Derbysieger FC! Johannesson und El Mala werden zu Kölner Helden

Isak Johannesson und Said El Mala bejubeln das Tor zum 1:0. (Foto: Bucco)
Isak Johannesson und Said El Mala bejubeln das Tor zum 1:0. (Foto: Bucco)

Der 1. FC Köln hat es geschafft und sich daheim gegen Borussia Mönchengladbach zum Derbysieger gekrönt. Isak Johannesson und Said El Mala schossen den FC zum 2:1 (1:1)-Sieg. Bitter: Ellyes Skhiri musste verletzt vom Platz getragen werden.

Aus dem RheinEnergieStadion berichten Sonja Gauer, Marc L. Merten und Martin Zenge

Nach der überlangen Länderspielpause stand es endlich an: das 101. Bundesliga-Derby zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach. Die Geißböcke mit René Wagner nach der Niederlage beim HSV unter Druck, die Fohlen mit null Punkten, aber neuem Trainer wieder mit etwas Hoffnung. Der FC wollte sich in Müngersdorf aber mit einem Dreier zurückmelden.

Tore und Highlights

Anfangsphase: Der FC begann wackelig, produzierte am eigenen Strafraum Fehler und Freistöße. Schwäbe musste einen Gewaltschuss von Sander mit den Fäusten klären (8.). Dann kam die Wagner-Elf aber besser ins Spiel. Sebulonsen bekam die erste Schusschance im Strafraum (13.), ehe El Mala per Drehschuss knapp verfehlte (15.). Nur eine Minute später schickte Sosa El Mala, der aus spitzem Winkel verzog (16.).

26. Minute: Nach den vielen Diskussionen um die Standardschwäche der Geißböcke war es ausgerechnet ein ruhender Ball, der dem FC die Führung bescherte. Nach einem Foul an Bülter brachte Sosa den Ball aus halbrechter Position scharf an den Fünfer. Dort klärte ein Gladbacher per Kopf zentral an die Strafraumgrenze – und dort stand Isak Johannesson, der ein absolutes Traumtor erzielte. Der Isländer nahm den Ball mit seinem starken Linken direkt aus der Luft und legte ihn gefühlvoll in den linken Torwinkel zum 1:0 für den FC.

39. Minute: Der FC spielte weiter nach vorne, nach einem langen Schlag von Schwäbe auf Maina kam Moore aus 18 Metern zum Schuss, der Ball ging aber knapp vorbei (31.). Aber auch Gladbach blieb gefährlich, weil der FC die Gäste mit unsauberen Aktionen in der eigenen Hälfte zu Angriffen einlud. So auch kurz vor der Pause, als erst Moore am Strafraum nicht klärte, dann Bülter eine Hereingabe nicht verhinderte, Simpson-Pusey unglücklich per Kopf verlängerte, Skhiri im Nichts stand und Joe Scally die Kugel mehr zufällig am langen Pfosten auf den Kopf fiel und zum 1:1 traf.

45. Minute: Kurz vor der Pause kam der nächste Rückschlag für den FC, diesmal personell. Skhiri wurde an der Seitenlinie von Neuhaus übel abgeräumt und knickte mit dem Sprunggelenk weg. Der Tunesier konnte nicht weitermachen und musste vom Platz getragen werden. Der nächste längere Ausfall droht! Gute Besserung, Flaco!

56. Minute: Der FC kam besser aus der Kabine und bekam zehn Minuten später die Riesenchance zum 2:1. Neuhaus spielte einen Fehlpass in Richtung eigenes Tor, El Mala sprintete dazwischen und lief auf das Gladbacher Tor zu. Der Nationalspieler hätte nur quer legen müssen und der mitgelaufene Bülter hätte den Ball ins leere Tor schieben können. Stattdessen scheiterte El Mala und vergab die erneute Führung.

76. Minute: Das Spiel musste eine Viertelstunde vor Schluss von Schiedsrichter Badstübner unterbrochen werden, weil es im Oberrang der Nordkurve zu Ausschreitungen beider Fanlager kam und weil Borussia-Fans wiederholt Böller warfen und Leuchtraketen in die Zuschauerränge schossen.

Schlussphase: Die Borussia rannte in den letzten Minuten noch einmal an, doch der FC kämpfte beherzt und verteidigte das 2:1 mit allem, was die Geißböcke hatten. Nach dem Schluss stürmten die FC-Spieler in die Südkurve und feierten den Derbysieg.

Personal

So spielte der FC: Schwäbe – Sebulonsen, Simpson-Pusey, Lochoshvili (79. Schmied), Sosa – Johannesson, Skhiri (46. Krauß) – Bülter, Moore (85. Rondic), Maina (90+3. Waldschmidt) – El Mala (79. Thielmann)

Zur Aufstellung: Wagner nahm drei Veränderungen vor. Vorne musste er Ache und Dallinga ersetzen und entschied sich für El Mala. Dafür übernahm Maina auf links, Bülter ging auf rechts. Im Zentrum kam Johannesson für Krauß, hinten links der ebenfalls spielstärkere Sosa für Mensah. Wagner setzte somit auf spielerische Momente aus der Tiefe in dem Wissen, dass der Stoßstürmer für lange Bälle fehlte.

Fazit

Der 1. FC Köln hat sich den Derbysieg am Sonntag mit einer leidenschaftlichen Leistung verdient. Spielerisch war es zwar nicht das Gelbe vom Ei, doch der FC investierte eine ganze Menge, schluckte den Ausgleich und die Skhiri-Verletzung – und warf am Ende alles in die Waagschale, um das 2:1 über die Zeit zu bringen. So wird man Derbysieger!

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