

Platzsturm der FC-Ultras in Mönchengladbach.
Platzsturm in Mönchengladbach: Die Ultras des 1. FC Köln sorgen für eine Unterbrechung des Derbys. Foto: imago/de Fodi

Gladbacher, die hinterherwollten, wurden von Polizei und Ordnern gestoppt, danach rollten die Gäste ihre übrigen Fahnen ein und stellten den Support ein. Auf dem Rasen traf Winterneuzugang Simon Terodde bei seinem Debüt in der fünften Minute der Nachspielzeit zum 2:1 – erst der zweite Saisonsieg des damaligen Tabellenletzten. Lukas Podolski kommentierte aus Japan: „Derbysieg, drei Punkte, Fahne. Was will man mehr?“

Deutlich weniger lustig wurde es im März 2024. Am Vorabend des Derbys gerieten Kölner und Gladbacher Anhänger am Borussia-Park aneinander, wo die Gladbacher eine Choreografie vorbereiteten. Die Polizei nahm 205 Personen in Gewahrsam, die geplante Choreo fiel aus. Das Spiel am nächsten Tag endete 3:3. Die Kurven hatten wieder einmal mindestens so viele Schlagzeilen geliefert wie die Mannschaften.

19. November 2016: Der große Moment des Marcel Risse

Kein Kölner Derbymoment der jüngeren Vergangenheit wird so oft nacherzählt wie dieser. Vor dem Spiel im Borussia-Park hatte der FC dort viermal in Folge verloren und nur eines der vorherigen elf Derbys gewonnen. Lars Stindl brachte Gladbach in Führung, Anthony Modeste glich aus – per Abpraller nach einer Gladbacher Kopfballabwehr. Dass es überhaupt so weit kam, lag an Ersatzkeeper Thomas Kessler, der in einem seiner wenigen Bundesliga-Spiele für den FC die Borussia lange mit starken Paraden aufhielt. 

Dann, in der Nachspielzeit, gab es Freistoß für Köln – 34 Meter vor dem Tor, fast an der Seitenlinie. Marcel Risse, gebürtiger Kölner, hielt einfach drauf, und der Ball schlug unhaltbar ein Es war sein einziger Torschuss des ganzen Spiels und er feierte ihn mit dem zweiten Derby-Helden Kessler, der heute als Sportchef die Derbys auf ganz andere Art erlebt. Der Keeper hatte ihm nahegelegt, die Freistöße aus großer Distanz auch einfach mal aufs Tor zu ziehen – wie ihm das im Training so oft erfolgreich gelang.

Marcel Risse und Thomas Kessler als Derby-Helden.
Derby-Helden unter sich: Marcel Risse und Thomas Kessler entschieden 2016 das Derby für den 1. FC Köln. Foto: Imago/deFodi

Gewählt wurde der Kunstschuss später zum Tor des Jahres. Für Risse selbst blieb er lange das letzte Bundesliga-Tor: Wenige Wochen später riss ihm in Hoffenheim das Kreuzband, sein nächster Bundesliga-Treffer gelang ihm erst im Frühjahr 2018.

Geisterspiel, Wildwest, Trainer-Aus: Die Derbys heute

Am 11. März 2020 schrieb das Derby ein Kapitel, auf das alle gern verzichtet hätten. Das wegen Sturmtief Sabine verlegte Spiel im Borussia-Park wurde wegen der Corona-Pandemie zum ersten Geisterspiel der Bundesliga-Geschichte. Gladbach gewann 2:1 und feierte hinterher auf Abstand mit rund 400 Fans, die vor dem Stadion warteten.

Danach ging es hin und her. Nach einem Gladbacher 3:1 im Oktober 2020 in Köln gewann der FC dreimal in Folge, darunter ein 4:1 im November 2021 und ein 3:1 im Borussia-Park im April 2022. In Müngersdorf hat die Borussia seitdem nicht mehr gewonnen. Seit Herbst 2022 herrscht Wildwest: 5:2 für Gladbach, 0:0, 3:1 für Köln im Oktober 2023, dann das wilde 3:3 im März 2024. Kurz darauf stieg der FC ab und kehrte 2025 zurück. Im November 2025 gewann die Borussia 3:1.

Das 100. Bundesliga-Derby im März 2026 passte ins Bild. Der erst kurz zuvor über seinen Einsatz informierte Jugendspieler Cenny Neumann zahlte bitteres Lehrgeld, als er nur zusehen konnte, wie der Ex-Kölner Jens Castrop bereits nach 29 Sekunden für Gladbach traf. Said El Mala – einst Gladbacher Jugendspieler – nach vier Minuten für den FC. Eric Martel rettete in der 84. Minute ein 3:3 und sah zwei Minuten später Gelb-Rot.

Für Lukas Kwasniok war es das letzte Spiel als FC-Trainer, am Tag danach musste er gehen. Sein bisheriger Assistent René Wagner übernahm und führte den FC auf Platz 14 zum Klassenerhalt. Abermals hatte ein Derby einen Trainer gekostet.

Parallele zu 2015: Das Ende der Favre-Ära

Nun also Derby Nummer 101. Der FC hat nach vier Spieltagen vier Punkte, Gladbach ist das einzige Team der Liga ohne Zähler und hat schon 16 Gegentore kassiert. Eugen Polanski musste nach drei Spieltagen gehen, Nachfolger Alexander Blessin ist der erste Gladbach-Trainer, der ausgerechnet im Derby gegen Köln Premiere feiert.

Die Parallele zu 2015 drängt sich auf. Auch damals reiste die Borussia punktlos als Tabellenletzter zum fünften Spieltag nach Köln. Anthony Modeste traf zum 1:0, und am nächsten Abend trat Favre zurück.

Die Vorzeichen sprechen für den FC: Zu Hause ist er in dieser Saison ungeschlagen, die vergangenen vier Heimderbys hat er nicht verloren. Dafür fehlen die verletzten Stürmer Thijs Dallinga und Ragnar Ache. Hoffnungsträger ist Said El Mala, der in der Länderspielpause unter Jürgen Klopp sein Debüt in der Nationalmannschaft gab.

René Wagner gibt die Richtung vor: „Unser Ziel ist es, dass die Gladbacher bei null Punkten bleiben.“ Blessin hofft dagegen, dass die Stimmung im Stadion früh kippt. Wer dieses Derby kennt, weiß: Die Tabelle hat hier noch nie viel bedeutet.

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